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"Homophobie als Strategie"

Snickers entschuldigt sich für homophoben Werbespot

In Spanien hat Snickers damit geworben, dass der Schokosnack schwule Männer in kernige Heteros verwandeln kann.


Ein tuckiger Schwuler kann – so der Snickers-Werbespot – in einen echten Kerl verwandelt werden, indem man ihm einen kalorienreichen Schokoriegel unter die Nase hält

Der amerikanische Nahrungsmittelkonzern Mars hat sich vergangenen Donnerstag für einen als homophob kritisierten Werbespot für den Snickers-Schokoriegel in Spanien entschuldigt. Zuvor hatten LGBTI-Organisationen und auch die spanische Gleichbehandlungsministerin den 20-sekündigen Werbefilm scharf kritisiert.

In dem Spot ist der extrovertierte Influencer Aless Gibaja zu sehen, der an einer Strandbar nach einem "sexy Orangensaft mit den Vitaminen A, B und C" fragt. Dabei wirft er dem irritierten Barmann ein Küsschen zu. Ein neben ihm sitzender – ebenfalls irritierter – Freund schiebt ihm daraufhin einen Snickers-Riegel zu. Gibaja isst ihn – und wird zu einem offensichtlich heterosexuellen Mann. Der Freund fragt ihn daraufhin "besser?", woraufhin sein Gegenüber in tiefer Stimme mit "besser!" antwortet. Der Titel der Werbekampagne lautet: "Du bist nicht du, wenn du hungrig bist."

Twitter / gamomena
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LGBTI-Aktivist*innen kritisierten Snickers scharf für den Werbespot. Dieser bediene sich alter Klischees und stelle Homophobie als akzeptabel dar, so etwa die LGBTI-Organisation Federación Estatal LGTB.

Twitter / FELGTB
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Gleichbehandlungsministerin Irene Montero stellte auf Twitter die Frage, warum "Homophobie als Strategie" verwendet werde. "Unsere Gesellschaft ist vielfältig und tolerant. Hoffentlich lernen das auch diejenigen, die die Macht darüber haben, was wir in der Werbung und im Fernsehen sehen", so die Politikerin der Linkspartei Podemos.

Twitter / IreneMontero

Der Mutterkonzern Mars zog den Spot nach der Empörung zurück und entschuldigte sich auf den Social-Media-Seiten von Snickers Spanien "für jegliche Missverständnisse". Ziel des Spots sei es gewesen aufzuzeigen, dass Hunger den Charakter einer Person verändern kann.

Ferner erklärte der Konzern in seinem Entschuldigungsschreiben: "Es war nie unsere Absicht, eine Person oder eine Gruppe zu stigmatisieren oder zu beleidigen." Man setze sich für eine Welt ein, "in der jede Person sie selbst sein kann und wir müssen unseren Teil dazu beitragen, diese Welt zu erschaffen." Zudem versprach Mars: "Wir werden die Möglichkeit nutzen zuzuhören, von unseren Fehlern zu lernen und es in Zukunft besser zu machen."

Snickers fällt nicht zum ersten Mal mit einem homophoben Spot auf: 2008 wurde in Großbritannien ein Werbefilm ausgestrahlt, in dem Mr. T. ("Das A-Team") auf einen offensichtlich schwulen Speedwalker mit einer Waffe schoss und ihm entgegenrief: "Du bist eine Schande für jeden Mann" (queer.de berichtete). (dk)



#1 GogglAnonym
  • 09.08.2021, 13:21h
  • wenn man hungrig ist, ist man genervt, reizbar, unzufrieden.

    Andersherum hätte der Spot vielleicht funktioniert, (agressiver, pöbelnder Hetero isst Snickers und wird zufriedener, ausgeglichener, fröhlicher Schwuler), aber der Konzern möchte ja nicht, dass die Leute denken, dass Snikers "schwul" macht, weil -> na wer weiß es? Wer weiß es?...
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#2 BeratungsresistentAnonym
  • 09.08.2021, 13:31h
  • Die sollten unbedingt ihre Marketing-Strategie ändern. Das hätte schon vor Jahren passieren müssen! Scheint aber ein recht beratungsresistentes Führungspersonal dort zu agieren. Anders lässt sich diese Dummheit nicht erklären!
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#3 Gnurfel42Anonym
  • 09.08.2021, 14:37h
  • Die Werbung ist irreführend, ich habe als Kind immer Snickers gefressen, aber ich bin asexuell. Zufall?
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#4 gastAnonym
  • 09.08.2021, 14:39h
  • Was mich an diesen "Schuldeingeständnissen" stört ist meine innerlich gefühlte Ahnung daß, sobald es das politische Klima zuließe, es zu keinem "Widerruf" kommen, es keine Entschuldigung zu lesen gäbe - ganz im Gegenteil ...
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#5 SchleicheRAnonym
  • 09.08.2021, 15:28h
  • Antwort auf #1 von Goggl
  • jupp, da stimme ich zu!
    Ein Aggroman, mies gelaunt und bösen Blickes, der dem nicht heterosexuellen Gast danked nach dem Snickers auf die Schulter klopft, hätte funktioniert.
    Sowas hätte sogar etwas wie normalen Umgang aufgezeigt, ohne den queeren Gast zu überzeichnen...
    Tja, totaal vergeigt... und so blöd muss man erstmal sein, nochmal son Ding zu bringen...
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#6 LegatProfil
#7 LegatProfil
  • 09.08.2021, 17:10hFrankfurt am Main
  • "2008 wurde in Großbritannien ein Werbefilm ausgestrahlt, in dem Mr. T. ("Das A-Team") auf einen offensichtlich schwulen Speedwalker mit einer Waffe schoss und ihm entgegenrief: "Du bist eine Schande für jeden Mann" (queer.de berichtete). (dk)"

    Mr. T. hat sich dafür zwar entschuldigt, aber trotzdem tut es mir als Kind der 80er jedes mal in der Seele weh, daran erinnert zu werden. :-(

    Von Unternehmen Mars hingegen wurde der Clip zwar weltweit zurückgezogen, aber als Erklärung kam da nur, dass Humor eben subjektiv sei. Von daher weiß man ja schon, mit wem man es hier zu tun hat.

    Viel schlimmer ist jedoch der ganze Skandal um Mars (und auch andere Schokoladen Konzerne), Kakaoanbau und Kindersklavenarbeit. Daher, ob nun homophob oder nicht, bitte keine Produkte von Mars kaufen.
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#8 Pauly RoydAnonym
  • 09.08.2021, 18:18h
  • Ich vermisse die 90er, als die Leute entspannt, selbstkritisch und selbstironisch waren und nicht jeder latent und vorsorglich gekränkt, besorgt, betroffen und erschüttert war. Als Schwule noch über sich und ihre eigenen kleinen Lächerlichkeiten lachen konnten und es problemlos ertragen haben, wenn Nichtschwule es auch taten...

    Die heutige Zeit der allumgreifenden Empfindlichkeit und Angegriffenheit machen keinen Spaß mehr...
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#9 NikiAnonym
  • 09.08.2021, 18:54h
  • Antwort auf #8 von Pauly Royd
  • Finde ich nicht. damals würde teils übelst homophob auf Schwule reagiert.
    Jetzt ist es immer noch teils widerlich, es ist jedoch bereits besser geworden.#Und wenn du dem hinter her trauerst, dass man damals so rüpelhaft sein durfte...frage ich mich ernsthaft, wie dein eigenes denken tatsächlich ist.
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#10 LegatProfil