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AfD-Wahlkampf

Nicole Höchst lebt in ihrer queerfeindlichen Fantasiewelt

Die AfD-Politikerin schob einer trans WDR-Journalistin ein frei erfundenes, höchst albernes Zitat unter. Sie will sich aber nicht dafür entschuldigen. Der absurde Grund: Sie traut der Journalistin persönlich zu, so etwas zu sagen.


Nicole Höchst sitzt seit 2017 für die AfD im Bundesparlament (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die AfD baut sich manchmal ihre eigene Wirklichkeit. Dies wird besonders klar bei den Attacken der rheinland-pfälzischen AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst. Sie gibt in einem sarkastischen Ton überraschend offen zu, eine Fake-News-Fabrik zu sein.

Der Anlass: Die 51-jährige Politikerin hatte vor gut einer Woche in ihren Profilen in sozialen Netzwerken behauptet, die trans WDR-Journalistin Georgine Kellermann habe ihrerseits getwittert, "dass sie sich 'an ihren Tagen' Erdbeer-Marmelade in den Slip schmiert" (queer.de berichtete). Ein offensichtlich gefälschter Tweet hatte zuvor in rechten Kreisen seine Runden gedreht.

Statt ihren Fehler einzugestehen, eskaliert Höchst weiter: "Glauben Sie mir, beinahe NICHTS liegt mir ferner, als Sie persönlich anzufassen", so die herablassende Einführung eines langen "Offenen Briefes" an Kellermann, den die Politikerin am Sonntag im rechtsextremen Verschwörungsportal "Journalistenwatch" veröffentlichte. Das Portal ist unter anderem dafür bekannt, eine Propaganda-Plattform der "Identitären Bewegung" zu sein.


Höchst höhnt in ihrem Text, dass eine Entschuldigung nicht notwendig sei. Schließlich könne sie sich vorstellen, dass Kellermann so etwas twittere. Konkret schrieb die Abgeordnete: "Wofür sollte ich mich denn eigentlich entschuldigen? Dafür, dass ich die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, eine woke Preisträgerin des Pride Award könnte die Idee der Erdbeermarmelade im Schlüppi tatsächlich gewittert haben?" Schließlich sei heutzutage alles möglich, "wenn es nur die lautesten Minderheiten oder die schrägsten Vögel postulieren", so Höchst. "Warum also nicht auch Erdbeermarmelade im Slip?"

"Ich gehöre zu den Menschen mit homosexuellen Freunden und Bekannten"

Wie es sich für derartige Texte von Homo-Hasser*innen gehört, erwähnt Höchst freilich auch ihre angeblich vielen queeren Freund*innen ("Ich gehöre zu den Menschen mit homosexuellen Freunden und Bekannten, sowie Transmännern und -frauen"). Und wie üblich, sind diese "Freunde" ganz anders als ihre Hass-Objekte ("Diese gehören nicht irgendwelchen seltsamen Lobbygruppen an, sondern möchten einfach ganz normal leben").

Wer sind diese ominösen Freunde, die offenbar kein Problem mit einem von der AfD geforderten Ehe-Verbot für Schwule und Lesben haben, ebensowenig wie mit dem ebenfalls geforderten Demonstrationsverbot für queere Belange oder den konstanten LGBTI-feindlichen Äußerungen Höchsts?

Sie müssen auf jeden Fall recht masochistisch angelegt sein, denn die Abgeordnete unterstellt Homosexuellen gerne pauschal böse, sogar kriminelle Verhaltensweisen – so lehnte sie bei einer Debatte 2017 die Ehe für alle mit dem Argument ab, dass Schwule angeblich eher Kinder missbrauchten: "Studien belegen, dass es unter homosexuellen Männern mehr Pädophile gibt", so Höchst laut "Rheinzeitung". Auch diese Pädosexuellenstudie hatte die Politikerin übrigens frei erfunden.



#1 SakanaAnonym
  • 09.08.2021, 15:57h
  • "Die AfD baut sich manchmal ihre eigene Wirklichkeit. Dies wird besonders klar bei den Attacken der rheinland-pfälzischen AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst. Sie gibt in einem sarkastischen Ton überraschend offen zu, eine Fake-News-Fabrik zu sein."

    Das mit Abstand beste Zitat des Artikels gleich vom Anfang! Die Frau Höchst ist einfach indiskutabel als Mensch und in ihren politischen Positionen und der Angriff auf Frau Kellermann war einfach so dermaßen unterirdisch, dass man den gar nicht weiter kommentieren will.
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#2 zundermxeAnonym
  • 09.08.2021, 16:10h
  • Höchst dumm, dreist und gestört.
    Wer solche Phantasiesen hegt und anderen unterstellt, offenbart alles, was niemand wissen will, über sich selbst. Eine besseres Schlaglicht zur Motivation der Queerfeindlichkeit dieser Figuren ist kaum denkbar.

    Genau die Art von Seriösität und von Werten, die die afd ihrem Wahrheitsliebenden Wahlvolk bietet. Aber wir wissen ja längst, dass die afd und ihre Unterstützer*innen für alles immer eigene höchst zuverlässige und alternative Quellen hat.
    Zehn Beiträge von Böhmermann hierzu könnten kaum aufschlussreicher und demaskierender über und für die afd sein.

    Wie verzweifelt muss dieser Haufen sein?!
    Wir sollten uns für die Zeit nach der Wahl schon mal auf Geschichten von Wahlfälschung durch Briefwahl, Gender-Lobby und Corona-Bestimmungen seitens dieser afd einstellen.
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#3 KMBonnProfil
  • 09.08.2021, 16:16hBonn
  • Wundert uns das? Die AfD ist ja auch die Partei, die einen sich selbst so bezeichnenden "demokratischen Freisler" bzw. "das freundliche Gesicht des NS" gern in ihren Reihen.

    Ich frage mich manchmal, was es noch braucht, bis dieser widerwärtige Haufen verboten wird.

    Vermutlich würde selbst ein - fiktiver - Fund von Bauplänen zur Wiederinbetriebnahme von KZs nichts dazu beitragen. Zutrauen würde ich dem Laden soetwas.

    Denke immer "mit Freuden" an den Besuch einer mehrköpfigen Radfahrertruppe aus Sachsen bei uns im BAfmW-Buchladen. Angesichts eines unserer beiden damals aufgenommenen Jungs aus dem Irak bekam ich zu hören, "unser Haus sei ja jetzt auch nichts mehrt wert, wenn da sowas wohnen würde. Zuhause in Chemnitz würde man sowas warm lösen und wenn erst einmal die richtige Partei an die Macht käme (gemeint waren die Völkischen), würde ich schon sehen, was man mit Volksverrätern macht."

    Es gibt einen stabilen Bodensatz an rechtsextremistischen Wählern, dem mit Argumenten und Vernunft genausowenig beizukommen ist wie einem Attila Hildmann. Den kommt man zwar auch nicht mit einem Parteiverbot bei.

    Aber man muß die Nazis nicht auch noch aus Steuermitteln alimentieren, noch dazu, wo nach dem verkorksten Wahlverfahren tatsächlich die Chance besteht, dass der nächste Bundestag bis zu 1000 Abgeordnete hat.
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#4 lobundtadelAnonym
  • 09.08.2021, 16:27h
  • Ich empfehle die Privatklage, soll sie posten was sie will, vllt hat sie ja genügend Rücklagen für die Auslagen aller Beteiligten in einem Prozess. Teures Facebookprofil.
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#5 YannickAnonym
  • 09.08.2021, 18:29h
  • Darf man denn umgekehrt auch Frau Höchst erfundene Zitate unterstellen, die sie nie gesagt hat, die man ihr aber zutraut?

    Wer die Partei wählt, will echt verarscht werden...
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#6 SöderAnonym
  • 09.08.2021, 18:42h
  • Gut, dass Frau Kellermann diese sonderbare Politikerin auf Twitter ganz gut im Griff hat.

    Will Nicole Höchst nicht ständig ins Kuratorium der Magnus Hirschfeld Stiftung? Auch ein wenig obsessiv, die Frau.
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#7 GoggelAnonym
#8 Korinthen KKAnonym
  • 09.08.2021, 20:43h
  • Ihre "homosexuelle Freunde" sind tatsächlich existent. Der kleine Haufen "alternativer Homos", der auf derselben Seite Transfeindlichkeit anprangert, aber zuleich Nicole in Höchsten Tönen lobt. Man sollte meinen, die gibt es nicht.
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#9 AndreAnonym
#10 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 10.08.2021, 09:16h
  • Typisch Alternative für Dorfdeppen!
    Zuerst eine dreiste Lüge als Wahrheit verkaufen, dann diese Lüge nicht einmal zurücknehmen, weil sie denkt, dass die andere Person so etwas "gesagt haben könnte"!
    So eine dreiste Dummheit sucht ihresgleichen in diesem Land, Frau Höchst!
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