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Videopremiere

Eine schwule "Liebeserklärung" an Jens Riewa

Während wir auf unser "Date" mit "Mr. Tagesschau" vor dem Bundesgerichtshof warten, versüßen wir uns die Wartezeit mit dem Song "Ich steh total auf Jens Riewa" aus der "Operette für zwei schwule Tenöre".

Seit mittlerweile über vier Jahren beschäftigt eine Klage von Jens Riewa gegen queer.de die verschiedensten Gerichte. Aktuell liegt der Fall vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe (hier könnt ihr alles nachlesen).

"Schuld" an allem ist bekanntlich Jan Böhmermann. 2017 berichteten wir über eine Ausgabe seiner ZDF-Satiresendung "Neo Magazin Royale", in der es u.a. um Riewa und die Einschätzung seiner sexuellen Orientierung durch die Öffentlichkeit ging. Wir nahmen dies zum Anlass, an Riewas frühere Klagen gegen schwule Medien zu erinnern. Der heutige "Tagesschau"-Chefsprecher ließ Teile unserer kritischen Berichterstattung verbieten. Dagegen wehren wir uns. Notfalls wollen wir höchstgerichtlich feststellen lassen, dass Homosexualität niemals ehrenrührig ist und es bei Homophobie von Prominenten ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit gibt.

Viele Leser*innen haben uns bei den bisherigen Prozessen sehr unterstützt. Von "Frankfurter Rundschau" bis "Süddeutsche Zeitung" berichteten auch zahlreiche nicht-queere Medien über Jens Riewas, freundlich formuliert, unsouveräne Klage. Ganz besonders freut uns, dass es nun auch eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema gibt: Am Dienstagmorgen feierte der Song "Ich steh total auf Jens Riewa" zusammen mit einem starken Musikvideo (Motion Graphics: Maxim Knorz) auf Youtube Premiere.

Das von Felix Heller und Ricardo Frenzel Baudisch gesungene Stück stammt aus der "Operette für zwei schwule Tenöre" von Johannes Kram (Text) und Florian Ludewig (Musik). Die allererste Operette der Welt mit queerer Haupthandlung wird im Oktober im Berliner BKA-Theater uraufgeführt (queer.de berichtete). Kram führt zusammen mit Marco Krämer-Eis Regie, die Kompositionen von Ludewig, der auch die musikalische Leitung hat, sind in Orchesterarrangements von Martin Rosengarten zu hören. Choreograf ist Michael Heller. Teile der Operette wurden bereits seit 2017 bei verschiedenen Community-Events aufgeführt (queer.de berichtete).

Ein bislang gut gehütetes Geheinmis war jedoch der vor Ironie strotzende Song "Ich steh total auf Jens Riewa". Ein absolutes Highlight der Operette, das in Kürze auch als Single bei allen großen Musik-Streamingdiensten veröffentlicht werden soll. Im Refrain heißt es:

Ich steh total auf Jens Riewa.
Ich weiß, er ist leider nicht schwul.
Das ist bestimmt ein ganz Lieber,
ziemlich relaxt, ziemlich cool.
Man sieht es ihm immer an, jaja, jaja,
wie gut sie ihm steht, jaja, jaja,
seine souveräne, gelassene
Heterosexualität.
Was andere über ihn sagen,
das ist ihm egal.
Ja, so sind'se,
so sind die coolen Heten nun mal.

Anders als in der Single- und Videoversion wird der Song im Stück selbst nur von einem der beiden Hauptdarsteller gesungen. Kein Wunder, in der "Operette für zwei schwule Tenöre" geht es schließlich um das schwule Beziehungsdrama zwischen Jan (Felix Heller) und Tobi (Ricardo Frenzel Baudisch), die sich frisch getrennt haben.

Wer von den beiden sich nun in den coolen Riewa verknallt, ob "Mr. Tagesschau" bei dieser starken Liebeserklärung in Versuchung gerät oder erneut seine Anwälte bemüht, das werden wir leider erst später erfahren. Die Premiere der "Operette für zwei schwule Tenöre" am 6. Oktober ist, wie wir hören, bereits ausverkauft. Karten für die weiteren Termine sind jedoch noch über die BKA-Homepage erhältlich. Dort gibt es auch weitere Infos zum Stück.



#1 Felix-baerlinAnonym
  • 10.08.2021, 08:36h
  • Sehr lustig- da möchte MANN direkt mit JR einen coolen Walzer aufs Pakett legen. Ob sich der nicht homosexuelle Jensi jetzt auch zu Lets Dance anmeldet?
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#2 SchleicheRAnonym
  • 10.08.2021, 10:41h
  • Hihi, queer öffnet man ja nicht jeden Tag mit´m lauten Lacher :D
    Aber ja, ich erinnere, besonders an das Wort "ehrenrührig". Also an etwas, was an der Ehre rührt... Nun, 1. Das Wort Ehre konotiert in meinem Kopf zunehmend negativ und 2. wüsste ich nicht, wie man Ehre rührt. Ist vielleicht wie beim Joghurt, links- oder rechtsdrehend.

    Sein Selbstbildnis scheint doch etwas narzistisch getrieben zu sein; warum wäre er sonst so gerührt?
    Aber eines steht doch ganz klar fest: Der Jens Riewa tut sich mit diesem Verhalten einen Bärendienst. Vielleicht schlägt er nochmal den Streusand-Effekt ;) nach.

    Leider gibt es doch ein wenig zu verlieren, - also in dem Verfahren.... Drum hoffe ich, dass für die Community, vertreten durch queer.de, alles gut ausgeht.
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#3 mesonightAnonym
  • 10.08.2021, 11:01h
  • ...eigentlich müsste queer.de bei der nächsten Verhandlung auf die Vorladung der Sängerin Michelle bestehen, die müsste zumindest mal eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass sie mit Riewa ganz real liiert war und es auch zu Sex kam.. ;-)
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#5 SöderAnonym
#6 FckAfdAnonym
  • 10.08.2021, 16:13h
  • Der Song hat auf jeden Fall Ohrwurm-Qualitäten :D "Ich steeeh totaal auf Jens Riiiieewa, ich weiß er ist leider nicht schwuuul" :D :D

    Und netter Seitenhieb mit dem "was andere über ihn sagen, das ist ihm egal" ;-)
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#7 LafontaineAnonym
  • 10.08.2021, 17:24h
  • Antwort auf #5 von Söder
  • Der Ex von einer guten Freundin hat zum Aufbruch einer fröhlichen Runde immer gesagt: "Meine Frau macht Cocktails, die hau´n sie vom Hocker!"

    Heterohumor eben.Ich hab dann einfach so getan, als würde ich´s lustig finden, damit es nicht peinlich wird.
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#8 Oliver4Anonym
  • 10.08.2021, 22:23h
  • Hat niemand (immerhin Teil-)Solidarität mit Jens Riewa?

    Jens Riewa ist ungefähr so alt wie Patrick Lindner, der sich (zwangs-)geoutet hatte und danach erhebliche finanzielle Einbußen hatte. Es ist doch völlig nachvollziehbar, dass solche (und sicher viele ähnliche) Erfahrungen Angst hinterlassen, evtl. Existenzängste.

    Am gleichen Tag wie der Jens Riewa Artikel ist der Hape Kerkeling Artikel über seine neuen Shows auf queer.de online gegangen, der mit "Hape Kerkeling war 1991 in der RTL-Sendung "Der heiße Stuhl" gegen seinen Willen als schwul geoutet worden" endet. Und Kerkeling hat Andeutungen zu Suizidgedanken gemacht (Zitat: "Sensiblere Naturen als ich hätten sich...").

    Ich denke als coping Strategie, als Schutzreflex, ein Narrativ von Heterosexualität um sich aufzubauen ist eine völlig legitime Methode gewesen, und war vielleicht in Deutschland notwendig (und ist es in vielen Ländern der Welt zweifelsfrei) und wer hat das Recht zu erklären, dass dies nicht länger legitim sei?

    Jede Person, die unter Druck mal gezwungen war sich zu verleugnen, hat vielleicht den Respekt verdient, dass man die Schwächen ihrer Schutznarrative nicht allzu offen hinterfragt.

    Niggemeierers Übermedien Satz "Das Thema ist nicht seine sexuelle Orientierung, sondern seine notorische Homopanik." - wer ist denn frei davon? Nachts zu zweit unterwegs in jeder größeren Stadt in Deutschland, oder Polen, oder Ungarn, .... ist der Weg vom queeren Freiheitskämpfer zum Krankenhaus ganz ganz kurz.
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#9 queergayProfil
  • 11.08.2021, 00:19hNürnberg
  • Wahrscheinlich bekam Jens Riewa gleich eine Schnappatmung beim ersten Sehen und Hören dieser gesungenen Operetten-Liebeserklärung an ihn.
    Er könnte ja gelassen zu diesem Geschehen lächeln und dem 'Spiegel' gegenüber erzählen, wer nach Sängerin Michelle wieder mal eine "Granate im Bett" war, wie schon 2002.
    Der Nachrichtenverleser und Junggeselle Riewa (58) hat denselben Medien-Manager wie Vicky Leandros und Helene Fischer. Der wird ihm wohl noch Tipps geben, wie er mit dem Operetten-Lied umgehen soll - so als Tagesschau-Star.
    Vielleicht meldet sich auch mal ein früherer Liebhaber (m/w/d) von ihm und formuliert ein aktuelleres Update. Die queere Welt braucht das - oder auch nicht.
    Der gelungene Operetten-Song könnte noch Kult-Status erlangen und zu einem queeren Evergreen werden. Ich hätte nichts dagegen.
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#10 SchleicheRAnonym
  • 11.08.2021, 02:28h
  • Antwort auf #8 von Oliver4
  • Das Problem ist hier nicht das Verständnis für seine Lage, sondern seine Vorgehensweise in Form von Rundumschlägen. Statt zumindest so zu tun, als sei man über solche Aussagen erhaben, führt er Gerichtsverfahren und riskiert hier Nachteile zum Schaden der Community zu seinem eigenen (vermeintlichen) Vorteil.

    Es ist wie mit den "Ex-ex-Gays". Irgendwann muss man damit raus, weil man irgendwann begreift, dass man so nicht weiter leben kann. Und dann soll der Schaden, den er der Community gebracht hat wieder vergessen sein? Zudem auch noch zu seinem eigenen späteren Nachteil.
    Jens Riewa verrennt sich total, macht es sich letztendlich selbst schwerer, und wir sind hier, um ihm das zu sagen. Er steuert in eine dunkle Sackgasse.

    Mein Mitleid hört da auf, wo man aus Selbstsucht Mitmenschen Schaden zufügt. Er schaut ja nicht einmal über den Tellerrand seines Egos. Hätte er das mal getan, wäre er gar nicht auf die Idee gekommen die "ganze Welt" zu verklagen. Wirklich jede Person des öffentlichen Lebens sollte die Geschichte mit Barbara Streisand kennen. Zu denken, man käme dagegen an, ist eine schwere Fehleinschätzung und große Peinlichkeit dazu.
    Ein Coming-out verlangt viel Mut, ein Versteckspiel verlangt viel Kraft. Am Coming-out kann man wachsen, am Versteckspiel kann man brechen. Alfred Biolek kann er nicht mehr fragen, Hape Kerkeling schon.

    tl:dr Nein
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