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Streit eskaliert
Nach Zwangsabbruch von lesbischer Hochzeitsfeier: Gemeinde riegelt Teufelsburg ab
Verwaltungsangestellte sollen eine Hochzeitsfeier auf der pittoresken Teufelsburg aus Homophobie beendet haben. Jetzt eskaliert der Streit zwischen der verantwortlichen Gemeinde und dem Förderverein.

Hat die Gemeine Überherrn aus Homophobie einem lesbischen Paar die Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg versaut? (Bild: Christian Reimer / flickr)
- 10. August 2021, 13:30h 2 Min.
Im Juli sorgte der von Verwaltungsbeschäftigten der Gemeinde Überherrn erzwungene Abbruch einer gleichgeschlechtlichen Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg im Saarland für heftige Kritik. Die Fördergemeinschaft Teufelsburg e.V. sprach in einer Pressemitteilung daraufhin von "Homophobie", "Diskriminierung" und "Amtsmissbrauch". Die Gemeinde wies die Anschuldigungen empört zurück und erklärte, dass eine Feier nach Anbruch der Dunkelheit "ausdrücklich nicht genehmigt" worden sei (queer.de berichtete).
Nun geht der Streit in die nächste Runde: Wie der Förderverein am Freitag mitteilte, habe Überherrn "ohne Ankündigung" die Schlösser aller Tore zur Burg ausgetauscht und damit "den Zugang zur Burg unterbunden". Alle Führungen hätten abgesagt werden müssen. Wegen des Urlaubs von Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann (SPD) habe es auch keine Möglichkeit einer vorübergehende Lösung gegeben.
Aufgrund des Rechtsstreit mit der Gemeinde wurden dem Förderverein der Zugang zur Burg unterbunden. Die Schlösser aller...
Posted by Teufelsburg Felsberg on Friday, August 6, 2021
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Die Gemeinde hat unterdessen laut "Saarbrücker Zeitung" (Bezahlartikel) einen Anwalt eingeschaltet, um juristisch gegen den Vereinsvorsitzenden Holger Zenner vorzugehen. Gegenüber der Presse wollte sich keine verantwortliche Person aus Überherrn zu dem Fall äußern. Laut dem Bericht hat auch Zenner inzwischen juristischen Beistand eingeschaltet.
In einem am Abend des 22. Juli veröffentlichten Video hatte sich Zenner mit dem lesbischen Paar Fragen gestellt und die Gemeinde noch gebeten, sich mit ihm "ohne Rechtsanwalt" an einen Tisch zu setzen, um die Irritationen aus der Welt zu schaffen. Darin erklärte Zenner auch, dass er in seiner Pressemitteilung – anders als in Teilen der Presse berichtet – nicht geschrieben habe, dass die Gemeinde aus Homophobie die Feier abgebrochen habe, vielmehr habe er "die Frage in den Raum gestellt", ob das Motiv Homophobie war.
Eine der betroffenen Ehefrauen las auch die Genehmigungs-Mail der Gemeinde vor, in dem mit keinem Wort erwähnt worden sei, dass die Feier nach Anbruch der Dunkelheit abgebrochen werden müsse. Die Gemeinde behauptete allerdings in einer Pressemitteilung, dass das lesbische Paar als Veranstalterinnen "ausdrücklich" auf das Nachtverbot hingewiesen worden sei. (dk)














Herr Zenner bekommt jetzt offensichtlich kalte Füße und versucht zurück zu rudern. Das wird jedoch schwer. Er hat ganz offensichtlich, zumindest zwischen den Zeilen mit dem Homophobie-Vorwurf gespielt. Und queer.de hätte ja auch nicht über das Thema berichtet, wenn kein Homophobie-Vorwurf im Raum gestanden hätte.