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"Ursache\Wirkung"

Neues Sonderheft "Buddhismus unter dem Regenbogen"

Die buddhistische Zeitschrift "Ursache\Wirkung" beschäftigt sich in einer Sonderausgabe ausschließlich mit LGBTI-Themen. Zu Wort kommen auch queere Ordinierte.


Kreierte eine Mönchsrobe mit Regenbogenschärpe: Thailands Queer-Aktivist*in Sirisakposh Chaitedspice (Bild: Sirisakposh Chaitedspice)

"Buddhismus unter dem Regenbogen" ist der Titel einer aktuellen Sonderausgabe der buddhistischen Zeitschrift "Ursache\Wirkung". Das Heft lässt queere Praktizierende, Lehrende, aber auch Ordinierte zu Wort kommen.

Die 1991 in Österreich gegründete, seitdem quartalsweise erscheinende Zeitschrift steht nach eigener Auskunft "für einen weltoffenen, nicht religiösen Buddhismus und eine undogmatische Spiritualität".

Herausforderungen und gelungene Momente


Das Sonderheft kostet 11,20 Euro

Das LGBTI-Sonderheft behandelt die Lehre Buddhas, buddhistische Gemeinschaften und die Gesellschaft aus queerer Perspektive. Themen sind historische Aspekte, der Wunsch nach sicheren Räumen für die eigene spirituelle Entwicklung, der Kampf um Akzeptanz, soziales Engagement und gegenseitige Unterstützung. Autor*innen aus der queeren Community zeigen die Herausforderungen und gelungene Momente.

Die Idee zu dem Sonderheft entstand, nachdem sich 2019 queere Buddhist*innen traditions- und richtungsübergreifend vernetzten, was von der Deutschen Buddhistischen Union begrüßt und gefördert wurde. Ziel des Hefts ist es, möglichst vielfältige und unterschiedliche Stimmen aus verschiedenen Lebenswelten zu Wort kommen zu lassen.

Das Heft kann zum Preis von 11,20 Euro online bestellt werden. (cw/pm)



#1 Taemin
  • 11.08.2021, 13:32h
  • Das menschliche Leid hat seine Ursache im menschlichen Begehren, auch im sexuellen Begehren. Der Mensch soll streben und sich vom Begehren befreien, auch vom sexuellen Begehren. So wird er sich vom Leid befreien. Man unterscheidet nicht zwischen heterosexuellem und homosexuellem Begehren. Die Frage, ob das eine gut und das andere schlecht ist, stellt man nicht.

    Ich habe einmal an einem Seminar teilgenommen, das ein Roschi (ein japanischer Zen-Meister) leitete. Zu Beginn waren alle Teilnehmer einer nach dem anderen allein bei dem Roschi. Wir redeten nachher darüber, wie das für uns war, und alle sagten, sie hatten das Gefühl, er schaut sie an und weiß alles über sie. Zu jedem sagte er etwas, und es bezog sich immer auf ein Problem oder ein Ereignis, das jeden im eigenen Leben besonders bewegte, zumindest so war es nur zu verstehen. Zu mir sagte er: Yokunai. Warukunai. Ai o jissen suru. Donyoku o yokeru. (Es ist nicht gut. Es ist nicht schlecht. Übe die Liebe. Meide die Gier.) Es gibt Sätze, die man nicht vergisst. Er hat es tatsächlich gewusst.
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#2 OstheimerinAnonym
#3 queergayProfil
  • 11.08.2021, 14:31hNürnberg
  • Bei allen religiösen oder spirituellen und esoterischen Angeboten - auch aus dem Buddhismus-Kosmos - besteht grundsätzlich immer auch die Möglichkeit oder Gefahr, daß man in Abhängigkeiten oder Bevormundungsverhältnisse gerät. Mit angeblich absoluten Wahrheiten angelockt oder geködert kann man sich schnell in Religionsgruppierungen & Sekten verlieren, die einem vorgeben oder vorgaukeln wollen, was richtig und falsch sein soll. Da kann ich leider Buddhismus-Wahrheitsgruppen nicht ausnehmen, vor allem auch dann nicht, wenn sie einem Erotik & Sexualität ausreden oder verbieten wollen zwecks einer anzustrebenden Erleuchtung. Zumal diese manche auch durch Ekstase erreichen können.
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#4 DharmaBuddyProfil
  • 11.08.2021, 15:48hMainz
  • Antwort auf #3 von queergay
  • Du hast absolut Recht. JedeR sollte sich gut informieren, bevor man eine buddhistische Gruppe besucht. Das ist in Zeiten des Internet sehr einfach. Ich empfehle die Seite:
    buddhismus-kontrovers.info/

    Zu den angesprochenen Problemen kann ich nur sagen, dass es in der Deutschen Buddhistischen Union ein ethisches Selbstverständnis gibt, das sexuelle Beziehungen zwischen Lehrenden und Schüler:innen ausschließt. Ebenso gibt es in der DBU auch keine Gruppe, in der sexuelle Ekstase praktiziert wird. Umgekehrt wirst Du niemanden in der DBU finden, der sagt, Sexualität müsse unterdrückt werden. Buddha hat Lai:innen nie empfohlen, auf Reichtum, Sexualität, Familie zu verzichten. Die Ratschläge waren, dass man anderen mit Respekt begegnen, dass man großzügig sein und niemanden schaden soll usw.

    Das, was Du beschreibst, sind meiner Ansicht Strukturen von sehr problematischen Gruppen, vielleicht sogar von Sekten. Und ja, davon sollte man die Finger lassen.
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#5 LotiAnonym
  • 11.08.2021, 15:53h
  • Antwort auf #3 von queergay
  • Dem kann ich nur zustimmen. Ich kenne jemanden der in solch eine Esoterische buddhistische Sekte ist. Sie haben alle ihren eigenen Gohonson in der Wohnung zu stehen und beten den an.
    Meine Nachbarn von gegenüber sind auch solch Anhänger von buddhistischer Lehre. Ich kann von Fenster aus zusehen wenn der Gatte seine völlig irren Yogaübungen vollzieht. Zudem ist der sowas von Eitel. Der steht häufig über eine Stunde vor dem Spiegel im Bad. Ich bin wahrhaftig nicht sowas von neugierig, was andere so treiben. Aber diese Nachbarn geben einem einen offenen Einblick in ihre Wohnung. Einmal hatten sie Gäste bei sich zuhause. Als die Leute gegen 23 Uhr gingen, wurde sogleich der Staubsauger hervorgeholt und schnell durchgesaugt.
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#6 DharmaBuddyProfil
  • 11.08.2021, 16:40hMainz
  • Antwort auf #5 von Loti
  • Wir predigen ständig Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Lebensweisen. Meinst Du nicht, dass es uns egal sein sollte, wenn jemand Yoga macht, einen Putzfimmel hat oder zu lange im Bad steht? Zumal ich gehört habe, dass all dies auch bei schwulen Männern vorkommen kann ;)
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#7 zundermxeAnonym
  • 11.08.2021, 18:07h
  • Antwort auf #1 von Taemin
  • Begehren scheint mir in diesem Zusammenhang vorab negativ konjugiert (und generell (ab-) gewertet).
    Das würde ich, wäre es der Fall, nicht unkritisch sehen.

    Hab vor Jahrzehnten auch einige (offiziell nicht religiös benannte) Seminare belegt und Erfahrungen machen dürfen, die den üblichen Vorstellungsrahmen deutlich übersteigen und sich mit Ratio nicht im Ansatz erklären ließen (wer denn für alles eine Erklärung bräuchte).

    Mit den Begriffen Begehren und Gier lässt sich locker (und allzu logisch) Leid verbinden. Werte ich Leid generell als negativ und zu vermeidend, ist ein Pfad und eine entsprechende Moral implizit vorgegeben. Hieraus kann ein typisches (Vermeidungs-) Verhalten resultieren.
    Bemerkenswerter scheint mir jedoch die Gefahr, dass sich wer vornehmlich als erleuchteter und somit auch ganz zwangsläufig wertiger als andere empfindet. Dies wiederum kann zur (gewollten oder ungewollten) Isolierung des eigenen oder/und des Seins anderer führen.

    Bei Spiritualität, die wenn überhaupt nur sehr bedingt mit Religiosität (bestimmt oder unbestimmt) in Verbindung gebracht werden sollte, geht es eigentlich um das freie Bewusstsein.
    Freies Bewusstsein kann nicht werten, ist die Akzeptanz (spirituell wie faktisch) des scheinbaren Chaos und impliziert niemals generelle Verhaltensregeln.

    Gier ist gut, schlecht und alles drumrum und dazwischen zugleich (für die, die alles werten und einordnen wollen oder meinen zu müssen).
    Unsere verbalen Ausdrucks- und (emotionalen aber vor allem rationalen) Verständnismöglichkeiten stoßen hierbei ganz natürlich, zumindest erstmal, an Grenzen, die dem Sein und einem freien Bewusstsein ebenso natürlich nicht inne liegen.
    Das eine kann dem anderen, wenn überhaupt, nur sehr unzureichend entsprechen und verursacht schnell Gegensätze, wo keine sein müssen, da die Ebenen schon in ihrer Form völlig unterschiedlich voneinander sind.

    Wer möchte, kann u.a. auch dies höheren Wesen (Götter*innen, Außerirdischen oder besonders erleuchteten Menschen...) zuschreiben. Das persönliche Auge sollte meiner Meinung nach aber vornehmlich nicht nach oben, sondern nach innen offen sein. Wobei die Blindheit immer überwiegen wird.
    Die Reise ins Unterbewusste kann voller Möglichkeiten und individuellen Gefahren liegen und ist auf sich allein gestellt völlig offen und daher für sich alleine nicht pauschal empfehlenswert.

    Ein (für mich) einfaches Phänomen ist hier bspw das der Seher*innen. Wenn der Vergleich auch sehr profan und unvollständig ist, dafür aber vllt sehr passend für unsere Zeit.
    So wie begnadete Verkäufer*innen (ob die Produkte materiell oder ideell sind) in der ersten Sekunde wissen, ob und wie sie verkaufen werden (wobei hierbei den allerwenigsten klar (bewusst) ist, wieso), so gibt es Menschen, die in der ersten Sekunde andere lesen können, wie diese sich selbst nicht oder sogar niemals lesen könn(t)en.
    Ob übersinnlich gewertet oder nicht, entzieht sich dies, zumindest noch, jedem traditionell wissenschaftlich nachhaltigem Beweis und entspricht keiner Farbenlehre. Und trotzdem gibt es diese Fähigkeiten in unterschiedlich ausgeprägten Formen.

    Ein weites Feld.
    Unwissenheit, insbesondere i.S.v. Unerfahrenheit und Unbewusstheit (nicht Unterbewusstsein!), ist hierbei die erste und eben nicht die letzte Erkenntnis.
    Nicht im Ozean zu schwimmen, sondern Teil des Ozeans zu sein, gleichgültig welcher und wo.
    Frei eben.

    Bezogen auf den Artikel begrüße ich jeden religiösen Ansatz, der sich nicht auf Unterschiede zur Wertung von Menschen fokussiert. Zumindest für die, für die dies eine persönliche Bedeutung hat.
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#8 dellbronx51069Anonym
  • 11.08.2021, 18:45h
  • generell stehe ich Religion sagen wir mal kritisch gegenüber. zugunsten des Buddhismus ist zu sagen , das diese Religion nicht missioniert und im Allgemeinen nicht aggressiv in Wort und Tat auftritt.
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#9 DestroyaAnonym
  • 11.08.2021, 19:41h
  • So wenig wie wohl andere Kulturen das westliche Streben nach den 10 Geboten verstehen können, oder gar im modernen Sinne die absolute Staatstreue, die z.B. auch schon von den Eltern auf die Kinder ausgeübt wird (Arbeite und mach was der Staat will, lieg dem Steuerzahler nicht auf der Tasche!) so wenig können viele Menschen hier den Buddhismus und das dahinterstehende Weltbild verstehen.

    Es geht nicht um Sexualfeindlichkeit, es geht darum, keine weitere Existenz mehr zu erschaffen.
    Je nach buddhistischer Schule wird davon ausgegangen, dass alles was eben in unserer Welt existiert ein Ergebnis von den drei Geistesgiften (Unwissenheit, Gier, Hass) ist. Mal ganz logisch gesehen, ja, alle Lebewesen kämpfen gegen einander, zertreten sich, fressen sich auf, vergewaltigen sich, haben schmerzhafte Geburt usw.
    Aus Sicht des Buddhismus* sind wir als Menschen in einer relativ angenehmen Welt/Existenzebene. Über uns gibt es noch eine göttliche Welt wo es fast allen Wesen sehr gut geht, sie leben tausende Jahre, bis sie dann doch langsam sterben (Eine Götterwelt). Unter uns sind dann die hungrigen Geister, eine Totenwelt wo man sehr lange Leidet und Hungert. Es gibt noch so etwas wie eine sehr schlimme Hölle wo man ständig filetiert wird, oder man Lebt eben als Tier, was auch sehr brutal ist.
    Die Grafik dazu:
    dancingdakini.tumblr.com/image/18029831980

    Das Ziel ist es, die Wahrheit über die Existenz zu erkennen und sich quasi selbst auszulöschen, um aus diesem Daseinskreislauf auszutreten und so Erlösung zu erfahren.
    Sexualität ist in dem Sinne eben Ursache für Geburtsschmerz, Krankheiten, Beziehungstaten, usw. und wäre für einen überzeugten Praktizierenden nicht so ausführbar wie für Otto Normalbürger oder Lieschen Meyer.
    Wiedergeburt ist kein Ziel, sondern eben ein Problem, weil es eben den Kreislauf des Leidens für alle Wesen fortsetzt.

    Ich habe auch mal einige Jahre Buddhismus praktiziert, bin aber für mich zu dem Schluss gekommen ,dass es eben keine Erlösung, keinen Ausweg gibt. Wir können weder unseren Tod, noch unsere Geburt verhindern. Das Leben ist eben hart.
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#10 LotiAnonym
  • 11.08.2021, 20:25h
  • Antwort auf #6 von DharmaBuddy
  • Mein Leben verlief ab 16 ohne irgendeine Religion und Spiritismus. Ich lernte Gurus kennen u.einige davon haben mich sogar stark beeindruckt. Ich kenne einige klassische Yogaübungen. Dazu gehört der Sonnengruß und Hatha Yoga.
    Was mein Nachbar da betreibt, ist eine von ihm selbst erfundene Yogaübung. Sehr seltsam. Ich kann mit Esoterik überhaupt nichts anfangen.
    Eine Bekannte ist Heilpraktikerin und hat auch seltsame Ansichten. Ich teile soetwas nicht. Ebenso diese selbsternannten Schamanen, die überall aus den Boden sprießen.
    Meine Devise lautet daher: man warne mich vor Fanatiker*innen. Toleranz bedeutet sich gegenseitig zu Respektieren. Und davon sind insbesondere die Weltreligionen und Esoteriker*innen weit entfernt. Vor allem, wenn man ihnen nicht zustimmt. Selbst der Buddhismus hat seine Probleme mit der Homosexuallität.
    Deshalb finde ich auch diesen Artikel sehr verwirrend.
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