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Auf Druck der Staatsmacht
Apple sperrt schwule Dating-App in der Türkei
Wer den App Store in der Türkei öffnet, kann die kostenlose Anwendung nicht mehr finden. Zuvor hatte ein Gericht die Sperrung angeordnet.

Hornet ist in der Türkei künftig tabu (Bild: Hornet Networks)
- 11. August 2021, 09:02h 2 Min.
Die Dating-App Hornet, die sich selbst als "Gay Social Network" bezeichnet, ist vom Konzern Apple in der Türkei gesperrt worden. Die Anwendung kann damit nicht mehr im App Store heruntergeladen werden. Wie die türkische Nachrichtenagentur Bianet meldet, habe ein Gericht in Ankara am vergangenen Freitag die Sperrung angeordnet. Grundlage sei das 2007 erlassene Gesetz 5651 gewesen, das eigentlich türkische Internetnutzer*innen vornehmlich vor Cyberkriminalität schützen soll. Das Gesetz räumt der türkischen Staatsmacht weitgehende Rechte ein, Inhalte im Internet zu sperren. Der schwammig formulierte Gesetzestext erlaubt es auch, Verstöße gegen die Moral zu ahnden.
Die türkischen Nutzer der App mit einem Apple-Smartphone erhielten von Hornet eine Nachricht, wonach Apple die App "wegen einer Entscheidung türkischer Gerichte" entfernt habe. Man werde weiter versuchen, "das Problem mit Apple und den türkischen Gerichten zu lösen".
/ KaosGL | Die LGBTI-Organisation Kaos GL meldet die Sperrung von HornetApple, Horneti Türkiyede AppStoredan kaldrd https://t.co/pNSmARuyjC
Kaos GL (@KaosGL) August 10, 2021
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Bereits 2013 hatte ein türkisches Gericht die schwule Dating-App Grindr sperren lassen. Von der Türkei aus können seither Grindr-Server nicht mehr erreicht werden (queer.de berichtete). Ein Gericht bestätigte im Folgejahr die Sperrung mit dem Argument: "Der Zugang wurde blockiert, weil die Website Prostitution und Unzüchtigkeit enthält."
Hornet hat weltweit 25 Millionen Nutzer – und war in der Türkei die beliebteste Dating-App für Schwule. Auch in vielen anderen Ländern, etwa in Frankreich oder Russland, ist sie der Marktführer.
Homosexualität ist in der Türkei zwar seit 1858 legal – Deutschland schaffte sein Homo-Verbot bei Erwachsenen erst 111 Jahre später ab. Allerdings hat sich in der Türkei insbesondere in den letzten Jahren die Stimmung gegenüber sexuellen Minderheiten verschärft. Dazu trägt auch die Regierung des Autokraten Recep Tayyip Erdoğan bei, der immer wieder gegen Schwule und Lesben Stimmung macht (queer.de berichtete). Aus Homophobie kündigte Ankara dieses Jahr etwa seine Mitgliedschaft in der Istanbul-Konvention, einem internationalen Abkommen zum Schutz von Frauen (queer.de berichtete). Seit Jahren verbietet die Staatsmacht auch CSDs. Die Polizei schlägt Demonstrationen für LGBTI-Rechte regelmäßig mit Reizgas und Gummigeschossen nieder (queer.de berichtete). (dk)














Wenn ein Staat es fordert, würde Apple bereitwillig seine Kunden und deren Rechte verkaufen.