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Tokio 2020

Russischer Olympia-Wasserspringer zu Tom Daley: "Nicht anfassen"

Wiktor Minibajew, der dem schwulen Briten beim Synchronspringen unterlag, äußerte sich nach den Spielen homophob.


Goldjunge Tom Daley und Bronze-Gewinner Wiktor Minibajew (Bild: Daley / Instagram)

Der russische Wasserspringer Wiktor Eduardowitsch Minibajew, der bei den Olympischen Spielen in Tokio vor wenigen Wochen Bronze im 10-Meter-Synchronspringen holte, hat sich laut Xgay.ru abweisend über seinen britischen Konkurrenten Tom Daley geäußert. Der offen schwule Sportler hatte bei dem Wettbewerb Ende Juli sein erstes olympisches Gold geholt (queer.de berichtete).

Von einem russischen Wettbüro-Portal war Minibajew gefragt worden, wie es seine Sport-Gemeinschaft mit Daley halte, der "zugegeben" habe, schwul zu sein. "Jeder weiß es schon lange. Jeder geht damit anders um", antworte der 30-Jährige laut dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Auf die Rückfrage nach seiner Haltung fasste er sie dann so zusammen: "Fass mich nicht an und ich werde dich nicht anfassen."

Daley hatte in Tokio später noch eine Bronze-Medaille im Einzelspringen ebenfalls über zehn Meter geholt. Minibajew war dabei als Fünfter leer ausgegangen.

Bereits während der Spiele hatte LGBTI-Feindlichkeit aus Russland die Spiele überschattet: So hatte der Duma-Abgeordnete Alexej Schurawljow in einer Talkshow des Staatssenders Rossija 1 über Daley gesagt: "Wir stehen entschlossen gegen diese ganze Plumpheit und diese Perversion. Wir sind gegen diese Abscheulichkeit."

Auch andere Gäste der Sendung äußerten sich homo- und transfeindlich, während in einer anderen Sendung des staatlich kontrollierten Perwy kanal, der auch die Olympiade übertrug, der Moderator mit Zöpfchen-Perücke auftrat, um sich über die trans Gewichtheberin Laurel Hubbard lustig zu machen. In diesem Zusammenhang sprach er von trans Menschen als "Psychopathen". Das IOC hatte daraufhin diskriminierende Äußerungen verurteilt und Gespräche mit den Vertragspartnern angekündigt (queer.de berichtete).

Daley hatte sich dagegen in jenen Tagen noch mehr internationale Sympathie gesichert, als Aufnahmen seiner Häkel- und Strickkünste in den Zuschauerrängen zu einem viralen Hit wurden (queer.de berichtete). In seiner Heimat gilt der 27-Jährige seit seiner Kindheit als medial viel begleitetes "National Treasure". Als 19-Jähriger outete er sich erst als bisexuell, dann als schwul (queer.de berichtete). Seit 2017 ist er mit dem amerikanischen Drehbuchautor Dustin Lance Black verheiratet (queer.de berichtete), 2018 gaben die beiden die Geburt ihres ersten Kindes bekannt (queer.de berichtete).

Nach den Tokio-Spielen hatte Daley gesagt, dass er von den Anfeindungen in der "Blase" vor Ort nichts mitbekommen habe. Er hoffe, dass offene LGBT-Sportler*innen zu einem akzeptierenderen Klima beitrügen: "Es gibt zehn Länder, die an diesen Olympischen Spielen teilnehmen, in denen LGBT-Sein mit dem Tod bestraft wird. Ich bin sehr glücklich, das Team GB zu repräsentieren, als ich selbst auf dem Sprungbrett stehen zu können mit einem Ehemann und Sohn an meiner Seite, ohne mir Sorgen um Konsequenzen machen zu müssen."

Aber er wisse, dass es Menschen auf der ganzen Welt gebe, die in einer weniger glücklichen Situation seien, so Daley. "Ich hoffe nur, dass die Begegnung mit Sportler*innen in all diesen verschiedenen Sportarten dazu beiträgt, dass sich die Menschen weniger allein fühlen, sich wertgeschätzt fühlen und etwas erreichen können." (nb)



#1 Tante PutinaAnonym
  • 12.08.2021, 18:16h
  • Ähm, vielleicht WILL er dich auch gar nicht anfassen? So geil ist es halt leider echt nicht.
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#2 stephan
  • 12.08.2021, 19:00h
  • Antwort auf #1 von Tante Putina
  • Genauso ist es. Minibajew scheint ein echtes A...loch zu sein, das entweder homophob ist oder sich beim russischen Publikum oder den Oberar...löchern der Staatsspitze einschleimen will! Armselig, dumm und widerlich ist es auf jeden Fall!
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#3 WayneAnonym
#4 thorium222Profil
  • 12.08.2021, 20:04hMr
  • Hab ich's überlesen? Ich finde den Kommentar von dem Mini nicht homophop. Er wurde nach seinem Verhältnis zu Daley befragt und er hat gesagt, dass er ihn nicht anfasst und umgekehrt. Das entspricht doch einfach der Realität und ist gerade bei dem homophoben gesellschaftlichen Gruppendruck eine bemerkenswert zurückhaltende Aussage.
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#5 LegatProfil
  • 12.08.2021, 20:19hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #4 von thorium222
  • Bist du naiv? "Fass mich nicht an und ich werde dich nicht anfassen." ist eine unverhohlene Gewaltandrohung! Vor allem vor dem Hintergrund seiner Aussage, dass Daley "zugegeben" hätte, schwul zu sein. Das passt alles perfekt in die Welt von solchen Aggro-Typen. Hattest du etwa so viel Glück, einem solchen noch nie begegnet zu sein?
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#6 Taemin
  • 12.08.2021, 20:38h
  • Antwort auf #4 von thorium222
  • Ich verstehe das anders. Fasse mich nicht an und ich fasse Dich nicht an, das ist eine Drohung und heißt eigentlich: Wenn Du mich auch nur berührst, schlage ich Dich zusammen. Die Vorstellung, dass jeder schwule Mann darauf aus ist, jeden heterosexuellen Mann zu belästigen, steht dahinter und dass heterosexuelle Männer immer bereit sein müssen, sich gegen solche Angriffe zu wehren können.
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#7 MarcAnonym
  • 12.08.2021, 20:41h
  • Antwort auf #4 von thorium222
  • Das sehe ich anders. Nur weil es noch viel aggressiver ginge, noch ehrabschneidender und noch verletzender, ist nichts an dieser Aussage gut oder gar "nicht homophob". Letztlich bedeutet sie nämlich nichts anderes als "wenn du mich anfasst, gibt's aufs Maul!". Was von der impliziten Unterstellung, Schwule würden jeden Mann ständig ungefragt anfassen (wollen) bis hin zur Drohung schlicht und ergreifend homophob, aggressiv, ehrabschneidend und verletzend ist. Russische Tonlage eben.
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#8 SvenHAnonym
  • 12.08.2021, 21:04h
  • Antwort auf #7 von Marc
  • Ich finde für russische Verhältnisse ist seine Aussage eher als ein Statement der Toleranz zu sehen: "Lass mich in Ruhe und ich lass dich in Ruhe." Man muss bedenken, in welcher Gesellschaft er sich befindet.
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#9 LegatProfil
  • 12.08.2021, 21:23hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #8 von SvenH
  • "Ich finde für russische Verhältnisse ist seine Aussage eher als ein Statement der Toleranz zu sehen: "Lass mich in Ruhe und ich lass dich in Ruhe.""

    Das Statement ist vollkommen unnötig. Es reproduziert lediglich homophobe Klischees. Aber selbst wenn nicht, seit wann ist es "tolerant", jemandem Schläge nur für's Anfassen anzudrohen? Der aufgeklärte erwachsene Hetero reagiert dann einfach souverän und sagt, nein Danke. Nur der dumme, homophobe Aggro-Typ meint mit Gewalt drohen zu müssen und den nimmst du auch noch in Schutz?

    "Man muss bedenken, in welcher Gesellschaft er sich befindet."

    Was soll das nun wieder bedeuten? Weil er Russe ist und in Russland Staats-Homophobie herrscht, ist es plötzlich OK oder wie? Und wieso "Geselleschaft". Findest du es in Ordnung, dass er damit bei homophoben Landsleuten punkten will oder worauf willst du hinaus?
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#10 swimniAnonym