https://queer.de/?39716
Potsdam
Film-Regisseur Peter Fleischmann gestorben
Der Protagonist des Neuen Deutschen Films wurde vor allem mit dem Drama "Jagdszenen aus Niederbayern" bekannt.

Fleischmann 2019 in einem Filmgespräch und ein Ausschnitt aus "Jagdszenen aus Niederbayern" (Bild: Screenshot DFF, Bavaria Media)
- 12. August 2021, 16:10h 1 Min.
Der Kinoregisseur Peter Fleischmann ist tot. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Familienkreisen. Fleischmann zählte zu den wichtigsten Vertretern des Neuen Deutschen Films. Er wurde 84 Jahre alt. Zunächst hatte der "Tagesspiegel" berichtet.
Fleischmann bekanntestes Werk als Regisseur und Drehbuchautor ist das Drama "Jagdszenen aus Niederbayern" aus dem Jahr 1969. Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hauptdarsteller Martin Sperr erzählt es über alltägliche Ausgrenzungen – vor allem gegenüber dem 20-jährigen schwulen Mechaniker Abram.
Zu Fleischmanns weiteren Hauptwerken zählt der Science-Fiction-Film "Die Hamburger Krankheit" von 1979 über eine tödliche Seuche. In "Herbst der Gammler" von 1967 porträtierte er die Gegenkultur der Jugend.
In den 1990er Jahren war Fleischmann maßgeblich an der Rettung der Filmstudios in Potsdam-Babelsberg beteiligt und begleitete die Übernahme durch den französischen Mischkonzern Vivendi. Er gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. Im Jahr 2008 erschien Fleischmanns Roman "Die Zukunftsangst der Deutschen".
Wie seine Familie am Donnerstag bestätigte, starb der Regisseur und Autor am Mittwoch an den Folgen eines Sturzes. Fleischmann wohnte den Angaben zufolge zuletzt in Werder bei Potsdam. (dpa/cw)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
02:25h, VOX:
Medical Detectives – Geheimnisse der Gerichtsmedizin
Folge 62: Motive – Ein schwules Paar wurde ermordet, die Ermittlungen führen die Polizei ins Milieu weißer Rassisten, doch konkrete Hinweise auf den Täter gibt es nicht.
Serie, USA 1996- mehr TV-Tipps »















Ich hatte die "Jagdszenen aus Niederbayern" vor ein paar Jahren in Anwesenheit von Herrn Fleischmann sehen dürfen. Er wurde danach gefragt, ob er damit einen LGTB-Film gemacht habe - Fleischmann hat da etwas abgewunken, da es in einem noch viel universaleren Rahmen um Angepasste und Außenseiter, Mehrheit und Minderheit gehen würde.
Ziemlich bescheiden, denn eigentlich hat dieser Film Geschichte gemacht: Der erste bundesrepublikanische Spielfilm, der sich offen auf die Seite der Schwulen gestellt hat und den Artikel 175 kritisiert hat - Und dann auch noch viele Auszeichnungen gewonnen und als deutscher Oscar-Beitrag eingereicht!