Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39719

Berlin

CDU bezeichnet LGBTI-Schulaufklärung als "ideologische Experimente mit Kindern"

In der Hauptstadt wirbt die CDU mit AfD-Sprüchen um Wählerstimmen. Die Partei stellt infrage, ob an Schulen über queere Vielfalt gesprochen werden soll.


Die Hauptstadt-CDU will die Schule heterosexueller machen (Bild: Twitter / CDU Berlin)

Die Berliner CDU lehnt "sexuelle Vielfalt" an Schulen laut einer neuen Wahlwerbung ab. Beim Kampf um Stimmen für die Abgeordnetenhauswahl, die parallel zur Bundestagswahl am 26. September stattfindet, wollen sich die Christdemokrat*innen so von den Grünen absetzen, wie aus einer am Donnerstagmorgen veröffentlichten Twitter-Grafik hervorgeht.

In der Grafik zeigt die CDU angebliche grüne Positionen zu Bildungspolitik und stellt eigene Thesen gegenüber. In einem Punkt heißt es, die Grünen träten für "sexuelle Vielfalt in Kitas und Schulen" ein, was von der CDU mit einem "Daumen runter"-Symbol kritisiert wird. Dagegen hält die CDU mit den Worten: "Keine ideologischen Experimente mit Kindern." Diese Terminologie wird gewöhnlich von der AfD oder der polnischen Regierungspartei PiS verwendet, um queere Menschen abzuwerten.

Hintergrund ist, dass Berlin als erstes deutsches Bundesland 2009 einen Landesaktionsplan für die LGBTI-Akzeptanz beschlossen hatte, um gegen Homo- und Transphobie in allen gesellschaftlichen Bereichen vorzugehen, darunter auch in der Schule (queer.de berichtete). Laut dem neuen Umsetzungsbericht der Justizsenatsverwaltung (PDF) sollen etwa Gewaltpräventionsmaßnahmen bereits früh in Bildungseinrichtungen umgesetzt werden, um queerfeindliche Zwischenfälle an Schulen zu verringern. Als die CDU 2011 bis 2016 in Berlin als Juniorpartner der SPD mitregierte, trug sie diesen Aktionsplan noch mit.

Die Kampagne der CDU mutet bizarr an, da die Partei eigentlich in ihrem "Berlin-Plan" erklärt, sie wolle gegen LGBTI-Feindlichkeit vorgehen: "In unserer Stadt ist kein Platz für Homophobie, Intoleranz und Hass. Die Maßnahmen des Landes im Kampf gegen Diskriminierung werden wir fortführen und weiterentwickeln", heißt es darin. Auch in der Schule wolle man LGBTI-Feindlichkeit bekämpfen: "Wir wollen, dass die Themen Homosexualität und Diversität im Bildungsbereich integrativ-ganzheitlich, interdisziplinär und altersgerecht vermittelt werden."

Keine Macht dem Mobbing! Mit Idee 56 aus dem #Berlinplan wollen wir eine Anti-Mobbing-Strategie im Berliner...

Posted by CDU Berlin on Thursday, August 12, 2021
Facebook / CDU Berlin | Schizophren: Gegen Mobbing von Schüler*innen will die CDU vorgehen, macht aber gleichzeitig Stimmung dagegen, queere Schüler*innen zu schützen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Hauptstadt-CDU tut sich bislang schwer mit der Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Minderheiten: 2015 lehnte die Parteibasis etwa die Abschaffung des Eheverbots für Schwule und Lesben in einer Mitgliederbefragung ab (queer.de berichtete). 2018 hetzte die Partei – gemeinsam mit der AfD – gegen die Broschüre "Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben", mit der Kita-Fachkräfte im Umgang mit unterschiedlichen Lebensweisen vertraut gemacht werden sollen (queer.de berichtete).

Kritik in sozialen Netzwerken

An der Kampagne gab es viel Kritik in sozialen Netzwerken. Ein Nutzer schrieb etwa: "Stell dir vor es ist 2021 und die CDU positioniert sich gegen sexuelle Vielfalt. In Berlin." Ein grüner Twitter-Autor warf der CDU Heuchelei vor: "Einerseits aufm CSD auf Stimmenfang gehen und so tun, als würde man die queere Gemeinschaft unterstützen und dann hier wie die AfD rumpöbeln." Eine lesbische Mutter kritisierte die CDU mit den Worten: "Dass Kinder in den Schulen über queere Familien wie meine erfahren dürfen (und dass diese genauso toll sind wie Heterofamilien), ist für euch ein 'Ideologisches Experiment'?"

Statement des CDU Berlin-Landesvorsitzenden Kai Wegner zur Regenbogen-Flaggenhissung vor dem Konrad-Adenauer-Hauses, anlässlich des 43. Berliner CSD. (C)Berlin24-TV

Posted by LSU Berlin on Monday, July 26, 2021
Facebook / LSU Berlin | Im Juni warb die CDU noch während des CSDs um queere Stimmen, jetzt will sie LGBTI-Schulaufklärung abschaffen
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die grüne Landespartei reagierte auf Twitter mit einer "Korrektur" der CDU-Grafik und schrieb in Richtung des politischen Gegners: "Schämt euch".

Twitter / gruene_berlin
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Laut Umfragen deutet sich bei der Abgeordnetenhauswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD, Grünen und CDU um den ersten Platz an. In der zweiten Reihe kämpfen AfD, Linke und FDP um den vierten Platz, werden aber wohl alle mit Sicherheit im nächsten Parlament vertreten sein. Derzeit wird Berlin von einer rot-rot-grünen Koalition unter Führung der SPD regiert. (dk)



#1 gastAnonym
  • 13.08.2021, 10:49h
  • "Geht doch!" Hat zwar ein bisschen gebraucht aber jetzt hat ´s die CDU gelernt. Es war doch der Herr Strauß von der CSU, der einst sagte: "Rechts von uns gibt´s nix mehr."

    Jetzt aber meine Herr- und Damenschaften - frisch auf - ran an den Speck! Ironie off ....
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LaroxProfil
  • 13.08.2021, 10:57hFrankfurt
  • Ideologische Experimente Kindern abschaffen? Finde ich super! Schaffen wir endlich den Religionsunterricht in den Schulen ab!
    Lieber echte Aufklärung wie in Biologie statt in Religion.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LegatProfil
  • 13.08.2021, 10:59hFrankfurt am Main
  • Das sind die Vorschatten der nächsten Laschet-geführten Regierung. Die (angeblich) liberalen "Merkel-Jahre" sollen endgültig vorbei sein, "konservative Stammwähler" sollen zurückgewonnen werden, auch vom rechten Rand. Die nächste Regierungskoalition unter Führerschaft der CDU/CSU wird nochmal um ein Vielfaches konservativer, neo-liberaler und asozialer werden als die jetzige. Das "C" wird wieder aus der Mottenkiste geholt und findet wieder Einsatz in politischer Kampfrethorik. Lügen gegen den politischen Feind werden auch für die Regierung wieder selbstverständlich. Die USA haben es mit Trump vorgemacht, wir machen es nach, nur eben auf die verstaubte alt-westdeutsche Art.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 YannickAnonym
  • 13.08.2021, 11:06h
  • Es ist Aufgabe von Schule, Wissen über die Realität zu vermitteln. Dazu gehört auch Wissen über LGBTI.

    Wenn Bildung für die CDU ein "ideologisches Experiment" ist und sie lieber weiterhin Schüler dumm halten wollen, sollten sie kein Land regieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SosoAnonym
  • 13.08.2021, 11:06h
  • Aha, wenn jemand wie Armin Laschet

    - als Gastdozent an der Uni Prüfungsunterlagen verschlampt und dann Noten erfindet,

    - in seinem Buch plagiiert,

    - dubiose Maskendeals mit seinem Sohn aushandelt,

    - die Kohleförderung verlängert und den letzten deutschen Urwald abholzen will,

    - kritischen Journalisten aus dem Weg geht, weil er weiß, dass er inhaltlich nichts zu sagen hat,

    - bei Ansprachen des Bundespräsidenten an Flutopfer rumfeixt und sich köstlich amüsiert,

    dann ist das alles kein Problem. Damit kann man in der CDU/CSU Bundeskanzler werden.

    Aber wehe, Schüler erfahren, dass es auch noch andere Dinge außer Heterosexualität gibt. Das ist dann der Untergang des Abendlands...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LegatProfil
  • 13.08.2021, 11:07hFrankfurt am Main
  • Die CDU will also sexuelle Vielfalt an Schulen und in Kitas verbieten. Die sollen mal klarstellen, was genau damit gemeint ist. Welche konkreten Maßnahmen sind geplant? Ein Gesetz gegen Homo-"Propaganda" für Lehrer: innen? Ein Don't-Ask-Don't-Tell-Gesetz gegen Erzieher:innen? Sonderklassen für "bekennende" LGBTIAQ+ Jugendliche? Bücherverbote? Was denn genau, CDU?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LehrerAnonym
  • 13.08.2021, 11:13h
  • "Schwule Sau" und "Schwuchtel" sind schon an deutschen Grundschulen die beiden häufigsten Schimpfwörter. Das Mobbing von LGBTI ist eines der größten Probleme an deutschen Schulen und immer wieder halten Schüler den Druck nicht mehr aus und nehmen sich das Leben.

    Wenn Aufklärung das Mobbing nur ein wenig reduzieren kann und nur schon ein Menschenleben rettet, dann war es das schon wert.

    Wenn die Union angeblich Kinder und Jugendliche schützen will, würde sie das unterstützen, statt das zu verteufeln. Aber da sieht man wieder, dass die Union die Kraft ist, der es nicht um Fakten, sondern um Ideologie geht und die das sogar über das Wohl von Kindern stellt. Für billige Propaganda geht die Union über Leichen - im wahrsten Sinne des Wortes...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Julian SAnonym
  • 13.08.2021, 11:25h
  • Als die SPD in einem Wahlspot darauf hingewiesen hat, dass CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet von einem erzkatholischen Aktivisten gesteuert wird, gab es viel Gezeter in der CDU und man bat um einen fairen Wahlkampf.

    Aber jetzt hetzt die CDU gegen Minderheiten um mit Panikmache Stimmen zu bekommen und sie übernimmt AfD-Positionen, dass GLBT eine Gefahr für Kinder seien.

    Es muss verhindert werden, dass die CDU nochmal in Regierungsverantwortung kommt.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PeerAnonym
  • 13.08.2021, 11:28h
  • Ist die CDU angesichts aktueller Wahlumfragen schon so panisch, dass sie sich jetzt ganz offen der AfD anbiedern muss und künftige Koalitionen vorbereitet?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 LegatProfil
  • 13.08.2021, 11:44hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #9 von Peer
  • Ich glaube eher, es geht um's Abfischen vom rechten Rand. Die CDU hat es nie wirklich verwunden, so viele Rechtsradikale an die AfD zu verlieren und möchte diese nun "heimholen". Dabei geht die CDU selbstverständlich gerne über Leichen von in den Selbstmord getrieben "Randgruppen", welche die CDU sowieso nicht wählen würden (außer den opportunistisch neo-liberalen spahnlikes natürlich).
  • Antworten » | Direktlink »