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"Ja, ich will"

Schweiz: Song zum Ehe-Referendum veröffentlicht

Der Streit um die Öffnung der Ehe in der Schweiz wird auch musikalisch ausgetragen: Vor dem Referendum am 26. September singen eine Reihe von schweizerischen Musikstars: "Ja, ich will".


"Ja, ich will" soll das Wahlvolk dazu animinieren, beim Referendum am 26. September mit Ja zu stimmen (Bild: YouTube / Ehe für alle – JA am 26. September)

Das schweizerische "Komitee Ehe für alle" hat am Freitag den Song "Ja, ich will" veröffentlicht, mit dem für ein Ja beim Referendum zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben geworben wird. Im Lied heißt es unter anderem: "Manchmal liebt eine Frau eine Frau, manchmal liebt einen Mann einen Mann, Liebe kennt kein Geschlecht, sie ist niemals schlecht."

Das in den vier Landessprachen gesungene Werk kann unter anderem bei Apple Music und Spotify gestreamt werden und ist auch auf Youtube erhältlich (unter dem Youtube-Video befindet sich eine Übersetzung ins Hochdeutsche). Das Lied wird von elf in der Schweiz bekannten Sänger*innen interpretiert. Darunter befindet sich etwa Adrian Stern, der mit seinen stets in Ostaargauer Dialekt vorgetragenen Liedern bereits sechs Alben in den Top Ten der schweizerischen Charts platzieren konnte.

Eigentlich war die Gleichstellung Schwuler und Lesben im Ehe-Recht schon am 18. Dezember 2020 in beiden Kammern des schweizerischen Parlaments mit großer Mehrheit beschlossen worden (queer.de berichtete). Homo-Hasser*innen sammelten aber binnen 100 Tage mehr als die 50.000 notwendigen Unterschriften, um einen Volksentscheid zu erzwingen. Unterstützt wird das Referendum von Vertreter*innen der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP), der bibeltreuen Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) sowie der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP). Der Volksentscheid findet am 26. September statt, also am gleichen Tag wie die deutsche Bundestagswahl.

Umfragen sagen Mehrheit für Ja voraus

Umfragen zufolge können die Befürworter*innen der Ehe für alle mit einer Mehrheit rechnen. So sprechen sich laut einer am 9. und 10. August durchgeführten Befragung des Instituts Leewas 64 Prozent des Wahlvolks für die Gleichstellung aus, 35 Prozent wollen am Eheverbot für Schwule und Lesben festhalten. In der Umfrage zeigen sich vor allem Gegensätze zwischen Stadt und Land und Jung und Alt. So befürworten 75 Prozent der 18- bis 34-Jährigen die Ehe für alle, aber nur 54 Prozent der über 65-Jährigen.

???? Damit wir die Abstimmung zur #EheFürAlle gewinnen, müssen so viele Menschen wie möglich zur Urne gehen. ? Wer kann...

Posted by Gemeinsam weiter / JA zur Ehe für alle on Thursday, August 5, 2021
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LGBTI-Aktivist*innen mahnen allerdings trotz der Umfrageergebnisse zu Vorsicht, da bereits in der Vergangenheit Volksentscheide zu überraschenden Ergebnissen führten. So war es etwa überraschend, als sich 2009 bei der Abstimmung eine Mehrheit für ein "Minarettverbot" aussprach, also muslimischen Gläubigen pauschal untersagt wurde, ein Gotteshaus mit einem Turm zu bauen.

2016 hätten die Schweizer*innen mit ihrer Form der direkten Demokratie sogar fast das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Bundesverfassung verankert: Bei einem Volksentscheid zu einem vordergründig anderen Thema, mit dem durch die Hintertür die Verfassung in Bezug auf gleichgeschlechtliche Ehen verändert werden sollte, stimmten 49,2 Prozent des Wahlvolks mit Ja (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Das schweizerische Ehe-für-alle-Lied hat nichts mit dem gleichnamigen deutschen Ehe-Song von Rosenstolz und Hella von Sinnen zu tun, der 1999 veröffentlicht wurde. Nach der Veröffentlichung dauerte es in Deutschland noch 18 Jahre, bis Schwulen und Lesben endlich das Recht auf Eheschließung zugebilligt wurde
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#1 Nicht nachlassenAnonym
  • 13.08.2021, 13:19h
  • Auch wenn aktuelle Umfragen gut aussehen, ist noch nichts sicher. Das schlimmste wäre, wenn Leute nicht zur Abstimmung gingen, weil sie glauben, dass es sicher ist. Und dann wird es eben ganz schnell nicht mehr sicher.

    Deshalb bitte liebe Schweizer:
    geht alle zur Abstimmung.
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#2 userer
  • 13.08.2021, 14:12h
  • Darüber abstimmen zu lassen, ob einer Gruppe von Bürger*innen Menschenrechte zugestanden werden oder nicht, ist undemokratisch.
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#3 DemokratCHAnonym
  • 14.08.2021, 00:21h
  • Antwort auf #2 von userer
  • Normalerweise bin ich ein großer Verfechter von (basis-)demokratischen Elementen zur Korrektur von "denen" da oben. Aber bei Minderheitenrechte und vor allem Ehe für alle, beneide ich ein bisschen die USA oder andere Länder, wo die höchsten Gerichte diese Rechte durchgesetzt haben. Dann gibt es nämlich keine einfache Möglichkeit (außer einer Verfassungsänderung) mehr diese durch eine spätere Gesetzesänderung etc. wieder rückgängig zu machen....

    Andererseits lässt sich in der Schweiz ja sogar die Verfassung durch Volksinitiativen ändern, daher wäre in diesem Fall eine starke Mehrheit für die Ehe für Alle durchaus ein geeignetes Symbol, wenn alles klappt... ich drücke die Daumen.
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#4 Stefan84Anonym
  • 14.08.2021, 14:38h
  • Antwort auf #3 von DemokratCH
  • Gerade die USA sind ein katastrophales Vorbild für direkte Demokratie und das perfekte Beispiel dafür wie man es nicht macht. Es gab dort seit den 90ern Dutzende Abstimmungen um Rechte massiv einzuschränken. Gerade nachdem Gerichte diese anerkannt haben, da es in den Bundesstaaten lächerlich einfach ist die Verfassung zu ändern.

    Auch wenn ich nicht um die Rechte von Menschen geht läuft dort bei Volkabstimmungen zum Teil viel schief. Siehe z.B. das völlig korrupte System in Kalifornien
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#5 Sacra MentoAnonym
#6 Stefan84Anonym
  • 14.08.2021, 17:39h
  • Antwort auf #5 von Sacra Mento
  • Durch die Größe des Staates und des engen Zeitrahmens ist es nicht einfach die nötigen Unterschriften zu sammeln. In der Praxis führt dass dazu dass massenweise bezahlten Unterschriftensammler eingesetzt werden. Das ist teuer und es können sich fast nur reiche Hintermänner leisten. Dazu kommt danach die teure Werbung wie ihn jedem anderen Wahlkampf auch. Anders als man vielleicht denkt sind die meisten Volksentscheidungen dort daher kein Ausdruck der durchschnittlichen Bürger sondern dienen dazu die Einzelinteressen einer kleinen und reichen Oberschicht, bzw. der Industrie durchzusetzen. Das ist das genaue Gegenteil es ursprünglichen Zwecks.

    Es gibt auch allerlei andere Probleme mit dem System wie unklare Formulierungen, fehlende rechtliche Überprüfungen oder einfach die schiere Masse an Entscheidungen auf jedem Stimmzettel. Viele Leute verstehen gar nicht um was es eigentlich geht.
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#7 Sacra MentoAnonym
#8 daVinci6667
  • 15.08.2021, 17:45h
  • Antwort auf #3 von DemokratCH
  • Eine Zulassung der gleichgeschlechtlichen Ehe auf juristischem Weg ist in der Schweiz leider nicht möglich. Auch kannst du nicht vor einem Verfassungsgericht klagen, weil es bei uns ein solches schlicht nicht gibt. Man sagt bei uns halt, der oberste Richter ist das Volk.
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