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Einladung nach Thüringen

Linkenchefin Hennig-Wellsow umgarnt Wagenknecht

Sahra Wagenknecht hatte mit der Abwertung sexueller Minderheiten in ihrem neuesten Buch für Aufregung unter den Linken gesorgt. Trotzdem umgarnt die Parteispitze im Wahlkampf die prominente Politikerin, die sich über "immer skurrilere Minderheiten" empört.


Sahra Wagenknecht ist von "immer skurrileren Minderheiten" genervt (Bild: Deutscher Bundestag / photothek / Thomas Köhler)

Susanne Hennig-Wellsow, die Bundesparteichefin der Linken, hat Sahra Wagenknecht zu einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt in Thüringen eingeladen. Das berichtet der "Spiegel" am Freitag. Demnach wolle Hennig-Wellsow am 25. August gemeinsam mit Wagenknecht und deren Ehemann Oskar Lafontaine bei einem Wahlkampfauftritt in Weimar um Stimmen für ihre Partei werben. Hennig-Wellsow habe dies bestätigt.

Gegen Wagenknecht wird derzeit bei den Linken ein Parteiausschlussverfahren durchgeführt (queer.de berichtete). Anlass sind Äußerungen Wagenknechts in ihrem im Frühjahr erschienen Buch "Die Selbstgerechten" (queer.de berichtete). Dort kritisiert sie nicht nur "Lifestyle-Linke" die sich etwa für Bürgerrechte oder Umweltschutz engagieren, sondern beklagt unter anderem auch "immer skurrilere Minderheiten", die von der sozialen Frage ablenkten – dabei nennt sie als Beispiele "[s]exuelle Orientierung, Hautfarbe oder Ethnie" (queer.de berichtete). Trotz der verächtlichen Äußerungen wurde die 52-Jährige von der Linken NRW zur Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl gewählt (queer.de berichtete).

Wagenknecht weist Kritik zurück

Wagenknecht weist bislang Homo- und Transphobie-Vorwürfe zurück und verwahrt sich gegen Lob aus der AfD (queer.de berichtete). Immer wieder äußert sie sich aber abschätzig über geschlechtliche Minderheiten ("Ich weiß zum Beispiel gar nicht, wie viele Geschlechter es jetzt angeblich geben soll, und mir ist das auch egal"). Im Mai stimmte sie gemeinsam mit den Regierungsfraktionen und der AfD gegen ein Selbstbestimmungsgesetz für trans Menschen (queer.de berichtete).

Twitter / phoenix_de | Hennig-Wellsow kritisiert zwar gerne abwertende Kommentare von Politiker*innen – aber mit Sahra Wagenknechts Populismus hat sie aber offenbar kein Problem
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Hennig-Wellsow baut offenbar darauf, mit Wagenknechts Hilfe ein Direktmandat in ihrem Wahlkreis Erfurt – Weimar – Weimarer Land II zu erobern. Dies hatte die CDU vor vier Jahren noch mit knapp neun Prozentpunkten Vorsprung vor der Linken gewinnen können. Dem "Spiegel" sagte Hennig-Wellsow, sie wolle vor allem auf Ostthemen setzen: In Thüringen sei die Linkspartei durch "demokratischen Eigensinn und eine handfeste Politik statt leerer Versprechungen" zur Volkspartei geworden.

Twitter / schlueter_paul | Bei den Linken wird darüber diskutiert, ob man mit jemand wie Sahra Wagenknecht Wahlkampf machen soll
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Bereits im Juni hatte Hennig-Wellsow gemeinsam mit Co-Parteichefin Janine Wissler Wagenknecht gegen Kritiker*innen aus der eigenen Partei verteidigt (queer.de berichtete). (dk)



#1 VerteidigerAnonym
#2 klarsichtAnonym
#3 SakanaAnonym
#4 ArchivAnonym
  • 13.08.2021, 16:19h
  • Antwort auf #1 von Verteidiger
  • Es gab hier vor vielen Jahren einen regelmäßigen User, der sich zur Verteidigung und Glorifizierung der FDP die linke Hand abgehackt hätte und zur Leugnung von Homophobie in der EKD die rechte. Außer dem Eheverbot und der Leihmutterschaft hat ihn keine andere Diskriminierung je interessiert. Er hat jedes nichtssagende Lippenbekenntnis geglaubt, egal, wie massiv augenfällig queerfeindliches Handeln den Sonntagsreden widersprach.

    Ich hoffe doch, dass dieses ganze Elend jetzt nicht wieder täglich hier stattfindet. Auch die Freude an Fremdscham hat eine Grenze.
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#5 Girlygirl
  • 13.08.2021, 17:42h
  • Taktisch ist das ein kluger Schachzug von Henning-Wellsow, moralisch nicht. Im Osten hat die Linkspartei mit progressiven Forderungen sich doch schon immer zurück gehalten. Als dann die Flüchtlingskrise kam und Wagenknecht eine etwas kritischere Haltung hatte (ich weiß nicht mehr welche, es ging auf jeden Fall um den kleinen dt. Mann) gab es Empörung aus dem Westen, aber Applaus von manchen ostdeutschen Linken. Dass dann doch so viele zur AfD abgewandert sind konnte auch die Wagenknecht nicht mehr verhindern. Aber der Osten ist nach wie vor ein sicherer Hafen, es wird alles getan um Wähler*innen zu behalten. Wagenknecht ist nach wie vor ein prominentes und beliebtes Gesicht dort. Und ich meine die Rechnung geht auf: Gegen "Gender Wahnsinn" zu sein ist doch schon längst gesell. anerkannt.
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#6 KaiJAnonym
  • 13.08.2021, 18:04h
  • Genau. Henning-Wellsow hat Wagenknecht schon verteidigt. Sie zeigt jetzt auch unmissverständlich, dass die gewichtige Vorsitzende für eine queerfeindliche Politik der Linken steht. Nichts anderes drückt sie mit der Wahlkampfhilfe Wagenknechts aus, sollte sich irgendjemand eine Beteiligung der Linken an einer Bundesregierung wünschen. War da noch was mit einem Parteiausschlussverfahren?
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#7 tchantchesProfil
#8 muschi666Anonym
  • 13.08.2021, 23:32h
  • ich versuch jetzt mal, die hinter wagenknecht und ähnlichen stehende ideologie zu skizzieren.

    viele in der partei die linke, viele in der spd und manche bei den grünen, aber auch sonst einige menschen in deutschland/auf der welt folgen einer denkrechtung, die oft als "autoritäre linke" bezeichnet wird. für diese menschen soll das individuum sich möglichst den angeblichen kollektivinteressen (der schule, der fabrik, des volks...) unterordnen. in diesem denken ist eine nicht-heterosexuelle sexualität tendenziell ein störfaktor. klar denken nicht alle autoritären linken schlecht über homo oder trans, aber schon viele; und viele autoritäre linke haben ein normatives männlichkeits- oder geschlechterbild.
    auf sowas nimmt die parteiführung der "linken" rücksicht, trotz lederer und andern homos in der partei.

    die co-vorsitzende orientiert sich offensichtlich an leo trotzki, sie war bei linksruck und hält an deren zielen fest.

    de.wikipedia.org/wiki/Janine_Wissler

    de.wikipedia.org/wiki/Linksruck

    trotzki und lenin haben in kronstadt und der ukraine damals viele tausend unserer leute ermorden lassen. solange maßgebliche leute in dieser partei diese morde und andere bolschewistische untaten gutheissen, ist sie für mich nicht wählbar. (vom "antiimperialismus" fang ich lieber nicht an)

    im kampf um homosexuelle befreiung können für mich menschen, denen unsere verhältnisse zu freiheitlich sind, keine verbündete sein.
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#9 OutAndProud
  • 13.08.2021, 23:34h
  • Antwort auf #6 von KaiJ
  • ""dass die gewichtige Vorsitzende für eine queerfeindliche Politik der Linken steht""

    Wann hat die Fraktion der Linken queerfeindliche Politik gemacht und gegen unserer Interessen gestimmt?

    Zudem hast du offenbar keine Ahnung von Parteien.

    Jede*r kann eintreten und wie sich ein Parteimitglied entwickelt ist auch nicht klar.

    Ein Parteiausschluss hingegen ist nicht so einfach.

    Hier sind schon einige ganz schön selbstgerecht unterwegs.
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 14.08.2021, 07:43h
  • Antwort auf #8 von muschi666
  • Wagenknecht ist ein gutes Beispiel dafür, dass diese Leute den Autoritarismus auch dann gut finden, wenn er überhaupt nicht links, sondern völlig unsozial und zutiefst reaktionär ist.

    Sonst wären ihre Verteidungsreden für die Verbrechen des neozaristischen und oligarchischen Putinismus nicht erklärbar.
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