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Papis Loveday

"In den Achtzigern war deine Karriere vorbei, wenn die wussten, dass du schwul bist"

Bei "Promi Big Brother" spricht Topmodel Papis Loveday erstmals vor einem Millionenpublikum über seine Homosexualität sowie über seine Erfahrungen mit Homophobie und Rassismus.


Papis Loveday wurde 2014 als das bekannteste männliche, schwarze Topmodel der Welt beschrieben (Bild: Sat.1)
  • 14. August 2021, 07:20h, noch kein Kommentar

Öffentliches Coming-out bei "Promi Big Brother": Am Freitag berichtete das internationale Topmodel Papis Loveday in der Raumstation vor einem Millionenpublikum über seine Erfahrungen mit Homophobie und Rassismus. "Damals in den Achtzigern war deine Karriere vorbei, wenn die wussten, dass du schwul bist", sagte der 44-Jährige, der im Senegal geboren wurde. Seine Sorge: "Das kommt alles wieder. Das macht mir Angst."

Lovedays Homosexualität galt als offenes Geheimnis. Er selbst hatte sein Schwulsein zuvor in der Öffentlichkeit nicht zum Thema gemacht.

Loveday kommen beim Erzählen die Tränen


Papis Loveday auf dem Promofoto von Sat.1 (Bild: Sat.1 / Marc Rehbeck)

In seiner afrikanischen Heimat sei Queerfeindlichkeit an der Tagesordnung, berichtete Loveday seinen Mitbewohner*innen: "In den Neunzigern haben die Leute gesagt: Okay, lebe dein Leben, aber letztes Jahr kam das wieder: Da wurden Schwule auf der Straße geschlagen. Oder du landest für sechs Monate bis ein Jahr im Gefängnis. Und das im Jahr 2021. Das macht Angst! Und auch nicht gerade Hoffnung."

Fast täglich erlebe er im Alltag Rassismus, sagte Loveday weiter. Als Model habe er Jobs nicht bekommen, weil er schwarz ist: "Das Thema war: Schwarze verkaufen nicht. Aber ich kann nicht sagen: Ich mag keine Schwarzen. Ich denke über dich als Person und nicht als Farbe. Wenn ich über Menschen als Farbe denke, dann ist das Rassismus." Im Sprechzimmer kommen dem Model angesichts dieser Themen die Tränen. Bei seiner Rückkehr nimmt Paco Steinbeck ihn in den Arm und versichert: "Weinen ist keine Schwäche."

Glomex-Video | Papis Loveday über seine Erfahrungen mit Rassismus
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Papis Loveday wurde als Sohn eines Arztes mit drei Ehefrauen im Senegal geboren und wuchs mit sechs Geschwistern und 19 Halbgeschwistern auf. Nach dem Abitur zog er mit einem Sportstipendium in der Tasche für ein Informatikstudium nach Paris. Während seines Trainings für die Leichtathletik-WM wurde er als Model entdeckt. Er arbeitete für internationale Modehäuser, war Dauergast auf dem Laufsteg bei den Mailänder Modewochen und zierte zahlreiche Cover von Modemagazinen.

Als Laufsteg-Coach bei "Germany's Next Topmodel", Moderator bei "Austria's Next Topmodel" oder Juror bei "Switzerland's Next Topmodel" blieb der Senegalese seinem Metier auch im TV treu. Als Unternehmer brachte der 44-Jährige u.a. "Loveday Jeans" und "Champagne Papis"auf den Markt. Im Jahr 2020 sorgte er durch seine Anti-Rassismus-Rede vor mehr als 20.000 Menschen auf dem Königsplatz in München für Aufmerksamkeit.

Weitere queere Kandidat*innen

Neben Papis Loveday gibt es mit dem Reality-Sternchen Rafi Rachek einen weiteren schwulen Bewohner bei "Promi Big Brother". Nur ein kurzes Gastspiel hatte der queere Promi-Hellseher Daniel Kreibich, der die Show "aus medizinischen Gründen" bereits kurz nach Beginn wieder verließ (queer.de berichtete). Neu hinzu kam jedoch der offen bisexuelle Soap-Darsteller Pascal Kappés (queer.de berichtete). Auch Ballermann-Queen Melanie Müller wird gelegentlich als bisexuell bezeichnet. "Wir sind alle bi", meinte sie 2014 im Dschungelcamp. "Ich würde nur nie eine Beziehung mit einer Frau anfangen."


Mit Pascal Kappés gibt es auch einen bisexuellen Kandidaten bei "Promi Big Brother" (Bild: Sat.1)

"Promi Big Brother" läuft täglich bis zum Finale am 27. August bei Sat.1 (Sendestart variiert zwischen 20.15 Uhr und 23.15 Uhr). Moderiert wird die Show wie schon in den letzten Staffeln vom seit 2018 offen schwul lebenden Jochen Schropp und von Marlene Lufen. Durch die im Anschluss ausgestrahlte Sendung "Promi Big Brother – Die Late Night Show" führen Melissa Khalaj und Jochen Bendel, der sich 2014 als schwul geoutet hatte. (cw)