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England

FC Liverpool sauer über homophobe Fangesänge

Der Verein von Jürgen Klopp ermahnt seinen eigenen Fans: Seid doch bitte nicht homophob!


"The Kop" ist der Name der berühmten Liverpooler Fantribüne (Bild: cchana / flickr)

Die britische Fußballmannschaft FC Liverpool hat homophobe Gesänge ihrer Fans beim Auftaktspiel in der neuen Saison der Premier League beim ostenglischen Verein Norwich City verurteilt. Auf Twitter schrieb der im Nordwesten Englands gelegene Verein von Cheftrainer Jürgen Klopp: "Die Fangesänge sind beleidigend und unangemessen – diese Botschaft haben wir wiederholt so kommuniziert, gemeinsam mit den Kop Outs." Die Kop Outs sind der queere Fanclub des 19-fachen englischen Meisters. "Wir rufen unsere Unterstützer auf, sich an die Werte des Clubs, die alle Menschen einschließen, zu erinnern und derartige Gesänge in Zukunft zu unterlassen." Liverpool hatte das Auswärtsspiel mit 3:0 gewonnen.

Twitter / LFC

Während des Spiels hatten Liverpool-Fans den schottischen Mittelfeldspieler Billy Gilmour als "Strichjungen" ("Rent boy") geschmäht. Das Spiel wurde trotz der homophoben Einwürfe von Schiedsrichter nicht unterbrochen.

Die Beschimpfung von Gegnern als Strichjungen hat in England eine lange Tradition – und richtet sich besonders gegen Liverpools Liga-Konkurrenten FC Chelsea aus London. Demnach soll die Beschimpfung darauf zurückgehen, dass in den Achtzigerjahren ein Chelsea-Fan beim illegalen Sex mit einem Strichjungen erwischt worden sein soll. Der englische Fußballverband hat derartige Schmähgesänge bislang nie geahndet. Gilmour wurde beschimpft, weil er in dieser Saison von Chelsea an Norwich ausgeliehen worden war.

Twitter / GStarkeyMidha

Viele Fans spielten in sozialen Medien die Schmähgesänge herunter oder beschwerten sich, dass "Cancel Culture" dazu führe, dass im Fußball alles verboten werde. Andere stellten sich hinter die Kritik. So schrieb ein Sportfan: "Versucht euch doch mal in eine Minderheit hineinzuversetzen, die nicht die selben Privilegien hat wie wir."

Twitter / kingofsparks
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Die englische Fußballnationalmannschaft war bei der diesjährigen Europameisterschaft durch die Niederknie-Geste für Black Lives Matter aufgefallen. Außerdem trug der englische Teamkapitän beim 2:0-Sieg gegen Deutschland eine Regenbogen-Kapitänsbinde – wie es seit Beginn der EM schon Manuel Neuer getan hatte (queer.de berichtete). (dk)



#1 AtreusProfil
  • 16.08.2021, 17:18hSÜW
  • "Die Beschimpfung von Gegnern als Strichjungen hat in England eine lange Tradition..."

    Was für ein Befund! Traurig, ekelerregend und Sinnbild für die geistige und moralische Verfassung des Fantums im Paralleluniversum Spitzenfussball. Das gilt selbstredend nicht nur für die Insel.
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#2 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 16.08.2021, 22:06h
  • Homophobe Gesänge oder Sprechchöre gibt es nicht nur in Liverpool oder UK, sie gibt es auch hier. Und, wie dort, so wird das auch hier kaum geahndet.
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#3 Ith_Anonym
  • 07.09.2021, 20:49h
  • Wenn ich deren Motto lese oder höre, macht mein Gehirn da immer instant "And you'll ALWAYS WALK ALONE!" draus.

    Das wirkt dann mit der Melodie zwar etwas schräg, so in Dur, aber irgendwie hat es was. Und ist v.a. ehrlich genug, um es tatsächlich über die Lippen zu bekommen.
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