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"Prince Charming"

Blonder Hüne? Nicht mein Beuteschema!

Die Mentalität des Vorab-Aussortierens ist auch bei "Prince Charming" angekommen. Bereits zum Auftakt der dritten Staffel verlässt ein Kandidat freiwillig die Show. Prince Kim hat nun nur noch 17 schlanke, trainierte Männer unter 40 zur Auswahl...


Entspannt am Strand auf Kreta: Der 31-jährige Automobilkaufmann Kim Tränka aus Bremen ist der dritte "Prince Charming", der ab heute auf TVNOW auf eine sehr öffentliche Partnersuche geht (Bild: TVNOW)

Keine zwei Jahre ist es her, dass mit "Prince Charming" Deutschlands erste schwule Dating-Show Premiere feierte und sich als derart positive Überraschung entpuppte, dass es prompt den Grimme-Preis dafür gab. Nun geht bereits die dritte Staffel an den Start – und ausgehend von der ersten vorab gezeigten Folge lässt sich feststellen: Am bewährten Konzept wird bis auf weiteres nicht gerüttelt.

Na gut, ein paar winzige Veränderungen gibt es durchaus zu beobachten. Erstmals schließlich ist der Prinz blond – und lange (oder sagen wir mal: halblange) Haare hat er auch noch. Kim Tränka, aufgewachsen in Stade und mittlerweile in Bremen lebend, ist 31 Jahre alt, arbeitet als Automobilkaufmann und tritt zum Auftakt der neuen Staffel auf Anhieb ziemlich entspannt und auf nicht unsympathische Weise selbstbewusst auf. Die Vermutung liegt nahe, dass nach zwei Staffeln die Teilnehmer der Reality Show eben doch eine ganz gute Vorstellung davon haben, was sie erwartet, was zumindest einen Teil der anfänglichen Nervosität reduzieren dürfte.

Auch inkognito wird dem Prinzen viel Aufmerksamkeit zuteil

Neu ist auch, dass Kim zu Beginn der ersten Folge inkognito in die inzwischen hinlänglich bekannte Kandidaten-Villa auf Kreta einzieht und eine Weile lang so tut, als sei er nur einer der 18 Männer, die hier um den Prinzen buhlen. Ein netter Gag, den man sich bei der US-Vorlage der Sendung abgeschaut hat ("Finding Prince Charming" lief 2016 lediglich eine Staffel lang), der aber auch nicht wirklich tiefere Einblicke gewährt oder größere Konsequenzen hätte.


Prince Kim und die Kandidaten (Bild: TVNOW)

Bis Kim sich schließlich zu erkennen gibt und der Rest der Folge ihren gewohnten Verlauf nimmt, ist es höchstens erstaunlich, wie viel Aufmerksamkeit ihm zuteil wird, ohne dass jemand weiß, dass er der Prinz ist. Das mag natürlich schlicht am Zusammenschnitt des Kennenlernens liegen. Aber vielleicht ist es doch auch einfach so, dass ein Mann von 196 cm Körpergröße automatisch erst einmal Interesse auf sich zieht.

Eine halbwegs bunte und kurzweilige Mischung

Mindestens für einen der Kandidaten scheint allerdings groß und vor allem blond nicht das Richtige zu sein: Tatsächlich gibt es gleich in der ersten Folge einen freiwilligen Abgang zu vermelden, weil der Prinz nicht dem bewährten Beuteschema entspricht. Womit dann – wahrscheinlich nur konsequenterweise – die von Grindr, Tinder und Co. bekannte Mentalität des Vorab-Aussortierens also auch bei "Prince Charming" angekommen ist.


Noch nicht so ganz locker: Prince Kim im Gespräch mit Kevin und Flo (Bild: TVNOW)

Was die übrigen Männer angeht, scheint sich das Casting-Team wieder alle Mühe gegeben zu haben, eine halbwegs bunte und kurzweilige Mischung zusammenzustellen, auch wenn natürlich abermals keiner der Kandidaten älter als 40 Jahre ist und nach wie vor der Typ "schlank und trainiert" vorherrscht. Außerdem lässt schon die erste Stunde der neuen Staffel erahnen, dass es – wenig überraschend – zusehends Kerle mit einem gewissen Geltungsdrang und Sendungsbewusstsein in die Show zu ziehen scheint. Immerhin ist vom schockverliebt-bärigen Manfred über den hyper-aufgeregten Jean-Cédric bis hin zu Polizist Lucas, Marketingmanager Max (alias Dragqueen Char de Nay) oder dem besonnenen Arne, den Kim aus der norddeutschen Heimat bereits kennt, die Bandbreite groß.

Zwischen pathetischem Aktivismus und etwas (Selbst-)Ironie

Ansonsten kann man davon ausgehen, dass am längst etablierten Tonfall irgendwo zwischen rührend-pathetischem LGBTI-Aktivismus und einer guten Portion (Selbst-)Ironie auch in dieser Staffel festgehalten wird. Kims Ritt mit offenen Haaren und nacktem Oberkörper den Strand entlang ist jedenfalls schon mal ein angenehm augenzwinkernder Auftakt.

Mit der wirklich grandiosen, gerade erst zu Ende gegangenen Staffel "Princess Charming" wird nun das männliche Pendant in der dritten Runde sicherlich kaum mithalten können. Wer in den letzten beiden Jahren Spaß an diesem Format hatte, dürfte das allerdings ohne Zweifel auch dieses Mal wieder haben. Bleibt nur abzuwarten, wann in Zukunft dann vielleicht doch mal Ermüdungserscheinungen eintreten werden.

Direktlink | Die ersten 20 Minuten der dritten Staffel
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#1 NerdAnonym
  • 17.08.2021, 08:41h
  • Ich denke doch auch dass die inneren Werte zählen.
    Bei Langen Haaren hörts bei mir aber auf ^^
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#2 audeasAnonym
  • 17.08.2021, 13:07h
  • "[...] auch wenn natürlich abermals keiner der Kandidaten älter als 40 Jahre ist und nach wie vor der Typ "schlank und trainiert" vorherrscht."

    Und fast alle sind - leider - mal wieder weiß. Die attestierte Mühe des Casting-Teams kann ich nicht erkennen.
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#3 andreAnonym
#4 Homonklin_NZAnonym
  • 17.08.2021, 14:46h
  • Das Vorab-Aussortieren scheint da allerdings bereits bei der Formatkonzeption anzufangen, denn es fehlen auch etwa Körperbehinderte, Corona-Langzeitfolgeerkrankte oder Männer aus dem ungewöhnlichen groß/klein-Spektrum.

    Beuteschema ist allerdings ein ganz natürlich angelegtes Ding für Viele, die sich mehr oder weniger ernsthaft nach Jemand umsehen, mit dem sie wenigstens den gemeinsamen Traum verfolgen, über Jahre hinweg oder dauerhaft zusammen zu leben.
    Auch wenn es schon vorher klar sein muss, dass das Quatsch ist, dies über so eine Sendung zu erzielen, wirken halt natürliche Kräfte, und wenn Jemand zum Beispiel Siebzigjährige mit Rauschebart liebt, wird es wenig Sinn für ihn machen, irgendwo Ausschau zu halten, wo diese nicht hin gehen.

    Paarbindungsinteressierte wählen gewöhnlich binnen Sekundebruchteilen unter dem aus, was sie zuerst sehen können, bevor das Interesse daran auf dem Plan erscheint, welche Interessen die Person hat, oder was für eine Beziehungsform die sich vorstellen können. Das ist doch auch in der gesamten Szene so. Das Auge isst nicht nur mit, es gibt die Bestellung auf.

    Ich finds schon mal cool, dass 'Polizist' heute anscheinend okay sein kann. Früher hätte es das sichere Ende der Karriere bedeutet. Patrol safe ;)
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#5 Ith_Anonym
  • 17.08.2021, 15:20h
  • Bin gespannt, wie viele sich als trans* oder z.B. als HIV-positiv outen, so von wegen Diversity und LGBT-Empowerment.
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#6 EinspruchAnonym
#7 PiakAnonym
  • 17.08.2021, 17:01h
  • Antwort auf #6 von Einspruch
  • In der Tat, die Typenauswahl ist diesbezüglich wirklich sehr breit und entspricht schlicht der Lebenswirklichkeit.
    Eine größere Altersrange wäre im Hinblick auf das Alter von Prinz Charming übrigens verfehlt und unglaubwürdig.
    Ob (fast) alle schlank oder durchtrainiert sein müssen, wäre die wirklich kritisch zu hinterfragende Körperbezogenheit. Das dürfte dann auch mit Seherwartungen und Zuschauerwünschen zu tun haben.
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#8 EulenspiegelAnonym
  • 18.08.2021, 11:13h
  • Antwort auf #7 von Piak
  • Ich denke mal das die Hauptzielgruppe der Sendung Hetero-Frauen sind.

    So wie bei Romanen mit schwulen Hauptfiguren auch - die Hauptproduzenten und -Konsumenten sind hier auch Frauen.

    Dito bei Mangas - hier gibt es sogar eine Klasse die sich eigentlich nur an Frauen richtet.

    Für die Privatsender wäre ein Format nur für schwule Zuschauer eh zu klein - vor allem da man davon ausgehen kann das auch davon nur eine Minderheit die Sendung sieht (Mir und meinem Freund reicht da die Zusammenfassung ab und an bei Queer).
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