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Jetzt also doch

CDU Berlin löscht homophobe Werbekampagne

Nun hat die Hauptstadt-CDU doch reagiert und bei Twitter und Co. still und heimlich eine LGBTI-feindliche Kampagne gelöscht.


Die Hauptstadt-CDU sprach sich in der Kampagne gegen "sexuelle Vielfalt" aus (Bild: Twitter / CDU Berlin)

Die CDU Berlin hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kommentarlos eine Wahlkampagne gelöscht, in der sie LGBTI-Schulaufklärung als "ideologische Experimente mit Kindern" bezeichnet hatte. Eine entsprechende Grafik, in der die Christdemokrat*innen das Eintreten der Grünen für "sexuelle Vielfalt" kritisierten, ist derzeit auf Twitter, Facebook und Instagram nicht mehr aufrufbar.

Die Kampagne hatte zu heftiger Kritik geführt, auch weil die CDU dabei eine Rhetorik benutzte, mit der die AfD Stimmung gegen LGBTI macht (queer.de berichtete). Am Montag erklärte der Berliner Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) schließlich, dass die CDU die vergangene Woche gestartete Kampagne bedaure. Der queere Verband der Partei distanzierte sich zudem ausdrücklich von der "missverständlichen" Werbekampagne. Trotzdem war sie in sozialen Medien noch abrufbar (queer.de berichtete).

LSU dünnhäutig

Die LSU reagierte am Dienstag dünnhäutig auf Kritik an ihrer Distanzierung. So erklärte eine Mitarbeiterin der LSU Pankow auf Facebook unter anderem auf die Frage, warum die Kampagne, die angeblich von der CDU bedauert wird, noch immer in sozialen Medien zu finden war: "[W]er sachlich mit mir spricht, kann auch eine Antwort erwarten. Das ist in dem Fall nicht gegeben."

Aus aktuellem Anlass einer missverständlichen Aussage der CDU Berlin in einem Social Media Posting letzte Woche möchte...

Posted by LSU Berlin on Monday, August 16, 2021
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Konkret geht es bei der Kampagne um die Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt" (IGSV), die 2009 unter anderem Namen von der damaligen rot-roten Regierung ins Leben gerufen worden war. Als die CDU 2011 bis 2016 als Juniorpartner der SPD in Berlin mitregierte, trug sie diese Initiative mit. Laut dem aktuellen Umsetzungsbericht der Justizsenatsverwaltung (PDF) ist ein Ziel der Initiative, Gewaltpräventionsmaßnahmen bereits früh in Bildungseinrichtungen umzusetzen, um queerfeindliche Zwischenfälle an Schulen zu verringern.

In Berlin finden am 26. September, parallel zur Bundestagswahl, Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. (dk)



#1 EgalAnonym
  • 18.08.2021, 10:21h
  • Ob sie das jetzt wegen zu negativer Reaktionen und weil das nach hinten losgeht, löschen, ist irrelevant. Fakt ist, sie haben mit AfD-Positionen geworben und würden das auch weiterhin, wenn es besser ankäme.

    Unwählbar.
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#2 AtreusProfil
  • 18.08.2021, 12:07hSÜW
  • "...dabei eine Rhetorik benutzte, mit der die AfD Stimmung gegen LGBTI macht..."

    Wenn es nur noch Vergleiche mit Nazis und Rassisten vermögen, die amtierende christliche Regierungspartei dazu zu bewegen, die eigene Hasskampagne zurückzunehmen... Das sowas überhaupt den Weg in die Öffentlichkeit findet, ist Zeugnis dafür, dass die CDU unlängst Werte und Moral in Gänze abgewrackt hat. Aktuell auch an den Kommentaren mehrerer Parteigrößen erkenntlich, die vor der Wiederholung von 2015 warnen, im Angesicht zu Tode stürzender Menschen, die sich verzweifelt an startende Regierungsflieger klammern.

    Wer einen Wahlkampf auf Kosten von gesellschaftlichen Minderheiten führt, macht sich mit Putin, Orban und der PiS gemein, schürt Ressentiments und Hass und gefährdet letzten Endes Menschenleben für den eigenen Machterhalt.
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#3 Queere VielfaltAnonym
#4 Korinthen KKAnonym
  • 18.08.2021, 17:26h
  • Und genau deswegen war es richtig, dass eine andere Partei die Ansichten eines rechtskatholischen Mitglieds aufgezeigt hat. Was von den Medien in verlogener Weise als "Skandal" inszeniert wird, während die CDU unter dem Deckmantel von Religionsfreiheit eben solche Statements vom Stapel lassen kann. Dann ist es auf einmal ok.
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#5 SchonAnonym
  • 18.08.2021, 18:37h
  • Mir fehlt in der Aufstellung "Keine Freigabe von Drogen" aus dem Wahlprogramm der CSU der 90er Jahre.
    Bei so viel rückwärtsgewandter Tradition sollte man*frau die eigenen Wurzeln nicht vergessen.
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#6 WayneAnonym
#7 Keine_Macht_der_CDUAnonym
  • 19.08.2021, 09:59h
  • Verrückt, dass ausgerechnet die CDU gegen Ideologische Experimente an Schulen polemisiert. Gilt das auch für den Religionsunterricht? Und wieso ist das Abbilden von Realität auf einmal Ideologie? Kann es sein, dass sie in ihrer hetero- und cisnormativen Ideologie dermaßen feststecken, dass sie die Wirklichkeit nicht mehr sehen können oder wollen?

    Sichtbarkeit und Aufklärung wirken präventiv gegen Gewalt. Wer also Sichtbarkeit und Aufklärung an Schulen verhindert, möchte bewusst Gewalt fördern. Das gilt für Länder wie Polen und Ungarn, aber auch in Deutschland für Stimmen aus dem schwarz-blau-braun versifften Milieu
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