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Mehr Freiheiten

United Airlines erlaubt männlichen Flugbegleitern Schminke und Nagellack

Die amerikanische Fluglinie lockert ihre Richtlinien für das äußere Erscheinungsbild von Mitarbeiter*innen – und schafft einige sexistische Verbote ab.


United-Flugbegleiter*innen dürfen künftig bei der Arbeit mehr von ihrer Persönlichkeit in ihrem Erscheinungsbild zeigen (Bild: United Airlines)

Bei United Airlines können Fluggäste künftig auf Flugbegleiter mit langen Haaren, Schminke und Nagellack treffen, auch Tattoos dürfen Mitarbeiter*innen mit Kundenkontakt künftig offen zeigen. Das geht aus den neuen Richtlinien der großen US-Fluglinie zum äußeren Erscheinungsbild ihrer Mitarbeiter*innen hervor, die letzte Woche bekanntgegeben worden sind. Die neuen "Employee Appearance Standards" sollen am 15. September in Kraft treten.

Mit den neuen Richtlinien wolle die Fluglinie "unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Entscheidungsbefugnis geben, damit sie sich so präsentieren können, wie sie es am angenehmsten finden". Auf diese Art soll zu einem "positiven Arbeitsumfeld" beigetragen werden.

Allerdings herrscht bei United fortan nicht die Maxime "anything goes". Zwar dürften Mitarbeiter Schminke tragen, allerdings gilt wie bei Mitarbeiterinnen die Regel, dass diese "natürlich" aussehen müsse. Wenn Flugbegleiter lange Haare trügen, dürften diese höchstens zur Schulter reichen; außerdem müssten sie "sauber und ordentlich" aussehen. Auch der Nagellack müsse ins äußere Erscheinungsbild passen. Und die Tattoos dürften höchstens Scheckkartengröße haben und keine beleidigenden oder obszönen Inhalte enthalten.


So dürfen United-Mitarbeiter künftig ihre Haare tragen (Bild: United Airlines)

Die geschlechtergetrennten Bekleidungsrichtlinien wurden zuletzt zu einem Politikum in den USA, als die Bürgerrechtsorganisation ACLU Anfang Juni einen Brief an die Regionalfluglinie Alaska Airlines schrieb, weil diese eine*n nichtbinäre*n Mitarbeiter*in zwang, eine männliche Uniform zu tragen. Die betroffene Person Justin Wetherell erklärte damals: "Ich will nicht in eine binäre Uniform gezwungen werden, die mich nicht repräsentiert und dazu führt, dass ich bei der Arbeit mit dem falschen Geschlecht angesprochen werde."

United Airlines gehört neben American, Delta und Southwest zu den vier größten Fluglinien der Vereinigten Staaten. Der Hauptsitz der Firma liegt in Chicago.


Flugbegleiter mit farbigen Fingernägeln (Bild: United Airlines)

Debatten um Geschlechtergerechtigkeit sorgte zuletzt auch bei der Lufthansa für Schlagzeilen. Die größte deutsche Airline gab letzten Monat bekannt, ihre Gäste künftig mit geschlechtsneutralen Formulierungen an Bord willkommen zu heißen (queer.de berichtete). (dk)