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Homophobie

AfD-Politikerin bezeichnet Jens Spahns Kinderwunsch als "Genderideologie"

Mit Häme reagieren viele in der Rechtsaußenpartei auf Pläne des Gesundheitsministers zur Familiengründung.


Jens Spahn im September 2020 im Europaausschuss (Bild: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann)

Die AfD setzt im Wahlkampf weiter auf Homophobie: So machen sich mehrere Politiker*innen der Partei über den Kinderwunsch des 41-jährigen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), des einzigen offen schwulen Ministers im Bundeskabinett, lustig. Die baden-württembergische Bundestagskandidatin Christina Baum bezeichnete auf Facebook Kommentare Spahns zur Familiengründung als "Genderideologie". Außerdem deutete die Zahnärztin aus Baden-Württemberg an, dass sich der Minister seine sexuelle Orientierung ausgesucht habe ("Sie haben sich für Ihre Lebensweise entschieden").

Die 65-Jährige, die mit Listenplatz acht so gut wie sicher in den nächsten Bundestag einziehen wird, spottete über den seit 2017 verheirateten Politiker und seinen Ehemann: "...wer von Ihnen beiden soll denn nun 'Mamma' werden und das Stillen übernehmen?" Regenbogenfamilien kanzelte die Politikerin pauschal als egoistisch ab: "Das Kindeswohl hat immer Priorität und muss über den Egoismen Erwachsener stehen", so Baum. Die AfD-Politikerin hatte im Wahlkampf bereits ein pauschales CSD-Demonstrationsverbot in Deutschland gefordert (queer.de berichtete).


Bild: Facebook

Unter dem Eintrag Baums lassen viele Nutzer*innen ihrer Homophobie freien Lauf. Einer schrieb etwa: "Wie kann man im (Arsch) Kinder zeugen?" Mehrere weitere Personen nutzten offensichtlich schwulenfeindliche Anal-Analogien. Ein weiterer Nutzer erklärte schlicht: "Einfach widerlich." Zudem schrieb ein Fan der AfD-Politikerin: "Das ist nicht Gottes Wille, denn er erschuf Frau und Mann."

Auch auf weiteren AfD-Accounts in sozialen Netzwerken ergießt sich Häme über den Kinderwunsch Spahns. So twitterte der zum völkischen AfD-Flügel gehörende Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt, dass Spahn und sein Mann "ganz sicher" keine guten Eltern wären. Reichardt hatte mehrfach bei Bundestagsdebatten über LGBTI-Themen abschätzig über die Thematik gesprochen und Schlagworte wie "linksgrüne Gender-Ideologie" verwendet (queer.de berichtete).

Spahn hatte in einem Interview mit der "Bunten" erklärt, dass er und sein Ehemann zwar noch keine konkreten Pläne zur Familiengründung hätten, aber wegen ihres fortschreitenden Alters möglicherweise bald damit beginnen wollten (queer.de berichtete). Außerdem kritisierte der katholische Bundestagsabgeordnete das Segnungsverbot der katholischen Kirche für gleichgeschlechtliche Paare ("Es gibt Priester, die Meerschweinchen und Motorräder segnen. Aber zwei sich liebende, gläubige Menschen, die sich einen Segen wünschen für ihr Versprechen, lebenslang füreinander da zu sein, werden von der Kirche zurückgewiesen").

Spahn tritt zur Bundestagswahl bereits zum sechsten Mal in seinem nordrhein-westfälischen Wahlkreis Steinfurt I – Borken I an. Den Wahlkreis konnte er vor vier Jahren locker mit absoluter Mehrheit und mehr als 25 Prozentpunkten Vorsprung vor der SPD-Kandidatin Ingrid Arndt-Brauer gewinnen. (dk)



#1 gastAnonym
  • 19.08.2021, 12:16h
  • Dass die AfD den Kinderwunsch des Herrn Spahn wenig positiv bewerten würde, ist keine Überraschung. Wenn ich mir Herrn Spahns vergangene Aktionen anschaue die er sich geleistet hat, kann ich diesem Menschen auch nicht viel positives abgewinnen. Bei solchen Leuten frage ich mich: Was soll das Kind denn lernen von seinen Eltern? Mit entsprechenden Posten und Pöstchen gelten für mich und die Meinen andere Regeln und eine andere Moral? Ich kann sogar den BGH ignorieren? Hoffentlich erspart uns Herr Laschet diesen Politiker in Zukunft.
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#2 Schrott f DAnonym
  • 19.08.2021, 12:21h
  • Ach AfD-Uschi, dann poste doch das Gleiche mal bei deiner lieben Parteifreundin Alice Weidel, die das alles schön im stillen Kämmerlein macht.
    Schizo at its best.
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#3 AndreAnonym
  • 19.08.2021, 12:34h
  • Antwort auf #2 von Schrott f D
  • Ich hatte nur die Überschrift gelesen und dachte mir, entweder kam die Aussage von Nicole Höchst (AfD) oder ihrer Kollegin aus dem Süden Frau Dr. Baum (AfD).

    Und ich stellte fest, es war die Sprecherin des völkischen Flügels aus dem Süden: Frau Dr. Baum (AfD).

    Sie soll lieber Patienten behandeln als irgendwelchen Quatsch von sich zu geben.
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#4 zundermxeAnonym
  • 19.08.2021, 13:02h
  • Wie nicht anders zu erwarten war von der afd. Sehr einfach zu berechnen diese reflexartige Hetze der selbst ernannten aber-normal-partei.

    Ob der Politik-Profi Spahn und sein Ehegatte als Medien-Profi dies zu Beginn der heißen Phase des Wahlkampfes bedacht haben in eine überparteiliche Opferrolle zu gehen und so andere Themen, wie bspw Corona, Flut, Klima und Afghanistan etwas weniger Aufmerksamkeit zukommen zu lassen?
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#5 PetterAnonym
  • 19.08.2021, 13:32h
  • Es wäre nicht das erste schwule Paar mit Kindern und auch nicht das letzte.

    Ob das der AfD passt oder nicht, ist herzlich egal.

    Übrigens: auch deren Vorsitzende Alice Weidel lebt in einer lesbischen Beziehung mit Kindern. Findet die AfD das auch so furchtbar?

    Wenn ja, wieso ist das dann deren Vorsitzende?
    Wenn nein, wieso messen sie dann mit zweierlei Maß?

    Aber mit Logik braucht man denen wohl nicht zu kommen....
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#6 michael008Profil
  • 19.08.2021, 13:58hDüsseldorf
  • Antwort auf #1 von gast
  • Herr Laschet möge uns bitte nichts ersparen müssen, sondern vordringlich uns erspart bleiben.

    So wenig sympathisch mir Herr Spahn erscheint.
    Herr Laschet toppt dieses Gefühl der Abneigung bei mir noch bei Weitem.
    Eine weitere unionsgeführte Bundesregierung wäre wäre einfach grauslich.

    Und zu der Aussage dieser AfD-Unperson bezüglich Herrn Spahns Kinderwunsch fällt mir wirklich nichts anderes ein als mich ausgiebig zu erbrechen.
    Dieser Partei, ihren sämtlichen Vertretern und dem übergroßen Anteil ihrer Anhänger vermag ich nur tiefste Verachtung entgegen zu bringen.
    Und das liegt nicht nur an Ihrer Queerfeindlichkeit.
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#7 IsaakAnonym
  • 19.08.2021, 14:05h
  • Antwort auf #4 von zundermxe
  • Es wäre zumindest naiv anzunehmen, der Zeitpunkt der Ankündigung sei zufällig gewählt. Wie Sie ja selbst schreiben sind die beiden Profis und wissen genau, wann sie mit welcher Information an die Öffentlichkeit treten und warum.

    Wobei Spahn die Lage in Afghanistan oder der Klimawandel herzlich egal sein kann; das eine wird in 1-2 Wochen wieder vergessen sein und das andere ist im Bundestagswahlergebnis ohnehin schon eingepreist. Entscheidender ist, sich für einen Kabinettsplatz in einer neuen (schwarz-grünen?) Bundesregierung zu empfehlen. Evtl. als Wirtschaftsminister, wenn Altmaier abrückt.
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#8 IsaakAnonym
  • 19.08.2021, 14:10h
  • Antwort auf #6 von michael008
  • Ich kann mir keine Bundesregierung vorstellen, die ohne die Unionsparteien zustande kommen könnte. Rot-Rot-Grün ist angesichts der politischen Großwetterlage (zerstrittene aber hochideologische Linke vs. pragmatische und neubürgerliche Grüne) und der nach wie vor vollkommen inakzeptablen Linke-Positionen in Sachen Außen-, Verteidigungs-, und Europapolitik sehr unwahrscheinlich. Und für die Ampel müsste die FDP mitspielen, die bislang aber eher weniger Anstalten macht. Warum auch?

    So wird es wohl doch auf Bundeskanzler Laschet herauslaufen. Und Sie werden sehen, ist der erst einmal im Amt, werden die Beliebtheitswerte ganz schnell steigen. Genau wie bei Merkel.
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#9 michael008Profil
  • 19.08.2021, 14:48hDüsseldorf
  • Antwort auf #8 von Isaak
  • Offen gesagt lieber Isaak:
    Ich stimme Ihnen dahingehend zu, dass RRG wohl nicht zustande kommen wird, weil insbesondere die außenpolitischen Positionen der Bundes-Linkspartei wohl nicht mit den beiden anderen Partnern in spe zusammengehen werden.
    Wer nun, grün oder rot, einem solchen Bündnis gegenüber die größeren Vorbehalte hat, kann ich jetzt noch nicht halbwegs sicher abschätzen.
    Dass sich allerdings Herr Lindner einer Regierung unter einem Kanzler Scholz explizit verweigern wird, halte ich nicht für ausgemacht. Wesentlich komplizierter wäre für die FDP unter Frau Baerbock mitzuregieren.
    Was allerdings die Beliebtheitswerte von Herrn Laschet angeht:
    Falls trotz der offensichtlichen Mängel von Partei und Kandidat die nächste Bundesregierung wieder von der Union angeführt werden sollte...was ich befürchte aber niemals erhoffe...wäre es mir dann auch egal aber nicht verwunderlich, dass die liebe Bevölkerung sich wieder einlullen lässt und diese Person, die ich persönlich in jeglicher Hinsicht für entsetzlich inkompetent und und für die Sache der LGBTIQ* alles andere als zuträglich halte, plötzlich mit Sympathien überhäuft.
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#10 AtreusEhemaliges Profil
  • 19.08.2021, 16:25h
  • Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass mit inhaltlich gleicher Häme eine gewisse Frau Kelle von der Welt und Springer-Presse, die Berühmtheit durch demonstratives Deadnaming in der SPD-Onlinediskussion erlangte und 2016 queeren Menschen Heilbarkeit attestierte, ebenfalls Stimmung gegen Spahn und somit gegen alle anderen macht, die vom Familienbild der 1940er Jahre abweichen.
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