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Liverpool

Jürgen Klopp bezeichnet homophobe Fans als "Idioten"

Der ehemalige BVB-Meistercoach spricht Klartext: Diskriminierende Fangesänge hätten nichts im Fußball zu suchen.


Jürgen Klopp gewann 2011 und 2012 mit Borussia Dortmund die deutsche Meisterschaft, seit 2015 ist er Cheftrainer des FC Liverpool (Bild: Twitter / FC Liverpool)

Jürgen Klopp, der deutsche Trainer des Kultvereins FC Liverpool, hat in einem am Donnerstag vom Club veröffentlichten Interview Fans des eigenen Teams als "Idioten" kritisiert, die bei homophoben Fangesängen mitmachen. Hintergrund ist, dass beim Ligaspiel letzten Samstag gegen Norwich City ein Spieler des gegnerischen Teams als "Rent boy" (Strichjunge) beschimpft worden war (queer.de berichtete).

Klopp sprach in dem Interview mit Paul Amann, dem Gründer des queeren Liverpooler Fanclubs Kop Outs. Dabei erklärte der 54-Jährige: "Ich werde nie verstehen, wie man ein Lied, das sich gegen etwas richtet, im Fußballstadion singen kann." Er habe das noch nie gemocht – und das sei auch nicht notwendig: "Wir haben ja wahrscheinlich das beste Gesangsbuch in der Welt", erklärte Klopp mit Blick auf den 76 Jahre alten Vereinssong "You Never Walk Alone" aus dem Broadway-Musical "Carousel".

Direktlink | Liverpools Vereinssong wurde unter anderem von Showgrößen wie Schwulenikone Patti LaBelle interpretiert
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Zu den homophoben Fangesängen sagte der Coach: "Ich will das aus mehreren Gründen nicht mehr hören. Wir leben gerade in einer Zeit, in der wir sehr viel Neues lernen. Ich bin jetzt 54, aber als ich 20 war, haben wir viele Dinge gesagt, über die wir nicht nachgedacht haben. In den letzten 34 Jahren haben wir Gott sei Dank dazugelernt." Diese Fangesänge würden zudem dem eigenen Team nicht helfen.

Klopp: "Vergess das Lied und such dir ein neues aus"

Songs wie "You'll Never Walk Alone" verursache Gänsehaut, so Klopp weiter. "Das andere Lied ist durch und durch Zeitverschwendung und wenn du daran glaubt, was du singst, bist du ein Idiot. Wenn du nicht darüber nachdenkst, was du in dieser Situation gesungen hast, dann ist das auch Zeitverschwendung; vergess das Lied und such dir ein neues aus."

Die homosexuellenfeindlichen Fangesänge hatten am vergangenen Samstag keinerlei Konsequenzen für den FC Liverpool, der das Auswärtsspiel mit 3:0 gewann. Wenige Tage später erklärte jedoch Edleen John, die Gleichbehandlungssprecherin des englischen Fußballverbandes FA, derartige Beschimpfungen seien "widerlich" und müssten genauso wie rassistische Fangesänge aus dem Sport verschwinden. Man werde mit der Polizei zusammenarbeiten, um die Beschimpfung "Rent boy" als diskriminierend zu bewerten, so dass Fans strafrechtlich verfolgt werden können, so John im Fernsehsender "Sky Sports News".

Twitter / ShanklysBoys1
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Die Beschimpfung von gegnerischen Fußballern als "Rent boys" hat in England bereits eine lange Tradition. Sie richtet sich besonders gegen Liverpools Liga-Konkurrenten FC Chelsea aus London. Demnach soll die Beschimpfung darauf zurückgehen, dass in den Achtzigerjahren ein Chelsea-Ultra beim Sex mit einem Strichjungen erwischt worden sein soll. Hintergrund für die Schmähgesänge vom letzten Samstag ist, dass der beschimpfte Norwich-City-Spieler in dieser Saison vom FC Chelsea ausgeliehen worden war. (dk)



#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
#2 Alexander_FAnonym
  • 20.08.2021, 21:14h
  • Ich hätte mir nie träumen lassen, sowas mal von einem Fußballtrainer zu hören. Und das meine ich echt positiv. Es ist teilweise schon geil, dass wir 2021 haben, allem Ungemach der Welt zum Trotz.
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#3 LotiAnonym