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Leseprobe

Meine erste Liebe war ein thailändischer Moneyboy

In dem neuen Roman "Die Reisen des jungen Mr Happy" von Marco Höne sucht ein von Langeweile geplagter schwuler Mittdreißiger Erlösung in exotischen Reisen. Wir haben einen Auszug!


Archivbild: Junge Männer warten 2007 in Pattayas "Happy Bar" auf Kundschaft

Man kann davon ausgehen, dass Marco Höne Thailand besucht hat. Und auch Vietnam, Laos und Kambodscha, China und Nordkorea, Griechenland und Israel, Marokko und Island – all die Länder, über die der Ich-Erzähler in Hönes Romandebüt "Die Reisen des jungen Mr Happy" versiert berichtet.

Was der schwule Mr Happy auf knapp 200 Seiten erlebt, steht nicht im DuMont-Reiseführer und schon gar nicht im Prospekt des Tourismusbüros. Allen, die sich auskennen, kommt es jedoch sehr bekannt vor. Die Reiseberichte des rastlosen Mittdreißigers auf der Suche nach Erfüllung sind treffend und immer gut beobachtet, erfrischend ehrlich und mit einer Portion Zynismus selten politisch korrekt. Sein Beuteschema sind junge asiatische Männer, der "Körper schlank, der Po ein Apfel".

Das Wiesbadener Verlagshaus Römerweg nennt die "Die Reisen des jungen Mr Happy" einen "Entwicklungsroman, der im ewigen Jagen nach dem Glück die eigentliche Quelle der Unruhe entlarvt und letztlich die Angst vor der Sinnlosigkeit nimmt". Der folgende Text ist ein Auszug aus dem dritten Kapitel, in dem der Ich-Erzähler von seiner Begegnung mit Athiwat im thailändischen Pattaya berichtet. Später im Roman findet Mr. Happy mit dem Vietnamesen Hoàng übrigens einen längerfristigen Partner, doch leider gibt's Gayromeo…

Marco Hönes Debüt ist ein spannender, hoch unterhaltsamer und gleichzeitig kluger Roman, der in Pandemiezeiten erst recht die Reiselust weckt! (mize)

Meine erste Liebe war ein thailändischer Moneyboy


"Die Reisen des jungen Mr Happy" ist im Verlagshaus Römerweg erschienen

Thailand ist ein Synonym für Sextourismus. Tausende Urlaubs-Freier vögeln sich jedes Jahr durch die Legionen asiatischer Sexarbeiter. Ich wurde einer davon.

Ich bin mit diesem Vorsatz nach Thailand geflogen. Nach der Beziehung mit Ferdinand war ich drastisch untervögelt. Dazu gesellte sich das Gefühl, meine sexuelle Identität noch immer nicht richtig ausgelebt zu haben.

Natürlich war mein Ziel Pattaya. Wenn Hollywood die Traumfabrik ist, dann ist Pattaya die böse Schwester, die jedem Schwein, sofern es Geld hat, einen roten Teppich ausrollt. Eine Stadt aus einem Fiebertraum von Michel Houellebecq. Hier gibt es nicht bloß einen kleinen Rotlichtbezirk. Die Stadt ist der größte Freiluftpuff der Welt. Keine Straße, in der einem nicht auf die ein oder andere Weise ein anrüchiges Angebot gemacht wurde. Die zentralen Straßen waren ganztägig von dutzenden Prostituierten bevölkert, die wie Tauben auf einer Wäscheleine vor den Bars saßen, um rotzbesoffene Briten zu bezirzen. Das war der Mainstream. In den dunklen Ecken sah ich einen Mann mit seinem Motorroller immer wieder um den Block fahren. Er war so fett, dass er aussah wie ein Elefant auf einem Dreirad. Immer mal wieder kam er ins Gespräch mit Kindern, die an Straßenecken warteten und von denen ihm manch eines auch mal keck in den Schritt fasste.

Die Homo-Welt des Bezahlsex spielt sich in den Quartieren "Boyztown" und "Sunee Plaza" ab. Hier hat man die Wahl zwischen einer Vielzahl von Stripclubs und Bierbars, in denen man das Personal gegen eine Gebühr auslösen kann. Denn: Prostitution ist in Thailand verboten. Was man offiziell macht, ist den Kellner auszulösen, weil er ja nicht arbeiten kann, wenn er mit dir unterwegs ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Laden menschenleer ist und zwölf Kellner gelangweilt am Tresen stehen – offiziell zahlt man dem Ladenbesitzer eine Entschädigung für die Abwesenheit -, etwa zehn Euro. Natürlich erwartet der Auslösende Sex und natürlich macht der Ausgelöste das in Erwartung eines "Trinkgeldes" zwischen 20 und 40 Euro.

Ich wohnte in einem Apartmenthaus, dem Condomium, das von oben bis unten mit Sextouristen und ihren käuflichen Liebschaften besetzt war. Ein Höllenloch für Versagerfantasien. Mein Vermieter war der österreichische Honorarkonsul in Pattaya. In seinem Büro gegenüber regelte er diplomatische Kleinigkeiten und versorgte die Ficker mit einer Heimstätte. Direkt neben meinem Apartment feierte eine Männer-Reisegruppe Dauerorgien und ließ dabei völlig schamlos die Tür offenstehen. Niemand nahm Anstoß daran. Moral und Anstand sind in Pattaya verlorengegangen, als die Stadt im Vietnamkrieg zur Amüsierhauptstadt von amerikanischen Soldaten im Fronturlaub wurde. Pattaya ist voll von besoffenem Wahnsinn, der in Strömen von geilem Schweiß die Gosse hinabfließt. Es gefiel mir dort.

Am ersten Abend ging ich mit Wodka als Mutmacher in den Adern durch "Sunee Plaza". Ich war nervös, weil ich noch nie käufliche Liebe in Anspruch genommen hatte und betrunken mit der Überforderung durch Geilheit und Angst kämpfte.

Bereits nach wenigen Metern sah ich ihn vor einer Bierbar sitzen und abwesend in die Welt glotzen. Seine schwarzen Manga-Augen suchten nichts. Seine Nase teilte als dünner Strich das Gesicht in zwei symmetrische Hälften. Seine Haut war makellos, sein Körper schlank, der Po ein Apfel: Er war mein absoluter Traumtyp – ohne jeden Abstrich. Ich konnte nicht glauben, dass dieses Juwel dort einfach saß und ich die Chance hatte, es zu berühren.

In dem Willen, die Sache ohne Selbstzweifel durchzuziehen, setzte ich mich direkt zu ihm. In zahllosen Ficker- Foren im Netz war beschrieben worden, was zu tun ist:

"Darf ich dich zu einem Bier einladen?"

Sein Bier wurde teurer berechnet als meins. Der sogenannte "Ladydrink". Er lächelte und begann eine Reihe von Fragen abzuspulen, die ihm vermutlich halfen, meinen finanziellen Rahmen abzustecken:

"Baby, wo kommst du her?"
"Wie alt bist du, Baby?"
"Zum ersten Mal in Thailand?"
"Wie lange bleibst du, Baby?"
"Welches Hotel, Honey?"

Ich antwortete wahrheitsgemäß, hatte mir aber sagen lassen, Deutsche gelten aufgrund ihres Geizes als schlechte Kunden. Weswegen ich aus mir einen Schweizer machte. Wer von uns war die Venusfalle?

Ich bestellte noch eine Runde Bier. Mittlerweile auch für zwei seiner Freunde, die ebenfalls nichts zu tun hatten und kaum weniger geil waren.

"Würdest du mit mir aufs Zimmer kommen?"
"Ich weiß nicht, ich muss arbeiten, kriege ich ein Trinkgeld?"
"Natürlich kriegst du ein Trinkgeld."
"Kurze Zeit oder lange Zeit?"

Ich war auf diese Frage nicht gefasst, wollte aber nicht unsicher wirken: "Lange Zeit."

Er tuschelte mit seinem Freund, der sagte dann:
"Besser erstmal kurze Zeit. Vielleicht magst du ihn nicht mehr, wenn du gekommen bist."

Aus irgendeinem Grund fragte ich seinen Freund zurück: "Ist er passiv?"
"Ja, ja, er macht das."
"Wie viel Trinkgeld zahlst du, Baby?"

Jetzt kam der kritische Moment und aus der Perspektive eines klugen Händlers versaute ich es, aber es war mir unangenehm über Sex zu feilschen.

"Wie viel willst du denn?"
So eine Frage stellt man nicht.
"1300 Baht."
"Ok, du kriegst 1300 Baht."
Owned!

Überrascht von meiner Antwort stand er auf und küsste mich auf den Mund. Ich begriff, dass gerade meine Dummheit abgefeiert wurde, aber es war mir egal. Ich wollte ihn und ich hatte das Geld.

Einen kurzen, stummen Spaziergang später – bei dem er seinen Kollegen in "Sunee Plaza" die Zunge raus- streckte – befanden wir uns auf meinem Zimmer.

Die Security des Apartmenthauses bedachten uns mit keiner größeren Aufmerksamkeit. Mein Begleiter, der den Namen Athiwat trug, musste lediglich seinen Ausweis abgeben. Irgendwie hatte ich einen Blick der Verachtung erwartet. Ein Blick, der mir nachruft: "Ich weiß, was du in meinem Land tust, und ich verachte dich dafür."

Aber in der Schublade der Security stapelten sich dutzende Ausweise von dutzenden Sexarbeitern, die vermutlich in dem Moment, in dem wir im Aufzug standen, mit einem Haufen Schwänze beschäftigt waren. Es gab nur zwei Regeln in dem Haus: 1. Keine Drogen und 2. Kein Gast durfte unter 18 sein.

Meine herbeigetrunkene Selbstsicherheit wirkte nicht auf meinen Penis. Athiwat bemühte sich, aber meine Erektion war eine nervöse Zuckung, die schnell in sich zusammenfiel. Was mich irritierte war, dass er wirkte, als törne ihn das Ganze an. Ein Teil der Dienstleistung? Da kam mir der Gedanke: Diese Illusion ist geiler als alles, was ich bisher auf kostenloser Basis erlebt hatte.

Nie hatte ich mich so begehrt gefühlt. Frustriert schlief ich ein, nachdem wir es aufgegeben hatten, und bezahlte ihn trotzdem für die ganze Nacht. Er schaute noch stundenlang begeistert Fernsehen und streichelte mich. Meine Eier taten weh, aber ich fühlte Glück.

Ich hatte davon gelesen, dass es zum Geschäftsmodell gehört, die Kunden nicht nur für einen Fick zu begeistern, sondern sie so lange als möglich an sich zu binden. Ich hatte mich darauf vorbereitet. Bereits am Abend hatte ich mehrfach erwähnt, dass ich ein "Butterfly", ein Schmetterling, der von Blume zu Blume fliegt, sei. Dies ist ein Codewort, um klarzumachen, dass man nur eine Nacht will. Aber nichts bereitet dich darauf vor, wenn du morgens in den Armen deines Traumtyps aufwachst, er dich fragt, ob du mit ihm den Tag verbringen willst und dafür eine für deutsche Verhältnisse lächerliche Summe von 40 Euro fällig wird. Ich hatte Angst, ihn nicht mehr loszuwerden, machte ein Bier auf und sagte "Ja". Ich sprang in die Venusfalle.


Marco Höne beschreibt sich selbst als "Hobby-Artikelschreiber, Teilzeit-Politiker und Möchtegern-Bestseller"

Aus einer Nacht wurden drei Wochen. Ich gönnte mir 21 Tage lang eine 24-Stunden-Begleitung. Bukowski schrieb, dass man bei Nutten mehr über das Leben lernen konnte, als bei allen Lehrern dieser Welt. Tagsüber hingen wir am Strand ab, nachmittags vögelten wir und dann gingen wir abends zu seiner Arbeitsstätte, wo wir die ersten Biere des Abends tranken und ich ihn für den nächsten Tag auslöste. Dann stürzten wir gemeinsam in der Walking Street bei Thai Karaoke ab. Ich lernte einige Lektionen über Armut, Liebe und darüber, wie gut sich das Schlechte anfühlen kann.

Athiwat zog in mein Apartment ein und benahm sich, als wäre ich der tollste Typ der Welt. Er suchte Nähe, er griff auf der Straße nach meiner Hand – er fing sogar an, mir kleine Geschenke zu machen und war immer darum besorgt, dass ich keine gute Zeit haben könnte. Ich stand permanent im Mittelpunkt.

So etwas hatte ich zuvor nie erlebt. War mein Unglück ein unbefriedigter Narzissmus gewesen? Morgens legte ich diskret ein paar Scheine auf den Tisch und ging duschen, damit ich nicht sah, wie er sie einsteckte. Damit ich nicht gezwungen war, zu begreifen. Sie waren einfach weg, wenn ich zurückkam und ihm einen Klaps auf den Hintern gab. Seine Zuneigung war eine Illusion, aber meine Begeisterung für ihn wurde Realität.

Immer mehr verstrickte ich mich in die Fantasie, es mit einer waschechten Pretty Woman-Geschichte zu tun zu haben. Wie in dem Film Same Same But Different. Der reiche Europäer und der Slumdog verlieben sich in einander. Die Erfüllung einer Liebesbestimmung. Pures Schicksal. Slapstick-Episoden wie sein hilfloser Versuch, eine Mikrowelle zu bedienen, bestätigten mich darin, dass schnulzige Romanzen doch nicht nur Hollywoodschaum sind. Alle hinsetzen und das Maul halten, mein Märchen hat begonnen. Jeden Morgen massierte ich ihn. Manchmal ließ ihn das nochmal einschlafen. Dann stand ich grinsend da, aß einen Toast und fühlte die Schmetterlinge im Bauch Humpa tanzen.

Betrunken notierte ich klarere Gedanken in mein Tagebuch: "Das ist Pattaya. Du pisst 10.000 Kilometer von deinem Leben entfernt besoffen in ein Waschbecken. Auf deinem Balkon liegt ein Stricher im Koma, den du am Mittag ohne Kondom gefickt hast und der dir für 40 Euro Tagesgage ein intensiveres Gefühl von Liebe gibt, als jemals jemand zuvor."

Das Risikoverhalten beim Sex entwickelte sich schnell zum Problem und hing mit dem Wesen von Pattaya zusammen. Warum solltest du den Teufel fürchten, wenn du sowieso schon in der Hölle sitzt? Weitab von Gottes Blicken. Du denkst, du bist unantastbar, egal wie gestört deine Gedanken und Sehnsüchte sind. Egal, ob du ohne Helm mit 70 Stundenkilometern im Zickzack auf einem Moped besoffen durch den Verkehr rast. Pattaya ist ein zynischer Cocktail aus STI, Bier, Armut und Dauergeilheit. Gut durchgerührt mit Filmrissgarantie. Der örtliche Knast ist voll von Leuten, die es übertrieben haben. Die krachend über jede ethische Grenze gefahren sind. Mein HIV-Test nach dem Urlaub war negativ. Ich hatte unverdientes Glück.

Infos zum Buch

Marco Höne: Die Reisen des jungen Mr Happy. Über das ewige Jagen nach dem Glück und die Flucht vor der Sinnlosigkeit. Roman. 192 Seiten. Verlagshaus Römerweg. Wiesbaden 2021. Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag: 13 x 20,3 cm, 20 € (ISBN: 978-3-7374-1174-5). E-Book: 20 € (ISBN: 978-3-8438-0684-8).


#1 LotiAnonym
  • 21.08.2021, 09:19h
  • Es ist mit Sicherheit ein aufrecht ehrlicher Roman über die käufliche Liebe. Daran hege ich keine Zweifel.
    Ich kannte eine Arbeitskollegen, der jedes Jahr verlängerten Urlaub nahm um dann ca.3 Monate im deutschen Winter nach Thailand zu fliegen. Mit dem Tripper Klipper. So nannte man damals diese Flüge. Wenn er zurückkam unterhielten wir uns natürlich auch über seinen Urlaub. Er behauptete Stock steif und fest nur wegen des guten Klimas und all der guten Freunde aus verschiedenen Ländern, die er dort traf immer wieder hinzufliegen. Irgendwann erfuhr ich dann, das er ein Boyliebhaber sei. Er ist bis zu seinem Tod mit 75 immer wieder nach Thailand geflogen. Eines Tages kam er nicht mehr zurück. Er verstarb in dem Land seiner Begierde.
    Da ich früher selbst eine Zeitlang für Geld angeschafft hatte, war es einfach für mich undenkbar jemals im Leben auch für Sex bezahlen zu müssen. Das habe ich bis heute so gehalten. Ich kann mir dieses ganze halbherzige Getue um Liebe zueinander einfach nicht in echt vorstellen. Aber es gibt ja bekanntlich die berühmten Ausnahmen.
    Sieht man ja in Deutschland sehr häufig. Thailänderinnen mit ihren Deutschen Ehemann an der Seite. Daran finde ich auch nichts verwerfliches.
    Aber kein Grund für mich jetzt diese Werberomanze in Buchform für männliche Prostitution unbedingt zu kaufen.
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#2 LotiAnonym
  • 21.08.2021, 09:34h
  • Im übrigen sagt man das gleiche auch zu Marokko. Wie in Thailand wissen auch in Marokko sogar die Familien der dort arbeitenden Stricher davon, woher das Geld für ihre Familie herstammt.
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#3 LarsAnonym
#4 DetailsAnonym
  • 21.08.2021, 11:40h
  • Antwort auf #1 von Loti
  • Habe eben auf Amazon mal in das Buch hineingeblickt und die ersten Seiten gelesen inklusive den Abschnitt über Israel. Eine "Werberomanze in Buchform für männliche Prostitution" scheint es dann doch nicht zu sein!
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#5 SchnuckiputzAnonym
#6 Traurige WahrheitAnonym
  • 21.08.2021, 12:34h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Schon mal dran gedacht, dass es vielleicht auch Menschen gibt, für die käufliche Liebe die einzige Art von Liebe ist, die sie bekommen.

    Weil sie vielleicht optisch nicht dem Ideal entsprechen, zu alt sind, weil sie behindert sind, o.ä. Aber auch diese Menschen haben Bedürfnisse nach körperlicher Nähe und nach Sexualität.

    Aber selbst wenn nicht, finde ich daran absolut nichts verwerfliches. Solange der Anbieter dieser Dienstleistung das freiwillig macht und zu nichts gezwungen wird, ist das für mich in Ordnung.

    Und zumindest bei Heteros gibt es ja Studien, wonach käuflicher Sex auch die Zahl der Vergewaltigungen massiv senkt.

    Insofern kann ich nur sagen:
    jeder wie er mag. Solange alle Beteiligten damit einverstanden sind.
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#7 zundermxeAnonym
  • 21.08.2021, 12:35h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Naja, die Meinung ist frei.
    Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen, Werte, Weltbilder usw.

    Sex und/oder Zuneigung (von Liebe würde ich in dem Zusammenhang in aller Regel nicht sprechen wollen. Wobei wir alle ja auch völlig unterschiedliche Vorstellungen und Erfahrungen von/ mit der Liebe haben) für eine Gegenleistung kann armselig sein aber auch das genaue Gegenteil.
    Nicht wenige Ehen basieren auf dem Prinzip.
    Die direkte und offensichtliche Art dieses Handels ist eben Sex und/ oder Zuneigung gegen Geld.
    Kenne die verschiedenen Rollen (bezahlt werden, selbst bezahlen oder Vermittler sein) des sogenannt ältesten Gewerbes der Welt aus eigener Erfahrung, wenn auch nur temporär und nie als alleinigen Lebensstil.
    Wenn diese Zeit für mich auch schon längst vorbei ist, kann ich zumindest für mich sagen, dass ich die Zeit in aller Regel genossen habe (längst nicht nur aus sexueller Perspektive) und allein ob eigener Erfahrungen erstmal Null moralische Schranken oder Wertungen habe, wenn sich zwei selbstbestimmte Menschen dafür entscheiden. Klar ist aber auch, dass es nie generell gut oder schlecht ist.
    Manche können es. Andere zerfrisst es.
    Egal, ob Zahler oder Bezahlter (bei der Betrachtung ist jede Art von Zwangsprostitution ausdrücklich ausgeschlossen).

    Sextourismus kenn ich aus persönlicher Erfahrung nicht. Allein schon, weil ich es für überflüssig halte für Sex extra ne Reise anzutreten.
    Doch typische Buchungszahlen vom Männerüberhang gen Thailand und Frauenüberhang gen karibische Länder legen die Vermutung nahe, dass es nicht die Sache einiger weniger ist.

    Die Leseprobe im Artikel finde ich treffend geschrieben. Hätte wohl weiter gelesen, wenn sie länger gewesen wäre.
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#8 daVinci6667
  • 21.08.2021, 12:45h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Habe ebenfalls noch nie im Leben für Sex bezahlt noch mich bezahlen lassen.

    Doch keiner weiss was kommt. Deshalb bemühe ich mich keinen zu verurteilen.

    Die wenigsten Paare sterben gemeinsam. Einer wird übrig bleiben.

    Und wenn Du dann mit 70, 80, oder 90 noch Bock auf einen echten Männerkörper hast und Porno vielleicht nicht ausreicht?

    Keine Ahnung ob ich dann vielleicht doch?
    Schwieriges Thema.

    Wie man als junger, gesunder Mann jedoch auf die Idee kommt für Sex zu bezahlen, dafür habe ich weniger Verständnis.
    Vielleicht erzählt oder erklärt das Buch etwas darüber?
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#9 DominikAnonym
  • 21.08.2021, 13:01h
  • Gegen käuflichen Sex ist grundsätzlich nichts zu sagen. Schwierig wird es aber, wenn Prostituierte noch minderjährig sind oder eine wirtschaftliche Notlage ausgenutzt wird. Das Thema Sex-Tourismus in Entwicklungsländern wie Thailand ist gewiss nicht vollkommen unkritisch zu sehen, da gesetzliche, soziale und gesundheitliche Schutzrechte von Prostituierten eben oftmals nicht gewährleistet sind. Zu romantisieren gibt es da sicher nur sehr wenig.
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#10 AtreusProfil
  • 21.08.2021, 13:02hSÜW
  • Für mich ist das Wortgebilde "käufliche Liebe" eines der dümmsten überhaupt. Entweder der Verwender verwechselt Liebe mit Sex oder ist so dumm zu glauben, dass es dasselbe wäre.

    Das Romantisieren des europäischen Sextourismus mag als Stilmittel in einem Roman zwar legitim sein, wer um die Zwangsverhältnisse, das Elend, die Armut, die Gewalt, Kindervergewaltigungen, Geschlechtskrankheiten und zerstörten Leben der dort "Arbeitetenden" weis, kann diese Zeilen wohl nur mit Ekel und Abscheu lesen. Da helfen auch keine bedeutungsschwangeren Verweise auf Aussagen längst verblichener Literatengrößen.
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