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Sachsen

CSD Taucha nach Bedrohungen von Neonazis abgebrochen

Nach Störaktionen von Rechtsextremen wurde der erste Christopher Street Day im sächsischen Taucha aus Sicherheitsgründen vorzeitig beendet. Die Polizei sei überfordert gewesen, kritisierte ein Linke-Abgeordneter.


Transparent beim ersten CSD Taucha, der gleichzeitig eine Wahlkampfveranstaltung der Linken war (Bild: Marco Böhme)

Der erste Christopher Street Day in der sächsischen Stadt Taucha musste am Sonntagnachmittag vorzeitig beendet werden. Die von der linksjugend Nordsachsen organisierte Demonstration mit anschließender Kundgebung unter dem Titel "Lieb doch, wen Du willst" wurde ab 14 Uhr immer wieder von Neonazis gestört. Die Teilnehmer*innen hätten sich in der Kleinstadt nördlich von Leipzig nicht mehr sicher bewegen können, begründeten die Organisator*innen ihre Entscheidung: "Wir haben den CSD aufgrund der aggressiven Faschos, welche weitere mobilisierten, abgebrochen."

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Vor Ort bei der linken Wahlkampfveranstaltung war auch der Landtagsabgeordnete Marco Böhme. Die zunächst wenigen Polizist*innen seien "überfordert" gewesen, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion in einem Tweet von der Demo: "Jetzt mehr Rechte aktiv im ganzen Stadtgebiet. Polizei bemüht sich Kräfte zu verstärken. CSD wird 16 Uhr abgebrochen." Die Kundgebung mit Musik und Redebeiträgen auf dem Markt war ursprünglich bis 21 Uhr angemeldet gewesen.

CSD-Teilnehmer*innen kamen sicher nach Hause


Flyer zum CSD Taucha

Zu gewaltsamen Übergriffen auf CSD-Teilnehmer*innen kam es in Taucha glücklicherweise nicht. Nach Angaben der linksjugend Nordsachsen wurden die Besucher*innen der vorzeitig beendeten Veranstaltung nach dem Eintreffen zusätzlicher Einsatzkräfte von Polizist*innen zum Bahnhof begleitet.

"Alle Menschen von vor Ort und die von außerhalb, sind nun wieder sicher zu Hause oder im Zug", schrieb der Abgeordnete Marco Böhme in einem weiteren Tweet. "Danke an alle Teilnehmenden die für Vielfalt & eine offene Gesellschaft in Taucha auf der Straße waren. Da Sicherheit vorgeht, haben wir den CSD wegen rechten Störern vorzeitig beendet."

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"Wir kommen zahlreich wieder!"

Man lasse sich nicht einschüchtern, stellten die Veranstalter*innen nach den Neonazi-Störungen klar. "Wir kommen wieder, alerta!", schrieb die linksjugend Nordsachsen auf Twitter. "Schon jetzt steht fest: Wir kommen zahlreich wieder!", kündigte auch Philipp Rubach, linker Direktkandidat in Nordsachsen, nach den Vorfällen in einem Statement an.

Dass ein CSD aufgrund von Rechtsextremen vorzeitig beendet werden musste, sorgte auch in anderen Parteien für Entsetzen: "Taucha hat ein Problem", kommentierte der Leipziger Stadtrat Jürgen Kasek (Grüne) auf Twitter. Eine Aussage, die von der Initiative "Solidarische Alternativen für Taucha" bestätigt wird. In den vergangenen Monaten hatte sie mehrfach auf Neonazi-Vorfälle in der sächsischen Kleinstadt aufmerksam gemacht. (cw)



#1 PierreAnonym
  • 23.08.2021, 07:28h
  • Und jetzt mal ehrlich: der CSD war eine reine Wahlkampfveranstaltung, ohne Einbindung von anderen LGBTIQ* Gruppen/Vereinen aus der Region. So wurde er auch auf der Seite der linksjugend sachsen beworben. Ich fühle mich als queer missbraucht, für den Wahlkampf. Es gab kein sicherheitskonzept oder ähnliches, wer in sachsen junge Menschen zu einem CSD aufruft, muss auch für deren Sicherheit sorgen können.
    Verantwortungslos.
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#2 Korinthen KKAnonym
  • 23.08.2021, 07:42h
  • Antwort auf #1 von Pierre
  • ja, furchtbar. Ein CSD als politische Wahlkampfveranstaltung!

    Wäre eine riesengroße CSD-Demo mit 80.000 dichtgedrängten Teilnehmern im Stile eine Love-Parade angesichts der anrollenden 4. Corona-Welle verantwortungsvoller gewesen? Würdest du dich dann besser fühlen?
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#3 mind_the_gap
  • 23.08.2021, 07:45h
  • Antwort auf #1 von Pierre
  • Und linke Wahlkampfveranstaltungen dürfen neuerdings so mir-nichts-dir-nichts von Rechtsextremen bedroht und gesprengt werden?
    Ob nun CSD oder Wahlkampfveranstaltung - Neonazis bleiben unser größter Feind. Die rechtsextreme Szene wird sich nun ins Fäustchen lachen, weil sie es geschafft hat, uns wieder ein Stück weiter zurückzudrängen und die Polizei es nicht geschafft hat, uns ausreichend zu schützen.

    ***

    Was ich von dem Slogan "Lieb doch, wen Du willst" halte, habe ich, abgesehen davon, zuletzt hier geschrieben:
    www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=3486&kommeinzel=6
    13547
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#4 PierreAnonym
  • 23.08.2021, 07:58h
  • Antwort auf #3 von mind_the_gap
  • Nein, das hat auch niemand geschrieben, dass die Drohung durch Neonazis auf queere verachtenswert ist, sollte auf einer Seite wie queer.de zum Standard gehören. Bei einem CSD sollte zuvorderst um die Belange von LGBT gehen und nicht um die politischen Interessen von Parteien und Jugendverbänden. Obs nächstes Jahr einen Csd geben wird, werden wir ja sehen oder obs am Ende doch noch ein Wahlkampfmanöver war
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#5 JanaAnonym
  • 23.08.2021, 08:02h
  • Ich muss Pierre hier zustimmen. Ich finde den Angriff such verurteilendwert. Wer aber im ländlichen Raum in Sachsen einen CSD macht und kein ersichtliches Sicherheitskonzept mit der Polizei aushandelt, gefährdet die teils sehr jungen Teilnehmer:innen. Dass das nur eine Wahlkampfveranstaltung war, finde ich auch nicht so gut.
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#6 YunaAnonym
  • 23.08.2021, 08:21h
  • Antwort auf #1 von Pierre
  • Stimmt genau. Zumal der Sinn dieses angeblichen CSD ergibt sich mir nicht. Zum großen CSD Leipzig kann man fast zu Fuß laufen. Insofern war es eine reine Wahlkampfveranstaltung. Der Begriff "CSD" wurde dazu, von der Linksjugend mißbraucht, zumal es offenbar kaum ein richtiges Sicherheitskonzept gab. Das nächste mal bitte wieder mit Tischen unter Schirmchen. Politisch hoffe ich, hats nichts gebracht.
    Über Sinn oder Unsinn von politischen Parteien zu CSD's kann man streiten. Mir geht die übermäßige Politisierung vom CSD von politischen Parteien eh auf den Senkel.
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#7 DQ24Anonym
  • 23.08.2021, 08:46h
  • War früher selber bei den Linken, bin dort rausgegangen, weil sie feministisch reden, aber patriarchalisch handelten
    Nicht nur die Linken benutzen uns aus wahltaktischen Gründen. Die einen, um gegen uns zu hetzen, um am rechten Rand Stimmen zu bekommen; und die anderen, um unsere Stimmen zu kriegen.
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#8 WindheimerAnonym
  • 23.08.2021, 09:14h
  • Immer sehr komisch hier....erst fordern,das die Politik sich für uns einsetzt und dann wird ihr vorgeworfen,das sie einen "missbraucht"...
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#9 KaiJAnonym
  • 23.08.2021, 09:14h
  • Ich schreibe, eine Demo der Linken wurde von Rechten attackiert. Die Durchführung der Demo hat natürlich die Polizei zu garantieren. Einspannen bzw. missbrauchen für die Ziele der Linken lasse ich mich trotzdem nicht.
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#10 swimniAnonym
  • 23.08.2021, 10:33h
  • so etwas darf nich wieder vorkommen. die polizei muss die faschos im zaum halten können. oder will sie gar nicht?
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