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USA
Doppelmord an lesbischem Ehepaar
Im US-amerikanischen Bundesstaat Utah sind die Leichen von zwei Camperinnen gefunden worden. Vor ihrem Verschwinden erzählten sie online von einem Mann, wegen dem sie ihren Zeltplatz verlassen wollten.

Crystal Michelle Turner (l.) und Kylen Carrol Schulte wurden mutmaßlich ermordet (Bild: Facebook)
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23. August 2021, 10:57h 3 Min.
In Moab in Utah ist ein lesbisches Ehepaar erschossen aufgefunden worden. Ermitler*innen gehen davon aus, dass eine bislang unbekannte dritte Person die beiden ermordet hat. Die beiden Frauen waren Campen und hatten sich zuletzt online über einen Mann beschwert, der in ihrer Nähe gezeltet habe. Dieser habe sie "zum Durchdrehen" getrieben.
Aufgrund des "weirdos", was man als "komischer Typ" übersetzen könnte, hätte das Paar zudem geplant, den Zeltplatz zu wechseln. Doch dazu kam es wohl nicht mehr. Einige Tage später wurden die Leichen der Beiden bei einer von Freund*innen und Familie organisierten Suche gefunden. Sie wiesen Schusswunden auf.
Polizei: Wohl kein erweiterter Suizid
Bei den Toten handelt es sich um die 38-jährige Crystal Michelle Turner sowie die 24-jährige Kylen Carrol Schulte. Das Ehepaar war zuletzt am vergangenen Samstag in einer Bar im nahegelegenen Örtchen Moab gesehen worden. Gefunden wurden sie am Mittwoch. Die Polizei machte deutlich, dass sie nicht von einem erweiterten Suizid, also von einem von Selbstmord gefolgten Mord, ausgeht. Ihr Verschwinden war bemerkt worden, als eine der Frauen nach dem Campingwochenende nicht auf der Arbeit erschienen war.
Die Polizei teilte am Mittwoch mit, dass sie nicht von einer akuten Gefahr für die Öffentlichkeit durch einen flüchtigen Täter ausgeht. Man gehe gegenwärtig jedem Hinweis nach, auf den man in dem Fall aufmerksam werde, und sei für weitere Informationen ansprechbar. Details zu einem möglichen Verdächtigen nannten die Beamten derweil nicht.
Familie wurde im Netz mit Geld unterstützt
Die Familie von Kylen Carrol Schulte setzte eine Crowdfunding-Seite auf, um bei den Kosten für die Überführung des Leichnams sowie der Beerdigung unterstützt zu werden. Inzwischen sind dort knapp 30.000 Dollar zusammen gekommen.

Das Paar habe seine gemeinsame Zeit gern mit Campen verbracht, hieß es von der Familie (Bild: Facebook)
Über die Ermordete heißt es auf der Seite, ihr Herz sei immer voll mit Liebe, Leben und Gott gewesen. Sie sei die beste Schwester, Tochter, Nichte und Cousine und ein wahrhaft freier Geist gewesen, der für die Freude im seinem Herzen gelebt habe, nicht für den Hass in der Welt. Laut der Seite auf der Plattform GoFundMe sei bereits der jüngere Bruder der Frau erschossen worden, als er erst 15 Jahre gewesen sei. Darum sei es für die Familie besonders schwer, nun noch ein zweites Kind zu Grabe zu tragen.
Utah ist Hochburg der Mormonen
Der westliche Bundesstaat ist mit seiner Hauptstadt Salt Lake City bekannt für die hier lebende religiöse Gemeinde der Mormonen. Sie stellen in dem im Westen des Langes gelegenen Bundesstaat deutlich die religiöse Mehrheit. Im Jahr 2020 wurde das seit 1935 geltende Verbot der Polygynie, also der Vielehe von Männern mit mehreren Frauen, gelockert. Zudem gilt Utah als besonders rechts stehend. Die Republikaner gewinnen Wahlen in dem Staat regelmäßig mit großem Vorsprung.
















Als ehemalige Mormonin widerspreche ich. Diese Info ist falsch!
Offiziell am 12. Juli 1843 eingeführt (vermutlich schon 1831), war die Vielehe lange Bestandteil mormonischen Glaubens. Der Gründer, Joseph Smith, hatte 33 "Ehefrauen", sein Nachfolger, Brigham Young, soll über 50 Frauen gehabt haben.
Aufgrund des Edmunds-Tucker Gesetzes von 1887, das vorsah, dass Mormonen das aktive und passive Wahlrecht verloren, sowie eine große Menge Kircheneigentum und Bargeld, gab der damalige Mormonenprophet Wilford Woodruff und das Kollegium der Zwölf Apostel am 24. September 1890 ein Manifest, die Amtliche Erklärung 1 heraus, nach dem die Mitglieder fortan keine Mehrehen mehr eingehen sollten. Einige Mormonen, die sich nicht daran halten wollten, wanderten nach Mexiko oder Kanada aus, wo sie polygame Mormonenkirchen gründeten.
Mormonenprophet Joseph F. Smith (Nachfolger von Woodruff) gab im Jahr 1904 das Zweite Manifest, nach dem jeder, der eine Polygamie einging oder die Trauung einer solchen vornahm, aus der Kirche ausgeschlossen würde, heraus.
Seither hat die LDS "Kirche" keine polygamen Ehen erlaubt oder geschlossen.
Anders sieht es bei den fundamentalistischen Gruppen aus. Die tun es noch heute, auch in Utah und Arizona, meist in abgelegenen Gebieten.
In diesen Gruppen ist es "normal, dass ihr Führer alte Männer mit minderjährigen Mädchen verheiratet.
Sowohl die Utah-Kirche der Mormonen, als auch der von Mormonen geführte Staat, haben mehrmals versucht, dagegen vorzugehen, mussten sich aber in den meisten Fällen wegen des Schweigens (Angst oder Trotz) der fundamentalistischen Mormonen geschlagen geben.
Nur selten gelang ihnen ein Erfolg, wie im Fall von Warren Jeffs.
de.wikipedia.org/wiki/Warren_Jeffs#Sexualdeliktvorw%C3%BCrfe
_und_die_Aufnahme_in_die_FBI-Liste_der_meistgesuchten_Verbre
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