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USA

Doppelmord an lesbischem Ehepaar

Im US-amerikanischen Bundesstaat Utah sind die Leichen von zwei Camperinnen gefunden worden. Vor ihrem Verschwinden erzählten sie online von einem Mann, wegen dem sie ihren Zeltplatz verlassen wollten.


Crystal Michelle Turner (l.) und Kylen Carrol Schulte wurden mutmaßlich ermordet (Bild: Facebook)

In Moab in Utah ist ein lesbisches Ehepaar erschossen aufgefunden worden. Ermitler*innen gehen davon aus, dass eine bislang unbekannte dritte Person die beiden ermordet hat. Die beiden Frauen waren Campen und hatten sich zuletzt online über einen Mann beschwert, der in ihrer Nähe gezeltet habe. Dieser habe sie "zum Durchdrehen" getrieben.

Aufgrund des "weirdos", was man als "komischer Typ" übersetzen könnte, hätte das Paar zudem geplant, den Zeltplatz zu wechseln. Doch dazu kam es wohl nicht mehr. Einige Tage später wurden die Leichen der Beiden bei einer von Freund*innen und Familie organisierten Suche gefunden. Sie wiesen Schusswunden auf.

Polizei: Wohl kein erweiterter Suizid

Bei den Toten handelt es sich um die 38-jährige Crystal Michelle Turner sowie die 24-jährige Kylen Carrol Schulte. Das Ehepaar war zuletzt am vergangenen Samstag in einer Bar im nahegelegenen Örtchen Moab gesehen worden. Gefunden wurden sie am Mittwoch. Die Polizei machte deutlich, dass sie nicht von einem erweiterten Suizid, also von einem von Selbstmord gefolgten Mord, ausgeht. Ihr Verschwinden war bemerkt worden, als eine der Frauen nach dem Campingwochenende nicht auf der Arbeit erschienen war.

Die Polizei teilte am Mittwoch mit, dass sie nicht von einer akuten Gefahr für die Öffentlichkeit durch einen flüchtigen Täter ausgeht. Man gehe gegenwärtig jedem Hinweis nach, auf den man in dem Fall aufmerksam werde, und sei für weitere Informationen ansprechbar. Details zu einem möglichen Verdächtigen nannten die Beamten derweil nicht.

Familie wurde im Netz mit Geld unterstützt

Die Familie von Kylen Carrol Schulte setzte eine Crowdfunding-Seite auf, um bei den Kosten für die Überführung des Leichnams sowie der Beerdigung unterstützt zu werden. Inzwischen sind dort knapp 30.000 Dollar zusammen gekommen.


Das Paar habe seine gemeinsame Zeit gern mit Campen verbracht, hieß es von der Familie (Bild: Facebook)

Über die Ermordete heißt es auf der Seite, ihr Herz sei immer voll mit Liebe, Leben und Gott gewesen. Sie sei die beste Schwester, Tochter, Nichte und Cousine und ein wahrhaft freier Geist gewesen, der für die Freude im seinem Herzen gelebt habe, nicht für den Hass in der Welt. Laut der Seite auf der Plattform GoFundMe sei bereits der jüngere Bruder der Frau erschossen worden, als er erst 15 Jahre gewesen sei. Darum sei es für die Familie besonders schwer, nun noch ein zweites Kind zu Grabe zu tragen.

Utah ist Hochburg der Mormonen

Der westliche Bundesstaat ist mit seiner Hauptstadt Salt Lake City bekannt für die hier lebende religiöse Gemeinde der Mormonen. Sie stellen in dem im Westen des Langes gelegenen Bundesstaat deutlich die religiöse Mehrheit. Im Jahr 2020 wurde das seit 1935 geltende Verbot der Polygynie, also der Vielehe von Männern mit mehreren Frauen, gelockert. Zudem gilt Utah als besonders rechts stehend. Die Republikaner gewinnen Wahlen in dem Staat regelmäßig mit großem Vorsprung.



#1 DQ24Anonym
  • 23.08.2021, 14:15h
  • "Im Jahr 2020 wurde das seit 1935 geltende Verbot der Polygynie, also der Vielehe von Männern mit mehreren Frauen, gelockert."

    Als ehemalige Mormonin widerspreche ich. Diese Info ist falsch!
    Offiziell am 12. Juli 1843 eingeführt (vermutlich schon 1831), war die Vielehe lange Bestandteil mormonischen Glaubens. Der Gründer, Joseph Smith, hatte 33 "Ehefrauen", sein Nachfolger, Brigham Young, soll über 50 Frauen gehabt haben.
    Aufgrund des Edmunds-Tucker Gesetzes von 1887, das vorsah, dass Mormonen das aktive und passive Wahlrecht verloren, sowie eine große Menge Kircheneigentum und Bargeld, gab der damalige Mormonenprophet Wilford Woodruff und das Kollegium der Zwölf Apostel am 24. September 1890 ein Manifest, die Amtliche Erklärung 1 heraus, nach dem die Mitglieder fortan keine Mehrehen mehr eingehen sollten. Einige Mormonen, die sich nicht daran halten wollten, wanderten nach Mexiko oder Kanada aus, wo sie polygame Mormonenkirchen gründeten.
    Mormonenprophet Joseph F. Smith (Nachfolger von Woodruff) gab im Jahr 1904 das Zweite Manifest, nach dem jeder, der eine Polygamie einging oder die Trauung einer solchen vornahm, aus der Kirche ausgeschlossen würde, heraus.
    Seither hat die LDS "Kirche" keine polygamen Ehen erlaubt oder geschlossen.
    Anders sieht es bei den fundamentalistischen Gruppen aus. Die tun es noch heute, auch in Utah und Arizona, meist in abgelegenen Gebieten.
    In diesen Gruppen ist es "normal, dass ihr Führer alte Männer mit minderjährigen Mädchen verheiratet.
    Sowohl die Utah-Kirche der Mormonen, als auch der von Mormonen geführte Staat, haben mehrmals versucht, dagegen vorzugehen, mussten sich aber in den meisten Fällen wegen des Schweigens (Angst oder Trotz) der fundamentalistischen Mormonen geschlagen geben.
    Nur selten gelang ihnen ein Erfolg, wie im Fall von Warren Jeffs.

    de.wikipedia.org/wiki/Warren_Jeffs#Sexualdeliktvorw%C3%BCrfe
    _und_die_Aufnahme_in_die_FBI-Liste_der_meistgesuchten_Verbre
    cher
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#2 queergayProfil
  • 24.08.2021, 02:19hNürnberg
  • Antwort auf #1 von DQ24
  • Schon immer haben ältere Glaubensgruppen-Gründer, Gurus & Religionsväter ihre Glaubensregeln gerne so gezimmert, dass vor allem ihre eigenen sexuellen Wünsche und erotischen Bedürfnisse incl. Machtstreben nicht zu kurz kamen und voll befriedigt wurden.
    Der Doppelmord-Täter wird hoffentlich noch ermittelt und voll zur Rechenschaft herangezogen. Dafür sollten besonders auch alle Mormonen-Gläubige eintreten und fromm beten.
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#3 DQ24Anonym
  • 24.08.2021, 05:42h
  • Antwort auf #2 von queergay
  • Das werden Mormonen nie tun. Ich zitiere aus dem Handbook of Instructions (Handbook 2) aus dem Jahr 2010, das nur für Mormonenbischöfe (Gemeindeleiter) und Pfahlpräsidenten (Gebietsleiter) und höhere Chargen haben dürfen:

    21.4.6 Homosexual Behavior and Same-Gender
    Attraction
    Homosexual behavior violates the commandments
    of God, is contrary to the purposes of human sexuality, and deprives people of the blessings that can be found in family life and in the saving ordinances of the gospel. Those who persist in such behavior or who influence others to do so are subject to Church discipline. Homosexual behavior can be forgiven through sincere re pentance.

    Kirchendisziplin meint bei Mormonen:

    Exkommunikation
    Verlust von Familie und Freunden, auch des Arbeitsplatzes (wenn der Chef Mormone ist)
    soziale Ächtung

    Buße/Umkehr bedeutet bei Mormonen:

    Man muss sagen, dass man etwas falsch gemacht hat, und bereut. Transsexuelle Menschen müssen alles rückgängig machen, und im Geburtsgeschlecht leben. Trennung vom Partner, auch, wenn eine gleichgeschlechtliche Ehe legal geschlossen wurde. Sich über Jahre peinlische Fragen von Bischof und/oder Missionspräsidenten gefallen lassen, bevor man erneut getauft wird.

    Kein Wunder also, dass in Utah die Selbstmordrate queerer Jugendlicher und Erwachsener vviel höher ist, als der bei "normalen" Jugendlichen und Erwachsenen.
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#4 PiakAnonym
  • 24.08.2021, 06:28h
  • Antwort auf #1 von DQ24
  • Und worin besteht der Widerspruch zur Info des Artikels? Ihr langer Wortbeitrag wirkt wie Vernebelungstaktik, was auch nicht wundert, weil die Info schlicht richtig ist. Man könnte natürlich präzisieren und sagen, dass die Vielehe letztes Jahr entkriminalisiert wurde in Utah. Über Sinn oder Unsinn einer solchen Maßnahme kann man natürlich diskutieren. In dem Bundesstaat sollen zehntausende Polygamisten leben.
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#5 ScheinAnonym
  • 24.08.2021, 07:17h
  • Antwort auf #4 von Piak
  • Vielehe legalisiert ist eben nur die halbe Wahrheit.
    Betrifft dieses nur einen Mann mit mehreren Fraueneine Frau mit mehreren Männern ist dort undenkbar.
    Von homesexuellen Beziehungen ganz zu schweigen.
    Was lässt sich da noch über Sinn/ Unsinn einer Vielehe diskutieren, wenn diese auf von vornherein auf Diskriminierung aufbaut?
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#6 DQ24Anonym
  • 24.08.2021, 09:29h
  • Antwort auf #5 von Schein
  • Der Mormonenstaat Utah ist es leid, polygame Männer zu verhaften, für Frauen und Kinder durch Sozialhilfe aufzukommen, und doch das Problem nicht in den Griff zu kriegen. Darum diese "Lockerung"
    Vergessen wird dabei zu oft, dass gerade Frauen in diesen polygamen Sekten zu leiden haben. Nehmen wir einmal eine typische polygame Sekte:
    Ein Mann, egal, wie alt er ist, darf mehrere Frauen haben, eine Frau nicht mehrere Männer. Nicht der Mann oder die Frau wählt den Partner aus, sondern der "Prophet" der Gruppe. Er zwingt junge Mädchen und Frauen, gegen ihren Willen alte Männer zu ehelichen. Und, wenn einer der Männer vom Glauben abfällt, so verteilt der "Prophet" gegen den Willen des Mannes und der Frauen, dessen Frauen an andere Männer (ebenso dessen Besitz). Minderjährige werden zwangsverheiratet, bekommen Kinder, obwohl sie selbst Kinder sind.
    Bricht eine Frau mit der Gemeinschaft, werden ihr die Kinder weggenommen, und dem Vater gegeben, bzw. anderen Männern zur Ehe, wenn die Mädchen alt genug sind (meist ab 14 Jahren).
    Übrigens, wie bei den Mormonen, so ist auch in diesen polygamen Sekten Homosexualität und Transsexualität verpönt.
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