Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39808

CSU-Urgestein

Theo Waigel bedauert ablehnende Haltung gegenüber Schwulen und Lesben

In einer ZDF-Wahlsendung erklärt "Mister Euro", dass er in der Vergangenheit Positionen vertreten habe, die er heute nicht mehr vertritt.


Theo Waigel bestimmte jahrzehntelang die deutsche Politik mit (Bild: Screenshot ZDF)
  • 25. August 2021, 09:22h 19 2 Min.

Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) hat in der am Dienstagabend ausgestrahlten Dokumentation "ZDFzeit: Volksparteien ohne Volk?" seine frühere Haltung zu Homosexuellenrechten bedauert, weil sie falsch gewesen sei.

In der knapp 45-minütigen Sendung, in der es um den Niedergang der großen Volksparteien ging, war auch kurz die Ehe für alle Thema, die laut der ZDF-Sprecherin "für manchen eine Grenzüberschreitung – für andere ein Zeichen des gesellschaftlichen Wandels" darstelle. Waigel erklärte zu diesem Thema wörtlich: "Ich würde manches, was ich in den Siebzigerjahren zu dem Thema Ehe, Familie, gleichgeschlechtliche Gemeinschaft und anderem mehr gesagt habe, heute nicht mehr wiederholen. Und zwar nicht, weil sich der Zeitgeist geändert hat, sondern weil ich überzeugt bin, dass die heutige Auffassung richtiger ist als die damalige."

Jahrzentenlange CSU-Karriere

Der heute 82-jährige Waigel ist ein CSU-Gewächs: 1960 trat er der Partei bei – also in einer Zeit, in der noch der schwulenfeindliche Paragraf 175 in seiner Nazi-Version in der Bundesrepublik Gültigkeit hatte. Von 1971 bis 1975 war Waigel Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern. Von 1988 bis 1999 war er CSU-Vorsitzender. Bis heute ist Waigel neben Edmund Stoiber und Horst Seehofer CSU-Ehrenvorsitzender.

Dem Bundestag gehörte der gebürtige Schwabe außerdem von 1972 bis 2002 an. Besonderen Einfluss auf die politische Entwicklung übte er als Bundesfinanzminister von 1989 bis 1998 aus. So hatte er einen großen Anteil daran, die europäische Gemeinschaftswährung zu etablieren. Die Bezeichnung Euro geht auf einen von Waigel im Dezember 1995 im Europäischen Rat eingebrachten Vorschlag zurück. Er äußerte sich während seiner politischen Karriere hauptsächlich zu Finanzthemen. Zu den Makeln in seiner Wahlverhalten gehört, dass er 1997 als einer von 138 Abgeordneten gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe stimmte – neben noch immer aktiven politischen Figuren wie Friedrich Merz, Horst Seehofer und Erika Steinbach.

Die Sendung "ZDFzeit: Volksparteien ohne Volk?" ist noch bis August 2022 in der ZDF-Mediathek abrufbar. Die Äußerung Waigels zu Homosexuellenrechten ist ab 18:45 Minuten zu sehen. (dk)

-w-

#1 niggoniggoAnonym
  • 25.08.2021, 11:51h
  • Ich weiß auch nicht aber irgendwie kaufe ich es ihm sogar ab, dass er jetzt so denkt.
  • Direktlink »
#2 TuggerAnonym
  • 25.08.2021, 12:14h
  • Antwort auf #1 von niggoniggo
  • Kann aber auch sein dass seine späte "Reue" - wie beim Gauweiler - damit zusammen hängt das deren Lebenszeit zuende geht und sie jetzt Angst haben wegen deren abscheuliche Ansichten damals nicht in den Himmel zu kommen. ;-)

    Ich haltte es für Lippenbekenntnisse.
  • Direktlink »
#3 stephan
  • 25.08.2021, 12:20h
  • Ich freue mich sehr, wenn selbst die Menschen, die uns in den 70igern, 80igern und 90igern angefeindet haben, sich als lernfähig erweisen! Besser spät als nie! Es fehlt mir in dem Statement noch ein Satz dazu, dass die 'Konservativen' manchen Minderheiten da Leben unnötig schwer gemacht haben und es ihnen heute leid tut!
  • Direktlink »