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Gender Trouble

Hallervorden hält Gendern für Vergewaltigung der Sprache

Der Komiker fühlt sich durch Versuche, die Sprache geschlechtergerechter zu machen, an die nationalsozialistische und kommunistische Herrschaft erinnert.


Dieter Hallervorden ist kein Fan von geschlechtergerechter Sprache (Bild: Manfred Werner - Tsui / wikipedia)

Der Komiker und Theaterbetreiber Dieter Hallervorden hat am Dienstag seine tiefe Abscheu gegen geschlechtergerechte Sprache zum Ausdruck gebracht. "Das Schlosspark Theater wird, so lange ich da ein bisschen mitzumischen habe, sich am Gendern nicht beteiligen", sagte der 84-Jährige über seine Bühne in Berlin. "Allen Mitarbeitern steht es natürlich frei, das zu handhaben, wie sie möchten. Aber alles, was von Seiten des Theaters herausgegeben wird, wird nicht dazu dienen, die deutsche Sprache zu vergewaltigen", so Hallervorden bei der Vorstellung des Theater-Spielplans 2021/2022.

"Natürlich entwickelt sich Sprache", so Hallervorden weiter. "Aber sie entwickelt sich nicht von oben herab auf Befehl. Es hat in der letzten Zeit nämlich zwei Versuche gegeben. Einmal von den Nazis und einmal von den Kommunisten. Beides hat sich auf Druck durchgesetzt, aber nur temporär – und zwar auf Zwang."

Hallervorden hatte sich schon in der Vergangenheit kritisch zum Thema geäußert. Er stößt sich nach eigenen Worten vor allem an gegenderten Formen in den Medien. So unterstützte er 2019 einen Aufruf des Vereins Deutscher Sprache gegen "Gender-Neusprech".

Hintergrund ist die seit Jahren anhaltende und hochemotional geführte Debatte um das generische Maskulinum, das Frauen oder trans und nichtbinäre Menschen ausgrenze. Ziel von geschlechtergerechten Formulierungen wie "Student*innen" oder "Studierende" ist es, dieses Gruppen auch sprachlich zu integrieren.

Direktlink | Der Bayerische Rundfunk, der erst vor kurzem ein Genderverbot erlassen hatte, berichtete bereits 2015 über geschlechtergerechte Sprache
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In manchen Verwaltungen wird das Gendern – wie etwa in Hamburg, Köln oder Stuttgart inzwischen erlaubt. Aus der CDU kommen jedoch Forderungen, geschlechtergerechte Sprache in Behörden grundsätzlich zu verbieten (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 LegatProfil
#2 MaybemeAnonym
  • 25.08.2021, 17:17h
  • Also der Mensch der gesagt hat: Palim Palim bitte eine Flasche Pomm Fritz

    Regt sich auf, dass Menschen eine Sprache 'vergewaltigen'

    Ich weiß echt nicht, wo ich da anfangen soll.

    Sprache kann man nicht vergewaltigten, Lebewesen kann man vergewaltigten, insb. Menschen. Und diese Menschen leiden, ihr Leben lang oft.

    Aber nehmen wir die kleine Variante, 'verhunzen'
    Nein Sprache kann man auch nicht verhunzen. Sprache ist ein Werkzeug. Eines mit dem man Kommunikation betreibt. Dabei kommt es darauf an, dass der Empfänger die Botschaft versteht. Und da kann der Ausdruck 'quiep' ausreichen um ganze Sätze zu transportieren, wenn Empfänger und Sender wissen, dass sie sich verstehen.

    'Ich morgen Arbeit' , versteht jeder. Kann also reichen zur Kommunikation.

    Ist das verhunzen? Nein. Aber andere vielleicht. Warum? Ach ja Sprache ist mehr als nur die direkte Information, sie drückt auch eine ganze Menge mehr aus. Gruppenzugehörigkeit zum Beispiel. Oder Soziales Umfeld, Bildung Intelligenz, Provokation, erreichen einer bestimmten Gruppe, und so weiter.

    Weiß dass dieser Mensch, klar weiß er dass, er verdient sein Geld damit.

    Und er weiß auch genau was das Wort was er nutzt um die Sprache zu beschreiben hier absolut verletzten ist.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 25.08.2021, 17:38h
  • Tun die Leerdenker doch auch. Da Didi ihnen nahesteht, ist nichts daran überraschend.
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#4 Taemin
  • 25.08.2021, 17:50h
  • Die deutsche Grammatik bereitet mir immer noch Schwierigkeiten und etwas anderes, für das ich erst seit kurzer Zeit den Begriff überhaupt kenne, auch: Wortfindung! Anders als so viele deutsche Deutsche erkenne ich aber im so genannten Gendern gar nicht recht das Problem. Und die Gegner glaube ich erkennen es auch nicht. Geht ihnen eher nicht darum, was sie Verhunzung nennen zu verhindern wollen, sondern da ist wieder so eine von ihnen für unfein gehaltene Minderheit, die auf sich aufmerksam macht und Rücksicht will. Gut und schön, soll jede*r reden und schreiben wie möchte. Auch für die Gendern-Befürworter habe ich dort kein Verständnis mehr, wo sie aus ihrem Bestreben einen kriegerischen Feldzug machen und alle, die nicht folgen wollen, wüst beschimpfen und ihnen böse Motive unterstellen. Aber wenn Herr Hallervorden kein besseres Argument bieten kann als den in Deutschland so beliebten Nazivergleich (den leider auch viele Befürworter schnell bringen), dann zeigt das doch, dass eine Auseinandersetzung gar nicht gewollt ist. Wen man mit Nazis auf die selbe Stufe stellt, mit dem will man nicht diskutieren, den*die will man zu einer Unperson machen. Und wenn er so laut feststellt, dass es in seinem Theater kein Gendern geben wird, ja wer will es ihm denn abzwingen? Sein Theater, seine Regeln. Das geht doch auch nur wieder in die Richtung, dass man in Deutschland nicht mehr trauen darf andere Meinung haben als so genannter Mainstream. Wo sind denn die bewaffneten Schlägertypen, die Herrn Hallervordens Theater besetzen und ihm vorschreiben wie er reden muss? Das ist doch ein Dummschwatzer, der seinen Fans einreden will, auf sein Theater marschieren schon die braunen Horden zu, weil er weiter sehr geehrte Damen und Herren begrüßen will und nicht verehrtes Publikum.
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#5 mind_the_gap
  • 25.08.2021, 18:03h
  • Antwort auf #4 von Taemin
  • "Auch für die Gendern-Befürworter habe ich dort kein Verständnis mehr, wo sie aus ihrem Bestreben einen kriegerischen Feldzug machen und alle, die nicht folgen wollen, wüst beschimpfen und ihnen böse Motive unterstellen."

    Du unterliegst leider dem beliebten, weil praktischen Trugschluss, dass das Sich-Wehren der Diskriminierten genauso schlimm sei wie die Diskriminierung. Oder sogar noch schlimmer.
    Diese Haltung ist einer der effektivsten Mechanismen, Unterdrückte in ihrer Unterdrückung zu halten - denn sobald sie sich wehren, "sind sie ja mindestens genauso schlimm".

    Ich kann und will dem absolut nicht folgen. Mir ist es NICHT egal, ob ich respektiert werde oder nicht. Ich verlange Respekt. Und als unterdrückter Person steht mir zu, diesen zu verlangen.

    Ob dem die über-mächtige Mehrheit folgt, folgen will, folgen kann, steht dann leider wieder auf einem ganz anderen Blatt.

    Unterdrückten zu sagen, sie sollten doch jetzt bitte mal halblang machen und Demut zeigen, kann jedenfalls garantiert nicht die Lösung für irgendeinen gesellschaftlichen Fortschritt sein.
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#6 PetterAnonym
  • 25.08.2021, 18:16h
  • Inhaltlich muss ich ihm da zustimmen:

    1. Wieso sollten sich Frauen zu einem Anhängsel degradieren lassen (oder Transmenschen sogar zu einem Sternchen), wo es doch eine inklusive Form gibt, die erst dadurch nicht mehr inklusiv wird, dass man da Anhängsel ran hängt.

    2. Diese Schreib- und Sprechweisen machen Texte schlechter verständlich und mindern die Qualität und Quantität der Informationsentnahme.

    3. Das grammatische Geschlecht hat nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun. Gibt es übrigens auch bei rein femininen Formen (die Person, die Geisel, etc.) oder Neutra (das Kind, das Opfer, ertc.) die ja auch alle Geschlechter meinen.

    4. Das Ganze hat nur einen Zweck: es soll davon abgelenkt werden, dass wirkliche Gleichstellung (Gender Pay Gap, Glass Ceiling Effect, etc.) nach wie vor nicht stattfindet. Und dann gibt man den Bürgern halt was zum Spielen und Aufregen, damit sie nicht mehr nach der echten Gleichstellung fragen.
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#7 pola bixAnonym
  • 25.08.2021, 18:22h
  • Dieter Hallervord:en hat den neuen Spielplan für sein (!) Schlosspark Theater vorgestellt - und billig viel Presse gemacht.
    Es ist mieseste Mache.
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#8 LegatProfil
  • 25.08.2021, 19:08hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #4 von Taemin
  • "Auch für die Gendern-Befürworter habe ich dort kein Verständnis mehr, wo sie aus ihrem Bestreben einen kriegerischen Feldzug machen und alle, die nicht folgen wollen, wüst beschimpfen und ihnen böse Motive unterstellen."

    Lieber Tae Min, ich weiß nicht wer genau diese rabiaten Gender-Befürworter sind, die unser Land mit Krieg und Vernichtung überziehen. Kannst Du bitte zumindest ein paar Namen nennen, das wäre sehr hilfreich und auch sehr ehrlich.
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#9 LegatProfil
  • 25.08.2021, 19:15hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #6 von Petter
  • Ach ja, die "wirkliche Gleichstellung" mal wieder. Hey, vielleicht kommt davon ja auch mal was voran, wenn Menschen lernen, alle Geschlechter immer mitzudenken, zum Beispiel indem sie ihre Vorstellungen durch Sprache formen? Nur so ein Gedanke.

    Warum ist geschlechtergerechte Sprache aktuell kein Erfolg? Weil in Wirklichkeit ein großer Teil der Menschen GEGEN Geschlechtergerechtigkeit ist. Das wird nun gerade aufgedeckt. Gut. Es war an der Zeit, dieses Land aus der Komfortzone zu holen und zu sehen, dass noch UNFASSBAR VIEL zu tun ist bis wir überhaupt nur anfangen können zu behaupten, wir würden verstehen, was "wirkliche Gleichstellung" überhaupt bedeutet. Hohes Ross und so, you know?
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#10 PhoebeEulenbaerAnonym
  • 25.08.2021, 19:25h
  • Ich war am Wochenende bei einem Comedian, der sagte "Ja, ich gendere während meiner Show! Sonst würde ich sagen, Guten Tag meine Herren und der Rest darf sich mitgemeint fühlen! Ich mache die Show aber für alle im Publikum."

    Zu Dieter H. sagte er: "Gendern macht die deutsche Sprache kaputt? Echt jetzt? Aber Tüte Pommes ist in Ordnung?... Den Film hätte man Scheiße im Kopf nennen sollen!"
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