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Kommentar

Geschlechtergerechte Sprache kommt von unten!

Dieter Hallervorden schießt mit einer beeindruckenden und unappetitlichen Assoziationskette gegen geschlechtergerechte Sprache. Doch der Aufstand gegen "die da oben" ist, wie so oft, Treten nach unten.


Dieter Hallervorden mag weder "Gendern" noch Benjamin Netanjahu. Jeja Klein mag Hallervorden nicht und schreibt hier, warum (Bild: Franz Johann Morgenbesser / flickr)

Der Humorist und Theaterintendant Dieter Hallervorden hat sich im Anschluss an Geistesgrößen wie H.P. Baxxter ("Scooter") oder Armin Laschet ("CDU") ebenfalls zum Thema geschlechtergerechter Sprache ("Gendern") ausgelassen. Viel gesagt hat er nicht. Aber das, was er gesagt hat, ist allerhand – und lässt einen tiefen Blick in jene Aspekte des tobenden Volksempfindens zu, das sich seit Jahren hysterisch gegen vermeintliche Sprachanordnungen "von oben" zur Wehr setzt.

Dass das allzu häufig auf einem Haufen von Millionen verkauften Platten sitzend, aus dem Amt eines Theaterintendanten heraus oder sogar vom Stuhl des NRW-Landesvaters herunter passiert, darf nicht verwundern. Der Widerstandsgestus gegen das "Gendern" ist klassisches Verschwörungsempfinden. Es dient als Rechtfertigung, Minderheiten weiterhin unterdrücken zu dürfen, ohne, dass das Gewissen zwickt.

Die Lust, Vergewaltigung zu relativieren

Man könnte Hallervorden beinahe dafür danken, dass er sich mit seinem hot take zur geschlechtergerechten Sprache gewissermaßen freiwillig auf die Freudsche Couch gelegt hat. Das fängt schon bei der allzu gern bemühten Altherren-Metapher der "Vergewaltigung" der deutschen Sprache an. Es scheint, als würde dieser grässliche Ausspruch mit jedem Mal, mit dem er bei einigen Zuhörer*innen unwillkürliches Zusammenzucken hervorruft, bei anderen triumphierendes Empfinden von Selbstwirksamkeit herstellen. Es denkt in ihnen: "Männer vergewaltigen Frauen – und das ist irgendwie schlimm, ja – aber wenn Feministinnen in Reaktion darauf die deutsche Sprache "vergewaltigen", ist das doch irgendwie das selbe!"

Mit der Übertragung der Vergewaltigungshandlung weg von einem leidensfähigen Menschen auf einen bloß abstrakten Gegenstand, auf ein Ideal, geht auch die Entlastung von verwirrenden Gefühlen einher. Zum Beispiel Schuldgefühle, die Menschen zu sexueller Gewalt oder zum brutalen Geschlechterverhältnis insgesamt haben. Schließlich ist man in diese Verhältnisse ja lebensweltlich verstrickt. Ist es die deutsche Sprache, die "vergewaltigt" wird, geht das Leid eines solchen Verbrechens symbolisch auf ihre Sprecher*innen und Muttersprachler*innen, auf die Nation, über. Und damit auch auf Männer.

Vergewaltiger, das sind stets die Anderen – und Nazis. Und Kommunisten!

Aus der sozialpsychologischen Forschung ist das archaische Motiv bekannt, wonach die Frauen einer Nation symbolisch-sexuell als Stellvertreterinnen des "Volkskörpers" gelten. Man kann damit etwa das Phänomen systematischer Kriegsvergewaltigungen besser erklären. In denen werden nicht nur einzelne Frauen aus sexuellen Motivlagen heraus angegriffen. Stattdessen trifft es mit ihnen eine ganze Nation, die gedemütigt werden soll – also auch die Männer. Und die Nationalsozialist*innen verstanden die "Rassenschande" als Sexualstraftat männlicher Juden, aber nicht an einer ("arischen") Frau als Trägerin von Rechten, sondern gleich am "deutschen Volk". Wir wissen: Hinter der Angst vor Schäden an der deutschen Nation verbarg sich ihr eigener Vernichtungswille.

Nun ist es praktisch, dass Hallervorden nicht nur Vergewaltiger*innen unter seinen Gegner*innen entdeckt hat, sondern auch gleich noch Nazis. "Natürlich entwickelt sich Sprache", sagte er nämlich zum "Gendern", aber sie entwickele sich "nicht von oben herab auf Befehl". Es habe "in der letzten Zeit nämlich zwei Versuche gegeben. Einmal von den Nazis und einmal von den Kommunisten." Beides habe sich "auf Druck durchgesetzt, aber nur temporär – und zwar auf Zwang."

Die Geschwindigkeit, mit der Hallervorden hier ein Bullshit-Bingo abräumt, ist atemberaubend. Er hat sich mit seinen Einlassungen nicht nur als ebenbürtiges Vergewaltigungsopfer neben Frauen inszeniert, sondern sich in die Opfergruppen der Nationalsozialist*innen und der (im selben Atemzug genannten!) Sozialist*innen von DDR bis China eingereiht. Doch Hallervorden ist kein ghettoisierter, deportierter, in der Zwangsarbeit eingesetzter, ausgehungerter Insasse eines Vernichtungslagers. Er ist ein reicher deutscher Theaterintendant, der eben jene Welt, die ihn nach oben gespült hat, durch Feminismus und Geschlechtergerechtigkeit bedroht sieht. Zurecht.

Seit 05:45 Uhr wird zurück verboten!

Woher stammt die Wahrnehmung, geschlechtergerechte Sprache werde "wie bei den Nazis", nämlich "von oben", sozusagen per Dekret verordnet? Zumindest sind kein Bundesgesetz und kein von Angela Merkel unterschriebenes Zusatzprotokoll eines Staatsvertrags bekannt, durch das Regelungen über Binnen-I oder Glottisschlag in Redaktionsbüros und Studios angeordnet worden wären. Was allerdings bekannt ist, ist Anfang August die Weisung der Geschäftsleitung des Bayrischen Rundfunks, durch die tatsächlich eine durch Redakteur*innen anzuwendende Sprache von oben dekretiert worden ist (queer.de berichtete). Es ist das Verbot der geschlechtergerechten Sprache, das Gebot von generischem Maskulinum. Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß würde gerne ähnliches durchsetzen, darf aber noch nicht. Ginge es nach ihm, gäbe es ein Verbot in allen staatlichen Stellen, geschlechtergerechte Sprache zu nutzen (queer.de berichtete).

Das eine hat mit dem anderen zu tun. Die nur durch Projektion wahrgenommene Intention der Anderen, ihre Sprache zu erzwingen, dient dazu, die eigenen Verbotswünsche zu rechtfertigen. Man möchte das geschlechtergerechte Gerede der Anderen untersagen, sich das aber nicht eingestehen oder verbergen. Darum wird die Verbotslust eben jenen Anderen untergeschoben – eine Verbotslust, der dann nur durch ein "präventives Gegenverbot" in letzter Minute entkommen werden kann. Es ist, um in der in Deutschland beliebten Metaphorik der NS-Geschichte zu bleiben, wie bei dem mit polnischen Uniformen inszenierten Überfall auf den deutschen Sender Gleiwitz, der dem Einmarsch in Polen voraus ging. Immerhin hätten die Polen zuerst geschossen.

Auch an Hallervordens Theater sind alle Mitarbeiter*innen ganz frei

Doch selbst auf diese Schicht zwielichtigster Gefühle schaffte es Dieter Hallervorden in seiner kurzen Einlassung, eine weitere, tarnende Schicht zu legen. Die soll dazu dienen, zu bestreiten, was offensichtlich gewollt wird. Er sagte nämlich über die Sprachpolitik in seinem Haus: "Das Schlosspark Theater wird, so lange ich da ein bisschen mitzumischen habe, sich am Gendern nicht beteiligen", und: "Allen Mitarbeitern steht es natürlich frei, das zu handhaben, wie sie möchten. Aber alles, was vonseiten des Theaters herausgegeben wird, wird nicht dazu dienen, die deutsche Sprache zu vergewaltigen." Lassen Sie sich diese Sätze in ihrer engen Zusammenstellung recht verschiedener Motive und Sachverhalte mal durch den Kopf gehen.

Wenn Sie eine Mitarbeiterin an Hallervordens Berliner Theater sind, möchten Sie sich von Ihrem Chef auf frischer Tat bei der Vergewaltigung der deutschen Sprache ertappen lassen? Oder würden Sie, zur Sicherheit, auf die natürlich ganz und gar nicht verbotene Vergewaltigung der deutschen Sprache, vorsichtshalber, verzichten? Etwa, weil Ihnen an Ihrem Beruf, an Ihrer womöglich prekären Stelle, etwas liegt? Oder bloß an Ihrem Gehalt? Stellen Sie sich nun bitte einen unangenehmen, alten, cholerischen Neurotiker vor, der seinen Untergebenen in rasendem Monolog kaum verhohlene Drohungen macht und das Ganze wutschnaubend mit "Wir verstehen uns!" abschließt.

Bei wem die Nazis nie weit weg sind, sind es auch Jüd*innen nicht

Apropos "wir verstehen uns": Im Jahr 2015 veröffentlichte Hallervorden einen Song, in dem folgende Verse vorgetragen wurden: "Wenn die Börse wieder kracht ~ ewig bleibt die Bankenmacht ~ Willst n' offenes Wort riskiern ~ Spekulanten kritisieren ~ hängt n' Shitstorm gleich an dir ~ Magst du Netanjahu nit ~ bist du schnell Antisemit! ~ Super coole Rufmordprofis ~ für die sind wir alle Doofis".

Nun, ich "mag" Herrn Netanjahu auch nicht. Ich gehe aber auch nicht zusammen mit ihm in die selbe Kindergartengruppe. Und dass ich ihn nicht mag, scheint mir noch kein Grund, in diese ähnlich wie bei der geschlechtergerechten Sprache in rascher Assoziationsfolge (Banken, Spekulanten, Juden, Israel, aber: Shitstorm, Rufmord, Profis, dann noch das schöne "wir"…) vorgetragene Litanei der Verschwörungsempfindsamkeit einzustimmen.


(Bild: Benjamin Netanjahu (Quelle: kremlin.ru / wikipedia))

Hier wie dort: "wir", die "ganz Normalen", die deutschen Muttersprachler, die kleinen Sparer mit Sparkassenkonto, sind die eigentlichen Opfer. "Die", die "da oben", die mit Geld, haben ungeahnte Macht und setzen ihre Weltsicht mit einer geschmierten Armee von Meinungsmachern durch. Bricht man mutig deren Tabu, wird man so lange gecancelt, mit Scheiße beworfen, verleumdet und mundtot gemacht, bis man ganz unten angekommen ist. Da wird es zur Randnotiz, dass die meisten Hörer*innen solcher Musik von Hallervordens Gehalt wohl kaum zu träumen wagen. Ganz unten, das ist, je nach Sichtwinkel, der Posten eines Theaterintendanten.

Wer die Macht hat, ist in Verschwörungstheorien relativ austauschbar

Solche Verschwörungserzählungen heften sich traditionell an allerlei Minderheiten. Das kann Frauen treffen oder Schwule, Jüd*innen und neuerdings auch immer häufiger transgeschlechtliche Frauen, die gerade zur geheimen Elite innerhalb der geheimen Elite aufzusteigen scheinen – wenn ich den Buschfunk der Verschwörungsideolog*innen korrekt mitgeschnitten habe. Doch zum Antisemitismus wird die Verschwörunsideologie wohl immer mit unsichtbarer Gravitationskraft tendieren und zurückkehren.

Frauen, die ja von geschlechtergerechter Sprache besser repräsentiert werden sollen, sind in unserer Welt von sexueller Gewalt bedroht und in ihrer Lebensführung eingeschränkt. Sie verdienen, auch in den entwickeltsten Ländern, weniger als Männer. Sie sind einem deutlich größeren Risiko von Altersarmut ausgesetzt und als Alleinerziehende stehen die Chancen gut, dass sie auch ihr ganzes Erwerbsleben in Armut verbringen. In Afghanistan vertrieben zuletzt Leute, für die die Scharia die Rechtsgrundlage darstellt, Leute von der Regierung, für die die Scharia die Rechtsgrundlage darstellt.

Und transgeschlechtliche, nichtbinäre und intergeschlechtliche Menschen, für die der Genderstern ja stehen soll, sind in einem noch viel größeren Ausmaß von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Das hat Folgen.

Die Nachteile für Menschen, die im Maskulinum nicht vorkommen, sind 100-fach belegt

Ein paar Beispiele. Laut einer Studie der Berliner Charité sind queere Menschen etwa stärker als nichtqueere in der Coronapandemie von Einsamkeit betroffen. Darunter besonders gefährdet: transgeschlechtliche, nichtbinäre und asexuelle Menschen (queer.de berichtete). Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben queere Personen, auch außerhalb der Pandemie, stärker mit stressbedingten psychischen und körperlichen Erkrankungen zu kämpfen. Besonders betroffen: transgeschlechtliche Menschen (queer.de berichtete). Das selbe Institut stellte auch fest, dass quere Menschen häufig am Arbeitsplatz diskriminiert sind. Besonders betroffen: Trans. Fast ein Drittel dieser Menschen wählt daher lieber den Weg, die sexuelle Identität vor Kolleg*innen zu verstecken (queer.de berichtete).

Laut einer italienischen Metastudie sind queere Jugendliche vier- bis sechsmal so stark gefährdet, einen Selbstmordversuch zu unternehmen. Besonders gefährdet: transgeschlechtliche Jugendliche (queer.de berichtete). Eine Studie des US-amerikanischen Williams Institute zeigt, was solche Schlaglichter auf die prekäre soziale Lage dieser Menschen für sie in wirtschaftlicher Hinsicht bedeuten. Demnach leben queere Personen häufiger als cisgeschlechtliche und heterosexuelle Personen und als Männer in Armut. Am stärksten betroffen: bisexuelle Cis-Frauen und transgeschlechtliche Personen mit jeweils 29,4 Prozent. Im Vergleich: Bei cisgeschlechtlich-heterosexuellen Männern sind es 13,4 Prozent. Und laut einem Bericht des Landes Berlin sind Übergriffe auf queere Personen nicht auf politische Extremist*innen zurückzuführen, sondern breit in der Bevölkerung verankert. Eines kann man über die Täter*innen allerdings dennoch sagen. Es sind vor allem: Männer (queer.de berichtete).

Ziemlich gewieft von den Mächtigen da oben, dass sie freiwillig in Gewalt, Ausgrenzung, Diskriminierung, Krankheit und Armut leben, nur um uns einfachen Leute in die Irre zu führen, was? Mal im Ernst: Geschlechtergerechte Sprache ist der etwas verzweifelte Versuch, an dieser ganzen Last der Ungleichheit wenigstens ein bisschen was zu ändern. Sie ist ein Mittel derer, die von "unten" kommen. Und "höheres" erreichen wollen. Wenn man sich ausgerechnet davon so heftig bedroht fühlt, spricht das für sich.



#1 DieDaObenAnonym
  • 25.08.2021, 17:01h
  • Sein Vergleich mit den Nazis ist daneben. Doch Gendern kommt nicht von unten, sondern von oben. Die Durchschnittsfrau, die beim Lidl an der Kasse sitzt oder als Erzieherin arbeitet, interessiert das gar nicht. Es sind Akademiker, Politiker, Beamte, Professoren und vor allem Journalisten (die wohl mächtigste Gruppe im Land), die sich für das Gendern einsetzen.
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#2 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 25.08.2021, 17:19h
  • Antwort auf #1 von DieDaOben
  • Oh? Diesmal ist es die Lidl-Kassiererin? Na endlich mal 'ne neue Variante. Ich kannte das bis jetzt nur mit der Aldi-Kassiererin.

    "Es sind Akademiker, Politiker, Beamte, Professoren und vor allem Journalisten (die wohl mächtigste Gruppe im Land), die sich für das Gendern einsetzen."

    Dieser Satz ist auf so unglaublich viele Weisen komplett an den Haaren herbeigezogener Bullshit, dass mir echt der Nerv fehlt, ihn zu zerpflücken. Wer sich, wie ganz offenbar Du, bisher null mit dem Thema auseinandergesetzt hat, obwohl es in der Community dazu eine jahrzehntelange Diskussion gab und gibt, sollte sich mit solchen Aussagen mal lieber schwer zurückhalten.

    Allein schon "Journalisten"... selbst wenn Du bisher keinerlei Gelegenheit gehabt haben solltest, irgendwie über das Thema nachzudenken, müsste Dir - ein gewisses rudimentäres Mindestinteresse vorausgesetzt - ohne weiteres auffallen, dass der Großteil der Presse immer wieder gegen gendergerechte Sprache hetzt. In manchen Wochen gibt es fast täglich in irgendeiner "renommierten" Gazette einen Hetzartikel dazu - die meisten sprechen von Zerstörung der Sprache. Nun also auch noch Vergewaltigung und Nazidiktatur...

    Und der arme, arme "Didi" H., der schon so glänzende Beiträge zur deutschen Sprache geleistet hat wie "Schnief, schnief di schneuf", "Palim palim" oder "Zirpelschwein", gehört natürlich auch zu den schwer Unterdrückten? Als Theaterintendant?

    Nochmal zu den Journalisten - die wohl mächtigste Gruppe im Land: was kommt als Nächstes? "Lügenpresse"?

    Mir ist so übel. So unendlich übel. Vor allem auch, weil jetzt wieder eine ewige Diskussion mit 120-200 Kommentaren zu erwarten ist, genau wie all die identischen Diskussionen zuvor... Ich bin es SO leid!
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#3 BlubAnonym
  • 25.08.2021, 17:28h
  • Antwort auf #1 von DieDaOben
  • Ach du kennst persönlich alle KasiererInnen und die sind alle gegen das Gendern?
    Leute die sich mit Diskriminierung und Queerness auseinandersetzen sind fürs Gendern. Hat nix mit Job zu tun.
    Hör mir auf mit der Mär vom kleinen Mann/Kassiererin!
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#4 KaiJAnonym
#5 JaggiAnonym
  • 25.08.2021, 17:37h
  • Antwort auf #1 von DieDaOben
  • Gender-Debatte, in der 8766. Ausgabe

    Direkt knallen wieder die beiden Extreme aufeinander.

    Der eine findet die Sprache vergewaltigt, wie es Nazis und Kommunisten tun.

    Die andere diffamiert den Gender-Gegner direkt zum alten, weißen, cis-Mann, der eigentlich selber Nazi und Antisemit sein soll.

    Tolle Diskussionskultur. Es gibt nur noch Eskalation.

    Die Leute können es nicht mehr hören. Auch 90 % der queeren Szene können es nicht mehr hören. Wer gendern will, gendert. Wer nicht, der nicht.

    Wenn die Mehrheit der Leute dass gut fänden, hätte es sich längst durchgesetzt. Vielleicht mag sich die nächste Generation daran gewöhnen, die jetzige macht es nicht.

    Natürlich kommt das nicht aus der Breite der Bevölkerung. Elitäre Lifestyle-Linke, wie es Wagenknecht nennen würde, versuchen das krampfhaft in der Breite zu etablieren, darunter auch die Kommentatorin des Artikels. Intellektuelle, Journalisten, Politiker.

    Das hat ja beim ZDF zuletzt Ausmaße angenommen beim Wort Taliban*innen, wo sich jeder Mensch nur noch an den Kopf passt.

    Trans* tut man damit keinen Gefallen. Würde man die Energie lieber dafür einsetzen, ein freies Trans*-Selbstbestimmungsgesetz zu etablieren, wäre eine riesige Baustelle der queeren Menschen abgeräumt.
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#6 StaffelbergblickAnonym
  • 25.08.2021, 17:51h
  • Antwort auf #5 von Jaggi
  • "Das hat ja beim ZDF zuletzt Ausmaße angenommen beim Wort Taliban*innen, wo sich jeder Mensch nur noch an den Kopf passt." und was sagen die Taliban*innen, die in den USA oder Deutschland leben dazu????
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#7 DieDaObenAnonym
#8 LegatEhemaliges Profil
#9 SakanaAnonym
  • 25.08.2021, 18:39h
  • Antwort auf #8 von Legat
  • Diese Trope "Dat versteht der kleine Mann/die kleine Frau an der Kasse/hinterm Tresen/in der Tram doch eh nicht" regt mich eh schon seit längerer Zeit gepflegt auf, weil dem eben nicht so ist und man nicht immer von Beruf, Geschlecht und sexueller Ausrichtung auf die Akzeptanz geschlechtergerechter Sprache schließen kann...

    Bei der Alternativen für Dumme rennen zig Professor:innen und eigentlich sehr gebildete Leute rum, die die geschlechtergerechte Sprache aufs Tiefste verabscheuen und dann gibts wieder Köch:innen, die jede:n so nehmen, wie sie nun mal daherkommen ("Jede Jeck is anders" in Kölle).

    Hallervorden hat sich mit seiner Tirade echt so gar keinen Gefallen getan.
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#10 LegatEhemaliges Profil
  • 25.08.2021, 19:10h
  • Antwort auf #9 von Sakana
  • Ich persönlich hasse es, wenn Leute sind anmaßen "für den kleinen Mann von der Straße" sprechen zu wollen. Üblicherweise tun das genau jene, die genau das nicht sind, abgesehen davon dass "der kleine Mann von der Straße" nichts weiter als ein billiges Klischee ist, um die eigene, fragwürdige Pseudo-Argumentation zu unterstützen.
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