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Spendenkampagne

Hilferuf der Aidshilfe Köln zum CSD: "Die Lage ist ernst"

Zum CSD-Wochenende meldet sich die Kölner Aidshilfe mit einem dramatischen Appell an die Stadtgesellschaft. Wegen fehlender Einnahmen stehe der Verein "vor dem Aus".


Aktivist*innen vor dem Aidshilfe-Gesundheitszentrum Checkpoint (Bild: Facebook / Aidshilfe Köln)

  • 27. August 2021, 12:36h, noch kein Kommentar

"Wir befinden uns in einer Notlage", so Oliver Schubert, der Geschäftsführer der Kölner Aidshilfe, in einer Mitteilung vom Freitag. Wegen fehlender Finanzierungsmittel für den bevorstehenden Umzug in ein neues barrierefreies Haus direkt an der Haltestelle Heumarkt stehe die "bedeutsame Arbeit der letzten Jahre nun vor dem Aus".

Dank der Unterstützung vieler Spender*innen – ebenso wie der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Kämpgen-Stiftung und der GAG Immobilien AG – hatte das größte Bau- und Umzugsvorhaben der Vereinsgeschichte vor fünf Jahren in Angriff genommen werden können. Doch trotz viel Unterstützung fehlten laut den Aktivist*innen auf der Zielgeraden noch rund 500.000 Euro. "Wir befinden uns in einer Notlage", sagt Schubert mit Blick auf die aktuelle finanzielle Situation – und appelliert an Politik und Stadtgesellschaft mit der Bitte um weitere Unterstützung. "Die Lage ist ernst."

Gespräche mit Hausbank

"Wir führen gerade Gespräche über ein Darlehen mit unserer Hausbank. Wenn wir bis Ende September unsere Liquidität nicht sichern, dann wissen wir nicht, wie wir die Arbeit der Aidshilfe fortsetzen können", erklärt Schubert, der die Geschäftsführung im vergangenen Jahr von Michael Schuhmacher übernommen hatte.

Schuld an der finanziellen Misere seien unvorhergesehene Kosten. Allein die Umstrukturierung der Angebote während der Pandemie und Ausfälle durch weggebrochene Einnahmen habe die Aidshilfe rund 100.000 Euro gekostet.

Insgesamt seien rund eine halbe Million Euro Eigenmittel bereits in das neue umgebaute Haus geflossen, das zu einem günstigen Preis von der GAG für die nächsten 20 Jahre gemietet wird. "Neben Geld fehlt aber auch die Zeit, dieses Defizit nach und nach auszugleichen und die Arbeit des Vereins so neu zu strukturieren, dass die Darlehens-Rückzahlungen erfolgen können", so Schubert. Er sei aber der festen Überzeugung, dass die Krise bewältigt werden könnte.

Die Aidshilfe befinde sich mit Politik und Stadt bereits im Gespräch. "Wir haben in der Vergangenheit schon viel geschafft und große Unterstützung erhalten. Allein im Jahr 2020 konnten wir rund 250.000 Euro an Spendengeldern einwerben, die aber in die laufende Arbeit zur Refinanzierung nicht öffentlich geförderter Stellenanteile fließen müssen", so Schubert. Auch im ersten Halbjahr habe die Aidshilfe dank einer Spendenkampagne schon mehr Spenden eingenommen als im Vergleichszeitraum der Vorjahre.

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Posted by Aidshilfe Köln on Tuesday, August 24, 2021
Facebook / Aidshilfe Köln | Die Aidshilfe ist in der Kölner Stadtgesellschaft verankert – erst vergangenes Wochenende wurde der Aidshilfe-Benefizlauf "Run of Colours" mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Köln ausgezeichnet. Auch OB Henriette Reker war dabei
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Doch es reiche noch nicht aus. Deswegen werde im September eine weitere Spendenkampagne gestartet. 90 Personen aus der Szene, dem Sport, dem Rundfunk, der Politik, der Musik und dem Karneval sollen sich an der Kampagne beteiligen. Neben den Anstrengungen des Vereins würden Spenden helfen, "die Aidshilfe durch diese schwere Situation zu bringen und die wichtige Arbeit des Vereins aufrechtzuerhalten".

Aidshilfe seit über 35 Jahren eine Institution in der Domstadt

Die Aidshilfe Köln war 1985 gegründet worden. Anfangs war das Ziel der Aktivist*innen meist nur das Hinauszögern des Stadiums Aids. Damit sollte Zeit gewonnen werden, bis es neue Therapieoptionen gibt. Viele Menschen starben jedoch, bevor die antiretrovirale Therapie in den Neunzigerjahren zum Standard wurde. Inzwischen konnte so HIV zu einer chronischen Krankheit gemacht werden, die nicht mehr tödlich enden muss. 95 Prozent der Menschen in der heutigen Therapie sind mit ihrer Viruslast unter der Nachweisgrenze und können somit keine Infektion mehr übertragen. Mittlerweile beträgt der jährliche Haushalt des Vereins 2,1 Millionen Euro. Davon müssen jährlich 300.000 Euro an Eigenmitteln erwirtschaftet werden, um vor allem die Stellenanteile in der Verwaltung, im Test-Beratungsangebot des Checkpoints, der Öffentlichkeitsarbeit und im Eventmanagement zu finanzieren.

An diesem Wochenende findet in Köln der CSD statt. 100 Gruppen haben sich für die Demonstration am Sonntag angemeldet (queer.de berichtete). (pm/dk)

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Posted by Aidshilfe Köln on Thursday, August 5, 2021
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