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USA

Schulbezirk muss 1,3 Millionen Dollar für Trans-Diskriminierung bezahlen

Eine öffentliche Schule wollte zu Obama-Zeiten einem trans Schüler partout nicht erlauben, die Jungs-Toilette aufzusuchen. Nun endet ein sieben Jahre dauernder Rechtsstreit mit einem großen Scheck.


Gavin Grimm bei einem seiner vielen TV-Interviews (Bild: Screenshot CBSN)

Ein Schulbezirk in Virginia und die Anwält*innen des inzwischen 22-jährigen trans Schülers Gavin Grimm haben sich außergerichtlich auf die Zahlung von 1,3 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) geeinigt. Das Geld wird die gesamten Anwaltskosten von Grimm abdecken, die in dem sieben Jahre andauernden Rechtsstreit angefallen sind.

Der Hintergrund dieser amerikanischen Odyssee geht auf das Jahr 2014 zurück: Damals outete sich Grimm in seiner Highschool in Gloucester als trans. Danach begann der damals 15-Jährige als Mann zu leben und durfte auch zwei Monate lang die Jungstoilette in seiner öffentlichen Schule benutzen. Nach Protesten von mehreren transphoben Eltern anderer Schüler*innen untersagte ihm die Schule im Dezember 2014 die Nutzung der Toilette, ebenso wie von allen anderen geschlechtergetrennten Einrichtungen wie Umkleidekabinen.

Gegen diese Ungleichbehandlung klagte Grimm – der Fall "Gavin Grimm v. Gloucester County School Board" ging durch die Instanzen. Vor gut einem Jahr entschied ein Bundesberufungsgericht zugunsten des Schülers. Die Schule habe sowohl gegen ein Gleichbehandlungsgesetz aus dem Jahr 1972 als auch gegen das Gleichbehandlungsgebot in der US-Verfassung verstoßen, als sie den Schüler nicht als Mann anerkannte (queer.de berichtete). Der Supreme Court entschied im Juni diesen Jahres, dass das Urteil der Vorinstanz in Kraft bleibt (queer.de berichtete).

Mit der Strafzahlung ist der Fall damit beendet. Laut Josh Block, einem Anwalt der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU), sei die Rechtauffassung von Grimm damit "in vollem Umfang bestätigt" worden.

Direktlink | Gavin Grimm bei einem TV-Interview nach seinem Sieg im Supreme Court vor zwei Monaten
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Der Fall war nach dem Ende der Obama-Amtszeit zu einem Politikum geworden, weil der neue US-Präsident Donald Trump den Schutz von trans Schüler*innen nicht mehr verpflichtend machte (queer.de berichtete). Nach der Wahlniderlage Trumps im Herbst 2020 machte seine Republikanische Partei die Ablehnung von Trans-Rechten zu einem ihrer größten Themen: Die Partei sieht die Gleichbehandlung von trans Menschen als Angriff auf Frauenrechte und beschuldigt die Biden-Regierung, Kinder in den "Transgenderismus" zu treiben (queer.de berichtete). (dk)



#1 DQ24Anonym
  • 27.08.2021, 13:29h
  • Der Vergleich geht für die Anwaltskosten drauf. Der Junge hat nichts davon. Und warum? Weil eine Schulbehörde nicht zugeben wollte, einen ihrer Schüler diskriminiert zu haben.
    Normalerweise ist es in den USA so, dass der Anwalt vom Vergleich einen gewissen Prozentsatz bekommt, der Rest dem Geschädigten gehört.
    Ich finde den Vergleich eine Schande, weil damit kein Schuldeingeständnis der Behörde damit einhergeht.
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