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Fußball und Diskriminierung

FIFA zeigt Toleranz für Homophobie

Erneut gefällt sich ein Fußball-Dachverband als Schutzmacht der Homo-Hasser: Nach dem UEFA-Regenbogenverbot erlässt der Weltverband FIFA dem mexikanischen Fußballbund die Hälfte einer Strafe für homophobe Fangesänge.


Die FIFA will es sich offenbar mit homophoben Fans nicht verscherzen (Bild: Ben Sutherland / flickr)

Der Fußball-Weltverband FIFA hat am Mittwoch mitgeteilt, dass eine wegen Homophobie ausgesprochene Strafe gegen den mexikanischen Fußballbund FMF halbiert werde. Statt zwei Geisterspiele muss das mexikanische Team nur mehr eines in Kauf nehmen. Damit dürfen keine Fans ins Aztekenstadion von Mexiko-Stadt bei dem WM-Qualifikationsspiel am 2. September gegen Jamaika kommen. Zudem hält die FIFA an der – eher symbolischen – Geldstrafe in Höhe von 60.000 Schweizer Franken (55.000 Euro) fest.

Hintergrund sind die schon traditionellen "¡Puto!"-Sprechchöre mexikanischer Fans. Puto bedeutet auf Deutsch so viel wie Schwuchtel. Seit Jahren beschimpfen mexikanische Anhänger*innen so Spieler des gegnerischen Teams. Bei der aktuellen Strafe ging es um entsprechendes Fanverhalten bei zwei Spielen des Olympia-Qualifikationsturniers im März.

Die FIFA erklärte, die Strafe sei reduziert worden, weil der mexikanische Fußballbund "große Anstrengungen unternommen" habe, Diskriminierungen zu beseitigen. Viele queere Fans sind aber empört über die Milde gegenüber Homophobie durch den Weltverband. Die queere US-Seite "Outsports" erklärte etwa, mit der Entscheidung "zeigt die FIFA erneut der LGBTQ-Community den Mittelfinger". "Outsports"-Gründer Cyd Zeigler argumentierte: "Fans, die homophobe Sprechgesänge lieben, nach einem Spiel zurück ins Stadion zu lassen, wird nichts erreichen. […] Die Sprechgesänge werden sehr schnell weitergehen."

Mexikanische Fans machen weiter mit homophoben Fangesängen

Schon am Mittwochabend starteten mexikanische Fans erneut mit "Schwuchtel"-Rufen beim Allstars-Spiel zwischen der mexikanischen Fußballliga MX und dem amerikanisch-kanadischen Pendant MLS. Das im kalifornischen Los Angeles ausgetragene Spiel wurde wegen der homophoben Rufe zwar kurz unterbrochen. Nach dem Wiederanpfiff gingen die Rufe nach einer kurzen Pause aber weiter. Fans, die sich an diesen Rufen beteiligten, wurden laut Medienberichten nicht sanktioniert. Das MLS-Team konnte das Duell mit 3:2 nach Elfmeterschießen gewinnen.

Twitter / ArashMarkazi
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Die Milde der FIFA erfolgte nur wenige Wochen nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft, bei der die UEFA viele queere Fans gegen sich aufgebracht hat: So hatte der europäische Verband Regenbogenbeleuchtung am Münchner Stadion und Regenbogenwerbung in den homophoben Ländern Russland und Aserbaidschan verboten.



#1 LegatProfil
  • 27.08.2021, 17:45hFrankfurt am Main
  • Diese ganzen korrupten Sportverbände und diesen ganzen Moloch industrialisierten Sports sollte man auflösen.

    Hab mir vor ein paar Tagen ein Live Freundschaftsspiel von 2 lokalen Fussballclubs angesehen. War kostenlos, lokal und damit hervorragend in der CO2 Bilanz und darüber hinaus auch noch wesentlich engagierter und authentischer als jedes WM-Endspiel.
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