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Berlin

100 Kulturschaffende wollen Klaus Lederer als Müllers Nachfolger

In den Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl liegt die Berliner Linke abgeschlagen auf dem vierten Platz. Doch nun gibt es Rückenwind aus der Kunst- und Kulturszene für den schwulen Spitzenkandidaten.


Klaus Lederer (Die Linke, l.) will Michael Müller (SPD) im Amt des Regierenden Bürgerneisters beerben. Seine persönlichen Umfragewerte sind gut, die seiner Partei weniger (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

100 Berliner Künstler*innen rufen in einer privaten Zeitungsanzeige dazu auf, bei der parallel zur Bundestagswahl stattfindenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus für die Linke und ihren Spitzenkandidaten Klaus Lederer zu stimmen. "Wir werden verlieren, wenn Klaus Lederer Regierender Bürgermeister wird: Den besten Kultursenator, den wir je hatten", heißt es in der am Freitag im "Tagesspiegel" geschalteten Werbung. "Aber für Berlin machen wir das!".


Die Anzeige im "Tagesspiegel"

Lederers Partei wird im Text nicht erwähnt. Zu den Unterzeichner*innen gehören u.a. die Schauspieler*innen Katharina Thalbach, Corinna Harfouch und Robert Stadlober, der Musiker Andrej Hermlin sowie die Schriftsteller*innen Wladimir Kaminer und Sibylle Berg. Aus der queeren Community sind u.a. Johannes Kram, Sigrid Grajek, Norbert Bisky, Andreas Schwarz, Thomas Götz von Aust und DJ Maringo dabei.

Franziska Giffey führt die Umfragen an

Nach der jüngsten Umfrage von Infratest dimap für den rbb kommt die SPD mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey in Berlin derzeit auf 23 Prozent. Auf Platz zwei steht die CDU von Kai Wegner mit 19 Prozent, gefolgt von der Grünen und ihrer Bürgermeisterkandidatin Bettina Jarasch mit 17 Prozent. Die Linke kann nur mit zwölf Prozent der Stimmen rechnen, die AfD mit elf und die FDP mit acht Prozent.

Auch in der Beliebtheitsliste der Spitzenkandidat*innen liegt in der Infratest-dimap-Umfrage die SPD-Kandidatin Giffey vorne. Mit ihr zeigen sich 37 Prozent zufrieden. Gleich darauf folgt jedoch Linken-Kandidat Lederer mit 31 Prozent. Die Zufriedenheitswerte von FDP-Kandidat Sebastian Czaja liegen bei 20 Prozent, die von CDU-Kandidat Wegner bei 16 Prozent. Die Grünen-Kandidatin Jarasch kommt mit elf Prozent nur auf den fünften Platz.

Berlins Queerpolitik trägt Lederers Handschrift

Klaus Lederer ist seit 2016 Kultur- und Europasenator im rot-rot-grünen Berliner Senat. Der 1974 in Schwerin geborene und in Frankfurt an der Oder aufgewachsene Politiker war nach der Wende im Jahr 1992 in die PDS eingetreten. In der Partei legte er einen schnellen Aufstieg hin: Seit 2003 ist er ununterbrochen Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, von 2005 bis 2016 war er Landesvorsitzender der Linken.

Als Kultursenator mauserte sich Lederer zeitweise zum beliebtesten Politiker der Hauptstadt. Aber auch die Queerpolitik trägt seine Handschrift. Bereits 2010 sorgte der mit seinem langjährigen Partner Oskar verheiratete 46-Jährige dafür, dass mit der "Initiative Sexuelle Vielfalt" der bundesweit erste Landesaktionsplan gegen Homo- und Transfeindlichkeit in Kraft trat. Zu den Corona-Weihnachten 2020 lag es auch am Einsatz von Klaus Lederer, dass Begegnungen von Nicht-Verwandten in der Hauptstadt möglich wurden. (cw)



#1 NevermindAnonym
  • 28.08.2021, 08:04h
  • Hallo! Klaus Lederer ist auch für mich unter dem Berliner Spitzenpersonal der sympathischste und derjenige, der einen guten Job macht. Schade, dass er in der falschen Partei ist, aus meiner Perspektive. Bisher habe ich immer Die Grünen gewählt, aber deren Spitzenpersonal hat mich (in Berlin jedenfalls) in den letzten fünf Jahren vergrault. Frau Giffey dagegen ist uns damals schon positiv aufgefallen, als sie noch in Neukölln war und das hat schließlich den Ausschlag gegeben, dass ich gestern erstmals SPD gewählt habe. Dass im Artikel Sibylle Berg und Robert Stadlober zu den >>Berliner Künstler*innen<< gezählt werden, hat mich etwas überrascht, die hätte ich ganz woanders vermutet.
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#2 KaiJAnonym
#3 LotiAnonym
  • 28.08.2021, 09:32h
  • Antwort auf #1 von Nevermind
  • Ebenso halte auch ich Klaus Lederer für einen guten und sogar durchaus fähigen Politiker. Ob er aber Bürgermeister von Berlin wird, das halte ich leider für ausgeschlossen. Frau Giffey wähnt sich schon in den oberen Rängen. Aber toll fände ich es, wenn er es trotz allem würde. Da würden so manche in der Hauptstadt Gift u.Galle spucken.
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#4 KaiJAnonym
  • 28.08.2021, 09:51h
  • Antwort auf #2 von KaiJ
  • Die Frage sollte auch an die Allgemeinheit gestellt sein. Also an alle: Kann der Lederer mehr als Queer- bzw. Kulturpolitik? Das ist schon wichtig, sollte die Verantwortung nahe einer Richtlinienkompetenz in die Hände einer putinnahen Partei gegeben werden.
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#5 marcocharlottenburgAnonym
  • 28.08.2021, 12:58h
  • Antwort auf #4 von KaiJ
  • Mal von der Partei abgesehen, zeig mir bitte eine*n Politiker*in oder sonst irgend einen Menschen, der zu allen Themen dieser Welt über Sachverstand verfügt. Richtlinienkompetenz heißt nicht, dass man deshalb alles wissen und können muss. Wichtig ist sich entsprechend zu informieren, beraten zu lassen und auch abweichende Positionen zu berücksichtigen und dann abgewogene Entscheidungen zu treffen.

    Was du möchtest , ist eine eierlegende Wollmilchsau. Die gibt es in der Politik und auch sonst nicht.
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#6 KaiJAnonym
#7 Ernst ReuterAnonym
  • 28.08.2021, 16:50h
  • Antwort auf #6 von KaiJ
  • Sorry, aber die Linke ist die einzige Partei, die sich noch einigermaßen glaubhaft für die mittleren und unteren Einkommensschichten einsetzt. Der Mietspiegel bspw. war sinnvoll, da er die unteren Einkommensschichten vor unverhältnismäßig steigenden Mieten geschützt hat. Müsste nur auf Bundesebene gemacht werden, doch da kommt nichts.
    Die Linke zu wählen wäre wenigstens ein Signal an die anderen Parteien, dass im sozialen Bereich mehr gemacht werden muss!
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#8 KaiJAnonym
#9 Ernestine ReuterAnonym
  • 28.08.2021, 17:37h
  • Antwort auf #7 von Ernst Reuter
  • Der Mietendeckel war von Anfang an verfassungswidrig, worauf Juristen, die eben der Linken nicht nahestanden, immer hingewiesen haben. Wer zahlt denn jetzt eigentlich die ganzen Kosten, die die Organisation und die Gerichtsprozesse gekosten haben? Da hält sich man sich dann vornehm zurück. Muss ja dann der Bürger mit seinen Steuern zahlen.
    Wieviel Menschen ihre vermietete Wohnung an Großunternehmen verkaufen mussten, weil sie den Schuldendienst nicht mehr bezahlen konnten, kann man letztens erst in den Berliner Zeitungen nachlesen.
    Die Mieter, die das Geld statt zur Seite zu legen, ausgegeben haben, wurden anschließend von RRG gut unterstützt. Die kleinen Vermieter, die ihre vermietete Wohnung mit Verlust verkaufen mussten (weil natürlich Handwerker u. ä. nicht auf die Preise von vorher zurückgeführt wurden), blieben auf ihrem Desaster sitzen.
    Der größte Teil der Berliner Mietwohnungen gehört eben nicht den Großkonzernen. Aber obwohl inzwischen das Ausmaß der Schäden allein durch die kurze Zeit des verfassungswidrigen Mietendeckels so langsam klar wird, gibt es immer wieder welche, die gern die DDR zurückhätten, in der die Mietpreise "zugunsten des kleinen Mannes" von oben bestimmt wurden und die Häuser verfielen, weil wegen der geringen Mieten das Geld für Instandsetzungen einfach fehlte.
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#10 Ernst ReuterAnonym