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Berlin
100 Kulturschaffende wollen Klaus Lederer als Müllers Nachfolger
In den Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl liegt die Berliner Linke abgeschlagen auf dem vierten Platz. Doch nun gibt es Rückenwind aus der Kunst- und Kulturszene für den schwulen Spitzenkandidaten.

Klaus Lederer (Die Linke, l.) will Michael Müller (SPD) im Amt des Regierenden Bürgerneisters beerben. Seine persönlichen Umfragewerte sind gut, die seiner Partei weniger (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)
- 28. August 2021, 04:42h 2 Min.
100 Berliner Künstler*innen rufen in einer privaten Zeitungsanzeige dazu auf, bei der parallel zur Bundestagswahl stattfindenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus für die Linke und ihren Spitzenkandidaten Klaus Lederer zu stimmen. "Wir werden verlieren, wenn Klaus Lederer Regierender Bürgermeister wird: Den besten Kultursenator, den wir je hatten", heißt es in der am Freitag im "Tagesspiegel" geschalteten Werbung. "Aber für Berlin machen wir das!".

Die Anzeige im "Tagesspiegel"
Lederers Partei wird im Text nicht erwähnt. Zu den Unterzeichner*innen gehören u.a. die Schauspieler*innen Katharina Thalbach, Corinna Harfouch und Robert Stadlober, der Musiker Andrej Hermlin sowie die Schriftsteller*innen Wladimir Kaminer und Sibylle Berg. Aus der queeren Community sind u.a. Johannes Kram, Sigrid Grajek, Norbert Bisky, Andreas Schwarz, Thomas Götz von Aust und DJ Maringo dabei.
Franziska Giffey führt die Umfragen an
Nach der jüngsten Umfrage von Infratest dimap für den rbb kommt die SPD mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey in Berlin derzeit auf 23 Prozent. Auf Platz zwei steht die CDU von Kai Wegner mit 19 Prozent, gefolgt von der Grünen und ihrer Bürgermeisterkandidatin Bettina Jarasch mit 17 Prozent. Die Linke kann nur mit zwölf Prozent der Stimmen rechnen, die AfD mit elf und die FDP mit acht Prozent.
Auch in der Beliebtheitsliste der Spitzenkandidat*innen liegt in der Infratest-dimap-Umfrage die SPD-Kandidatin Giffey vorne. Mit ihr zeigen sich 37 Prozent zufrieden. Gleich darauf folgt jedoch Linken-Kandidat Lederer mit 31 Prozent. Die Zufriedenheitswerte von FDP-Kandidat Sebastian Czaja liegen bei 20 Prozent, die von CDU-Kandidat Wegner bei 16 Prozent. Die Grünen-Kandidatin Jarasch kommt mit elf Prozent nur auf den fünften Platz.
Berlins Queerpolitik trägt Lederers Handschrift
Klaus Lederer ist seit 2016 Kultur- und Europasenator im rot-rot-grünen Berliner Senat. Der 1974 in Schwerin geborene und in Frankfurt an der Oder aufgewachsene Politiker war nach der Wende im Jahr 1992 in die PDS eingetreten. In der Partei legte er einen schnellen Aufstieg hin: Seit 2003 ist er ununterbrochen Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, von 2005 bis 2016 war er Landesvorsitzender der Linken.
Als Kultursenator mauserte sich Lederer zeitweise zum beliebtesten Politiker der Hauptstadt. Aber auch die Queerpolitik trägt seine Handschrift. Bereits 2010 sorgte der mit seinem langjährigen Partner Oskar verheiratete 46-Jährige dafür, dass mit der "Initiative Sexuelle Vielfalt" der bundesweit erste Landesaktionsplan gegen Homo- und Transfeindlichkeit in Kraft trat. Zu den Corona-Weihnachten 2020 lag es auch am Einsatz von Klaus Lederer, dass Begegnungen von Nicht-Verwandten in der Hauptstadt möglich wurden. (cw)










