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Fußball
Liverpool verurteilt homophobe Gesänge der eigenen Fans
Beim Heimspiel gegen den FC Chelsea sangen FC-Liverpool-Fans erneut schwulenfeindliche Lieder. Der Verein ruft nun Stadiongäste dazu auf, entsprechende Vorfälle der Polizei zu melden.
- 29. August 2021, 12:10h 2 Min.
Der FC Liverpool hat homophobe Gesänge der eigenen Anhängerschaft während seines Heimspiels gegen den FC Chelsea (1:1) verurteilt. "Der FC Liverpool ist enttäuscht über Berichte, wonach ein kleiner Teil unserer Fans während der Partie gegen Chelsea in Anfield am Samstag beleidigende Lieder gesungen hat", hieß es in einer Mitteilung auf der Clubwebsite vom späten Abend.
Liverpool rief dazu auf, Vorfälle von Diskriminierung dem Verein oder der Polizei zu melden. "Der Club verurteilt dieses Verhalten scharf und wird alle gemeldeten Vorwürfe über missbräuchliches und/oder diskriminierendes Verhalten mit den zuständigen Behörden prüfen, um die Täter zu identifizieren."
"Rent boy"-Rufe beim Spiel gegen Norwich City
Bereits vor zwei Wochen war beim Ligaspiel zwischen Liverpool und Norwich City ein Spieler des gegnerischen Teams als "Rent boy" (Strichjunge) beschimpft worden (queer.de berichtete). Der im Nordwesten Englands gelegene Verein hatte die Fangesänge bereits damals als "beleidigend und unangemessen" kritisiert. Jürgen Klopp, der deutsche Trainer des Kultvereins, bezeichnete Fans, die bei homophoben Fangesängen mitmachen, sogar als "Idioten" (queer.de berichtete).
Die Beschimpfung von gegnerischen Fußballern als "Rent boys" hat in England bereits eine lange Tradition. Sie richtet sich besonders gegen Liverpools Liga-Konkurrenten FC Chelsea aus London. Demnach soll die Beschimpfung darauf zurückgehen, dass in den Achtzigerjahren ein Chelsea-Ultra beim Sex mit einem Strichjungen erwischt worden sein soll. Hintergrund für die Schmähgesänge vor zwei Wochen war, dass der beschimpfte Norwich-City-Spieler in dieser Saison vom FC Chelsea ausgeliehen wurde. (cw/dpa)














