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Ministerielles Rundschreiben

Sachsen erlässt Genderverbot an Schulen

In Schreiben von sächsischen Schulen dürfen künftig Gendersternchen und Co. nicht mehr verwendet werden.


Das Gendersternchen ist vielen ein Hassobjekt (Bild: Catherine / flickr)

Schulen im Freistaat Sachsen ist es künftig untersagt, bestimmte Formen der geschlechtergerechten Sprache in Korrespondenz mit Eltern oder Schüler*innen anzuwenden. Wie die "Dresdner Neuen Nachrichten" (Bezahlartikel) am Montag berichtete, gehe dieses Verbot aus einem Schreiben des Hauses von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hervor.

Wörtlich heiße es demnach in einem von zwei Männern verfassten ministeriellen Rundschreiben: "Die Verwendung von Sonderzeichen, wie Gender-Stern, Gender-Doppelpunkt, Gender-Unterstrich oder Doppelpunkt im Wortinneren, erfüllt weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung noch entspricht sie den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks, welches die Grundlage für die deutsche Rechtschreibung bildet und somit auch für die Schulen gilt." Daher seien Gendersternchen und Co. "im Bereich der Schule und in offiziellen Schreiben von Schulen nicht zu verwenden."

Dennoch beharren die Autoren nicht darauf, nur männliche Formen zu verwenden. Sie bieten als Alternativen für Gendersternchen und Co. etwa geschlechtneutrale Formulierungen ("Lehrkräfte", "Jugendliche") oder Paarformen an (die Anschrift des Schreibens lautet: "Sehr geehrte Schulleiterinnen, sehr geehrter Schulleiter"). Auch Passivformen oder Umschreibungen wie "Alle, die dieses Angebot nutzen" dürften verwendet werden, um nicht nur Männer anzusprechen.

Debatte um Genderverbote voll entfacht

Die Debatte über Gendersternchen und ähnliche Sprachkonstrukte wie den Gender-Doppelpunkt hat in den vergangenen Jahren an Härte gewonnen. Ziel des Vorgehens ist es insbesondere, Frauen sprachlich sichtbar zu machen. Auch nichtbinäre Menschen sollen so in die Sprache integriert werden. Insbesondere konservative Politiker*innen wehren sich aber gegen den Versuch, Sprache auf diese Art geschlechtergerechter zu machen – und wollen mit Gesetzen Genderverbote verankern, wie es etwa der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß forderte (queer.de berichtete). Auch der Bayerische Rundfunk erließ ein weitgehendes Genderverbot in TV- und Radiosendungen (queer.de berichtete).

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Sogar beim ersten Triell zwischen die Kanzlerkandidat*innen am Sonntagabend spielte geschlechtergerechte Sprache eine Rolle. Favorit Armin Laschet (CDU) erklärte, es gebe wichtigere Themen und behauptete zudem, Durchschnittsleute würden das Gendersternchen "nicht verstehen" (queer.de berichtete). (dk)



#1 userer
  • 30.08.2021, 14:28h
  • WER also ist es, der anderen vorschreibt, wie sie zu sprechen haben? Hiermit bewiesermaßen *nicht* diejenigen, die gendergerechte Sprache befürworten, sondern diejenigen, die Sprachgerechtigkeit bekämpfen!
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#2 Dr AcheAnonym
#3 QwertzuiopüAnonym
  • 30.08.2021, 15:19h
  • ich persönlich finde, dass Gendersternchen, Unterstriche uä. den Lesefluss wesentlich weniger stören als partizipien oder gar passivkonstruktionen.
    Aber okay, vor der Bundestagswahl versucht die Union nochmal in alle Richtungen gleichzeitig zu blinken, I guess.
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#4 normanjaProfil
  • 30.08.2021, 15:37hNürnberg
  • Antwort auf #2 von Dr Ache
  • Soll das, was die Mehrheit (vermeintlich - denn die Mehrheit ist größtenteils uninformiert) will, ein Argument sein?

    Mit Verlaub, ich denke, dann würden wir hier nicht diskutieren. Dann würden wir nicht existieren.
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#5 Dr AngsalierenAnonym
  • 30.08.2021, 15:53h
  • Antwort auf #2 von Dr Ache
  • Du willst ablenken. Darum geht es hier nicht. Es geht hier um Sprechverbote, die von denjenigen erlassen werden, die ansonsten immer angebliche Sprechverbote zu Unrecht beklagen.

    So viel solltest du schon verstehen, um ernsthaft mitdiskutieren zu können.
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#6 RerunProfil
#7 LegatProfil
  • 30.08.2021, 16:48hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #1 von userer
  • "WER also ist es, der anderen vorschreibt, wie sie zu sprechen haben? Hiermit bewiesermaßen *nicht* diejenigen, die gendergerechte Sprache befürworten, sondern diejenigen, die Sprachgerechtigkeit bekämpfen!"

    100% Zustimmung hierzu von meiner Seite, liebe:r userer.

    Das ist somit schon das zweite Verbot dieser Art, welches von einer staatlichen Stelle verordnet wurde. Das erste kam ja vom BR. Weitere werden folgen.

    Aber nein, es sind ja die Befürworter geschlechtergerechter Sprache, die angeblich eine "Gesinnungsdiktatur" errichten wollen...
    Kannste dir echt nicht ausdenken!
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#8 MuffiAnonym
  • 30.08.2021, 16:50h
  • Da mach ich das Fenster auf und wundere mich, wieso es auf einmal von draußen so muffig reinzieht...

    Da hat wohl auch jemand im Ministerium das Fenster geöffnet.

    Immer dran denken, wenn Konservative "Cancel Culture" blöken (oder was auch immer in's Hirn klappert), ist meistens Projektion in Reinform.
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#9 QwertzuiopüAnonym
  • 30.08.2021, 17:20h
  • Wenn mal wieder bin "sprachpolizei" die Rede ist, kann man übrigens bei der Gelegenheit auch gerne mal wieder an die Bemühungen zur sogenannten Leitkultur der Konservativen erinnern. Von keinem Menschen, der im Alltag oder Beruf gendert, habe ich bisher gehört, dass er andere dazu verpflichten will. Der Gedanke Normen über Verordnungen zu vermitteln kommt immer von den Konservativen, wie jetzt auch wieder.
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#10 MaybemeAnonym
  • 30.08.2021, 19:06h
  • Antwort auf #6 von Rerun
  • Hier geht es nicht darum, was beigebracht wird. Hier geht es darum, den Schulen die Kommunikation mit SuS und deren Eltern vorzuschreiben.

    Ja, etwas normales in der Berufswelt, als dass auch deine Firma dir Vorgaben zur Aussenkommunikation machen kann.

    Es gibt ja auch Gründe Aussenkommunikation zu vereinheitlichen. Streitet vermutlich niemand an.

    Interessant ist hier primär, wer es hier macht und gleichzeitig das selbe von anderen behauptet.

    Kommen wir aber noch zu dem anderen Punkt von dir. Hier liegt nämlich noch was verborgen. Ich stimme dir zu, dass SuS richtig schreiben lernen sollen, ja.

    Aber sie sollten auch den Zweck von Kommunikation lernen, was ausser dem offensichtlichen noch gesagt wird, und warum es Varianten gibt, und welchen Zweck sie erfüllen und wie man eine bewusste Entscheidung trifft, ob eine Variante sinnvoll ist hier zu nutzen.
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