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Urteil

Bangladesch: Islamisten für Mord an LGBTI-Aktivisten zum Tode verurteilt

Mehr als fünf Jahre nach dem brutalen Mord an zwei queeren Aktivisten sind die Täter schuldig gesprochen worden.


Xulhaz Mannan (l.) und Mahbub Rabbi Tonoy mussten ihren Einsatz für LGBTI-Rechte mit dem Leben bezahlen

Ein Anti-Terror-Tribunal in Dhaka hat sechs Islamisten für den Mord an den queeren Aktivisten Xulhaz Mannan und Mahbub Tonoy zum Tode verurteilt. Es sei erwiesen, dass die Anhänger der in dem mehrheitlich muslimischen Land verbotenen Terrorgruppe Ansar al-Islam die Aktivisten im April 2016 in ihrer Wohnung zu Tode gehackt haben, sagte der Anklagevertreter Golam Sarwar Khan Zakir am Dienstag. Er erklärte außerdem, dass fünf der Verurteilten in einem weiteren Prozess, in dem die Tötung von US-Blogger Avijit Roy und Publizist Faisal Arefin Dipan verhandelt wird, eine weitere Verurteilung drohe.

Zwei der verurteilten Islamisten – darunter ein Ex-Armeeoffizier – seien noch auf der Flucht. Weitere Angeklagte seien mangels Beweisen freigesprochen worden. Der Verteidiger sagte, dass das Urteil an einem höheren Gericht angefochten werden solle.

Die Gruppe Ansar al-Islam hatte bereits Angriffe auf andere Menschen verübt, die sie für anti-islamisch halten. Die Gruppe sagt, sie sei mit Al-Kaida verbunden, die den Mord an den beiden Aktivisten für sich beansprucht hatte.

Tat hatte weltweit Empörung ausgelöst

Der brutale Mord, beim dem auch ein 18-jähriger Wachmann verletzt wurde, hatte vor fünf Jahren weltweit Empörung ausgelöst (queer.de berichtete). Der 35-jährige Mannan war Herausgeber des 2014 gegründeten Magazins "Rupbaan", der ersten LGBT-Zeitschrift des Landes. In einem online veröffentlichten Bekennerschreiben hatte es geheißen, Mannan und Tonoy seien "Pioniere in der Ausführung und Bewerbung von Homosexualität" gewesen. Sie hätten "seit 1998 Tag und Nacht daran gearbeitet, Homosexualität in der Bevölkerung zu bewerben".

Zwischen 2013 und 2016 hatte eine ganze Reihe tödlicher Anschlage auf Ausländer*innen, religiöse Minderheiten und säkulare Blogger das Land erschüttert. Insgesamt wurden mehr als 70 Menschen von Terroristen getötet, weil sie von den Tätern als unislamisch angesehen worden sind. Die Regierung reagierte darauf mit Härte. Dutzende mutmaßliche Islamisten wurden getötet, viele weitere sitzen im Gefängnis.

In Bangladesch steht auf Homosexualität eine langjährige Haftstrafe. Das entsprechende Gesetz geht auf die britischen Kolonialherren zurück, die das Land bis 1971 besetzt hatten. Das Parlament in Dhaka stimmte danach mehrfach gegen eine Streichung des Paragrafen. In dem instabilen Entwicklungsland, das weniger als halb so groß ist wie Deutschland, leben 160 Millionen Menschen. (dpa/dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 31.08.2021, 12:54h
  • Trotz Ablehnung der Todesstrafe ist das ein gutes Signal.

    Es gibt in vielen christlich wie islamisch geprägten Gesellschaften einen althergebrachten Tötungsvorbehalt gegenüber unsereinem, der dann auch zur Laschheit bei der Strafverfolgung von Morden an queeren Personen führt.

    It's getting better.
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#2 NowayAnonym
#3 goddamn liberalAnonym
  • 31.08.2021, 23:34h
  • Antwort auf #2 von Noway
  • Das sehe ich auch so, mahne aber zur Geduld im Zivilisationsprozess.

    Die Todesstrafe gibt es bis heute in den USA und bis vor 40 Jahren gab es sie auch im urdemokratischen Frankreich.

    In Bangladesh wird es leider noch etwas dauern.
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#4 WadimAnonym
#6 GirlygirlEhemaliges Profil
  • 01.09.2021, 15:44h
  • Bangladesch sollte sich ein Beispiel am Nachbarland Indien nehmen und das Ausleben von Homosexualität endlich legalisieren. Der Staat trägt zum LGBTQ Hass erheblich bei.
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