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Lockerung

Niederlande: Monogame Schwule dürfen Blut spenden

Ein bisschen weniger Diskriminierung: Männer, die seit mindestens einem Jahr in einer monogamen homosexuellen Beziehung leben, werden in den Niederlanden ab sofort zur Blutspende zugelassen.


Schwule und bisexuelle Männer dürfen in Deutschland bislang nur Blut spenden, wenn sie ein Jahr lang auf Sex mit Männern verzichten (Bild: michellegordon2 / pixabay)

Homosexuelle Männer in den Niederlanden können ab sofort etwas leichter Blut spenden. Voraussetzung ist allerdings, dass sie seit mindestens zwölf Monaten in einer festen monogamen Beziehung leben, teilte die landesweite Blutbank am Mittwoch mit.

Bislang waren Männer, die Sex mit Männern haben, (MSM) in den Niederlanden nur zur Blutspende zugelassen, wenn sie seit mindestens vier Monaten enthaltsam lebten. Bereits seit 2015 sei die Blutbank bemüht, die Blutspende für mehr homo- und bisexuelle Männer zu öffnen, erklärte Blutbank-Chef Tjark Tjin-A-Tsoi. Nun werde die Risikoeinschätzung angepasst, wovon man sich einige Hundert zusätzliche Blutspender verspreche.

Ende der Diskriminierung nicht in Sicht

Vom kommenden Jahr an seien auch Lockerungen für MSM ohne festen Partner geplant, hieß es von der Blutbank. Zunächst werde jedoch geprüft, ob die neue Regel für monogame Paare auch funktioniere.

In Zukunft sollen Blutspender*innen in den Niederlanden spezifischer nach Verhaltensweisen gefragt werden, die das Risiko auf per Blut übertragbare Infektionen erhöht. Dies sei aber gar nicht so einfach, denn die Fragen müssten die Risiken erfassen und den potenziellen Spender*innen nicht in Verlegenheit bringen, behauptete die Blutbank. Wichtig sei, dass auf Blutspenden angewiesene Menschen sich weiter auf deren Sicherheit verlassen könnten.

Auch Lockerungen in Deutschland geplant

Mehrere andere Länder – etwa Spanien und Italien – machen allerdings bereits vor, dass eine sichere Blutspende auch ohne Diskriminierung möglich ist. Auch Großbritannien kündigte im Juni eine Gleichbehandlung von Homo- und Heterosexuellen an (queer.de berichtete). Deutschland hinkt dieser Entwicklung hinterher: Zwar wurde 2018 das Totalverbot für schwule und bisexuelle Männer hierzulande aufgehoben, Angehörige dieser Gruppe dürfen aber aktuell nur Blut spenden, wenn sie zwölf Monate lang keinen Sex gehabt haben.

Nach einer Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist ab Herbst eine weitere Lockerung geplant – eine Gleichbehandlung lehnen die Behörden aber nach wie vor ab. Künftig sollen in Deutschland schwule und bisexuelle Männer bereits nach vier- statt zwölfmonatiger Sex-Karenzzeit Blut spenden dürfen – diese Voraussetzung müssen heterosexuelle Männer nicht erfüllen. Eine Ausnahme soll zudem für monogame schwule Paare gelten, wenn sie schon vier Monate zusammen sind (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 AxolotlAnonym
  • 02.09.2021, 10:11h
  • Interessant, wie viele Länder die Verbreitung von anderen Verhütungsmethoden außer Kondomen verpasst haben. Hetero Menschen haben heutzutage genauso viel casual Sex und diesen oft auch ohne Kondom geschützt. Orgien und Swingerparties werden auch von Heteros veranstaltet.

    Es gibt absolut keinen Grund mehr, nicht allen die gleichen Fragen zu stellen. Die Fragen wären nicht unangenehm, sondern medizinisch notwendig.
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#2 Ith_Anonym
  • 02.09.2021, 20:59h
  • Jo, also zu der Gelegenheit, da heute mal wieder verkündet wurde, wie dringend man in meiner Ecke Blutspenden braucht, hab ich zumindest mal bei der Terminvergabe angerufen und gefragt, ob das geht, wenn man trans* und schwul ist.
    Und sagen wir mal so, da die Dame am Telefon schon noch nach dem Prinzip "nein" nichtmal zur Kenntnis genommen hat, dass ich seit Februar letzten Jahres nichtmal einen anderen Menschen berührt habe (außer 3X Arm desinfizieren bei Arztbesuchen), geschweige denn sowas wie Sex gehabt hätte, fange ich die Diskussion live lieber gar nicht erst an.

    Ohne Termin darf man das Gebäude eh nicht betreten.

    Solange Mitarbeitende bei den Blutspendezentren nach den Regeln von vor zehn Jahren geschult sind und Entscheidungen treffen, kann sich bei den Gesetzen auch noch so viel ändern, es macht einfach keinen Unterschied.
    Und fürs Lügen bin ich dann doch zu out & proud.
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