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Rocker, Poet, Entertainer

"The Show Must Go On" war sein Lebensmotto

Freddie Mercury wäre am Sonntag 75 Jahre alt geworden. Als Frontmann von Queen begeisterte er Millionen. Dass er an Aids erkrankt war, machte der schwule Sänger erst kurz vor seinem Tod bekannt.


Freddie Mercury starb am 24. November 1991 an den Folgen von Aids (Bild: Universal Music)
  • Von Philip Dethlefs, dpa
    5. September 2021, 04:57h, 5 Kommentare

Ob Freddie Mercury noch mit Queen in Stadien auftreten und seine theatralischen Bühnenposen zeigen würde, wenn er am Leben wäre? Würde seine Stimme heute noch so mächtig klingen? Durch seinen frühen Tod bleibt der einzigartige Sänger und Queen-Frontmann in der Erinnerung ewig jung. Sämtliche Konzertaufnahmen stammen aus seinen besten Zeiten. Denn als Mercury krank wurde, zog er sich schnell von der Bühne zurück. Am 5. September wäre er 75 Jahre alt geworden.

Auf kaum einen im Showgeschäft passte der im Englischen gebräuchliche Begriff "larger than life" so sehr wie auf den flamboyanten, britischen Entertainer, der 1946 als Farrokh Bulsara in Sansibar geboren wurde. Wenn Freddie Mercury auf der Bühne stand, umgab ihn eine besondere Aura. Wo er auftrat, zog er das Publikum in seinen Bann. Das ist noch heute faszinierend zu sehen, etwa auf Videos vom legendären Auftritt beim "Live Aid"-Konzert im Wembley-Stadion 1985. Ein "Eee ooo" von Freddie genügte, schon sangen alle mit. "Eee-do-lee-do-lee!"

Queen begeisterten Pop- und Rockfans gleichermaßen. Ob krachende Rockhymnen wie "Tie Your Mother Down", "We Will Rock You" und "I Want It All" oder gefällige Radiohits wie "Another One Bites The Dust", "Radio Ga Ga" und "A Kind Of Magic" – Queen hatten beides im Repertoire. Dazu natürlich das Magnum Opus "Bohemian Rhapsody", das vielleicht auch deshalb so erfolgreich wurde, weil es Mercury in all seinen Facetten zeigte – der Rocker, der Poet, der theatralische Entertainer mit riesigem Stimmumfang. Freddie konnte alles.

Sein Talent wurde im indischen Internat entdeckt

Als der kleine Farrokh, Sohn parsischer Eltern, in Indien aufs Internat geht, werden Lehrer auf sein Talent aufmerksam. Er singt im Chor, spielt Klavier, tritt im Schultheater auf und gründet seine erste Band. Schon damals nennen ihn Mitschüler Freddie. Der Name bleibt, als er im Teenageralter mit der Familie nach London zieht, wo sich ihm eine neue Welt eröffnet. Er studiert Grafikdesign, zeichnet Porträts und entwirft Männermode. Und er entdeckt den Rock'n'Roll.

Als die Band Smile der befreundeten Musiker Brian May (Gitarre) und Roger Taylor (Schlagzeug) zerbricht, gründen sie 1970 mit Freddie, der schon als Roadie und Assistent bei Smile involviert war, und Bassist John Deacon Queen. Die bekannte Geschichte der Band wird – mit künstlerischer Freiheit – in dem Spielfilm "Bohemian Rhapsody" erzählt, der dafür kritisiert wurde, dass manche Teile von Mercurys Leben zu kurz kommen, darunter seine wilden Jahre in München.

Wilde schwule Jahre in München

Anfang der 80er Jahre wohnt der Sänger in der bayrischen Metropole. Er feiert im Glockenbachviertel und lebt – von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt – seine Homosexualität im Münchener Nachtleben aus. In Interviews berichtet er später von einer exzessiven Zeit. Das Musikvideo zur Single "Living On My Own" wurde beim ausschweifenden, dekadenten Kostümfest zu seinem 39. Geburtstag gefilmt.

Direktlink | Musikvideo "Living On My Own"
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Seine Solokarriere läuft hingegen enttäuschend. Sein einziges Soloalbum, das discolastige "Mr. Bad Guy" erscheint 1985 und hat außerhalb Großbritanniens nur mäßigen Erfolg. Posthum wird 1993 ein Remix von "Living On My Own" in vielen Ländern ein Nummer-Eins-Hit. Auch sein Album "Barcelona" mit der befreundeten spanischen Opernsängerin Montserrat Caballé wird 1988 kein kommerzieller Erfolg, sondern erst 1992 als Neuauflage im Zuge der Olympischen Spiele in Barcelona.

Mit Queen bringt Mercury weiter mit großem Erfolg neue Alben heraus und nimmt selbst dann noch Musik auf, als seine Aids-Erkrankung bereits stark fortgeschritten ist. Sogar Musikvideos dreht der ewige Showman, für den "The Show Must Go On" ein Lebensmotto war. In seinem letzten Video, "These Are The Days Of Our Lives", ist nicht zu übersehen, dass Mercury gesundheitlich schwer gezeichnet ist.

Direktlink | Musikvideo "These Are The Days Of Our Lives"
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Einen Tag vor seinem Tod sprach er über seine HIV-Infektion

In der Öffentlichkeit wird lange über seinen Gesundheitszustand spekuliert. Dass er an Aids erkrankt ist, macht Freddie Mercury am 23. November 1991 öffentlich. Nur einen Tag später stirbt er in seinem Haus in Kensington, wo er mit seinem letzten Lebensgefährten Jim Hutton lebt, an einer Lungenentzündung.

Ein Jahr später steigt in Wembley ein gigantisches Tributekonzert, bei dem unter anderen George Michael, Elton John, Liza Minnelli und Guns'n'Roses auftreten. Vor der sogenannten Garden Lodge, dem Haus in Kensington, legten Fans Blumen nieder. Beschriftungen und Fotos an der Mauer wurden erst vor einigen Jahren entfernt.

Vier Jahre nach dem Tod von Freddie Mercury veröffentlichen Queen 1995 das letzte Studioalbum. "Made In Heaven" enthält neue Versionen einiger Solosongs von Mercury wie "I Was Born To Love You" und viele Songs, die er noch vor seinem Tod eingesungen hat. Seine letzte Aufnahme mit Queen war der Song "Mother Love", den er nicht zu Ende singen konnte, weil ihn die Kraft verließ. Die letzte Strophe wird deshalb von Brian May gesungen – ein echter Gänsehautmoment.

Fans kleben sich künstlichen Schnurrbart an

An seinem Geburtstag gedenken Freddie-Mercury-Fans noch heute jedes Jahr ihres Idols. Die von seinen hinterbliebenen Bandkollegen und Manager Jim Beach ins Leben gerufene Aids-Stiftung "The Mercury Phoenix Trust" organisiert regelmäßig das Event "Freddie For A Day", an dem Fans aufgerufen sind, sich einen künstlichen Schnurrbart anzukleben und sich wie der Sänger zu kleiden.

Gut möglich übrigens, dass die Rocklegende heute nicht mehr auftreten würde, wenn er noch am Leben wäre. "Ich weiß, dass eine Zeit kommen wird, wo ich nicht mehr auf der Bühne herumrennen kann, weil es lächerlich wäre", sagte er 1986 in einem Interview anlässlich eines Queen-Konzerts im Knebworth Park. "Es kommt eine Zeit, da muss man aufhören." Ob er es schon ahnte? Der gigantische Auftritt vor 120.000 Zuschauer*innen war das letzte Konzert von Freddie Mercury mit Queen.

Direktlink | Doku über das letzte Queen-Konzert
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#1 WadimAnonym
#2 LegatProfil
#3 LorenProfil
#4 Vater2Anonym
  • 05.09.2021, 16:21h
  • Ein Biograph sagte kurz nach Freddies Tod: "Er hat sein Lebenslicht am Anfang, in der Mitte und am Ende angezündet."

    Freddie Mercury selber sagte allerdings über sich und seine exzessiven Zeiten, dass er mittlerweile nicht mal mehr Sex hat sondern Tulpen züchtet.

    Mit diesem Song haben sich seine verbliebenen Queen-Kollegen von ihm verabschiedet:

    youtu.be/oLKyaOLb2Fs
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#5 CatweazleAnonym