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Auswirkungen des Cuomo-Skandals

Schlammschlacht in den USA: Größte LGBTI-Organisation feuert ihren Chef

Alphonso David ist wegen seiner engen Verbindungen zum gefallenen New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo nicht mehr Präsident der Human Rights Campaign. Doch leise will David nicht gehen.


Alphonso David war zwei Jahre lang Präsident der Human Rights Campaign (Bild: Nicholas Cardamone / wikipedia)

Der Vorstand der Human Rights Campaign (HRC), der größten LGBTI-Bürgerrechtsorganisation der USA, hat am Montag die sofortige Absetzung des 50-jährigen Vereinspräsidenten Alphonso David beschlossen. David hatte die 1980 gegründete Organisation mit 50 Millionen Dollar Jahresumsatz seit 2019 angeführt. Grund für die Entlassung ist ein vergangenen Monat veröffentlichter Bericht der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James, wonach David den früheren Gouverneur Andrew Cuomo in Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens beraten hatte.

Cuomo war seit vergangenem Jahr von mehreren Frauen beschuldigt worden, sexuell übergriffig geworden zu sein. Nach der Veröffentlichung des Berichts der Generalstaatsanwältin, laut dem Cuomo elf Frauen während seiner Amtszeit als Gouverneur sexuell belästigt haben soll, verkündete der Demokrat am 10. August seinen Rücktritt. Seine Nachfolgerin wurde Kathleen Hochul, die erste Gouverneurin in der Geschichte New Yorks.

Der HRC-Vorstand gab am Wochenende bekannt, dass er nicht über die Beratungstätigkeit Davids für den Gouverneur informiert gewesen sei. In einem Tweet vom Montagabend bezichtigten die beiden Vorstandsvorsitzenden Morgan Cox and Jodie Patterson David zudem der Lüge. Dieser hatte zuvor behauptet, dass ihn ein interner HRC-Bericht entlastet habe. David habe ferner den Ruf der Organisation beschädigt und gegen deren Prinzipien verstoßen. "Wir kämpfen für die volle Gleichbehandlung von LGBTQ+. Das schließt ein, dass wir uns für alle Opfer sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe einsetzen", so Cox und Patterson.

Twitter / HRC
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David droht HRC mit Klage

David bezeichnete seine Entlassung auf Twitter als "ungerecht" und bezichtigte wiederum den Vorstand der Lüge. Der Anwalt gab sich kämpferisch: "Als ein Schwarzer, schwuler Mann, der sein ganzes Leben für Bürger- und Menschenrechte gekämpft hat, können sie mir nicht den Mund verbieten. Euch erwartet eine Klage."

Andrew Cuomo hatte sein Amt als Gouverneur im Januar 2011 angetreten. Er galt als äußerst LGBTI-freundlich. So setzte er sich früh für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ein, die im Sommer 2011 schließlich umgesetzt wurde (queer.de berichtete). 2016 ordnete er das Verbot von "Homo-Heilung" in seinem Bundesstaat an (queer.de berichtete).


Andrew Cuomo war zehn Jahre lang Gouverneur des 20 Millionen Einwohner*innen zählenden Bundesstaates New York (Bild: Pat Arnow / wikipedia)

Eine weitere LGBTI-Aktivistin ist bereits letzten Monat über die Cuomo-Affäre gestolpert: Die Anwältin Roberta Kaplan soll laut dem Bericht der New Yorker Generalstaatsanwältin dabei geholfen haben, die von Cuomo mutmaßlich sexuell belästigten Frauen zu diskreditieren. Sie trat deshalb als Co-Chefin der im Zuge des Weinstein-Skandals 2018 gegründeten Frauenrechtorganisation Time's Up zurück.

Kaplan war eine der Anwält*innen, die vor dem Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der USA, im Fall "United States v. Windsor" für die LGBTI-Aktivist*innen sprach – der Fall führte Mitte 2013 dazu, dass Washington gleichgeschlechtliche Ehen anerkennen musste (queer.de berichtete). Das Verfahren galt als Grundlage für die bundesweite Ehe-Öffnung, die der Supreme Court 2015 anordnete (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / ejeancarroll | Die feministische Journalistin E. Jean Carol, die Ex-Präsident Donald Trump der Vergewaltigung bezichtigt hatte, stellte sich hinter Roberta Kaplan
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#1 WadimAnonym
  • 07.09.2021, 15:03h
  • Aus meiner Sicht diskreditieren solche Homosexuelle wie Alphonso David die LGBTIQ- Community in Augen der Gesellschaft.
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#2 LegatProfil
  • 07.09.2021, 17:32hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #1 von Wadim
  • Eine Gesellschaft, die das Verhalten einer Einzelperson zum Anlass nimmt, eine ganze Gruppe von Menschen zu verdammen, ist keiner wie auch immer gearteten Rücksichtnahme wert.
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