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Formel-1-Star

Vettel über LGBTI-Aktivismus: "Es gibt Themen, bei denen man sich nicht wegducken kann"

Der viermalige Formel-1-Weltmeister widerspricht all jenen, die seinen Einsatz für die Gleichbehandlung queerer Menschen kritisieren.


Sebastian Vettel im Interview (Bild: Screenshot BBC)

Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel hat gegenüber der BBC seinen Einsatz für LGBTI-Rechte verteidigt. "Wir wollen einfach Gleichbehandlung für alle. Es spielt keine Rolle, welche Vorgeschichte man hat, welche Hautfarbe man hat, wo man herkommt oder wen man liebt", so der mit einer Frau verheiratete Sportler im LGBT-Sportpodcast des britischen Senders.

Hintergrund ist die Aktion beim Großen Preis von Ungarn Anfang August, als der 34-Jährige ein T-Shirt in Regenbogenfarben mit der Aufschrift "Same Love" und eine Regenbogenmaske getragen hatte. Dafür erhielt er vom Motorsport-Dachverband FIA eine Rüge (queer.de berichtete). Bereits zuvor hatte sich der Heppenheimer für LGBTI-Rechte engagiert: So fuhr er aus Protest gegen die homophobe Politik des Erdogan-Regimes im letzten Jahr beim Großen Preis von Istanbul mit einem Regenbogenhelm (queer.de berichtete).


Sebastian Vettel wollte beim Großen Preis von Ungarn ein Zeichen setzen (Bild: Instagram / vettelofficial)

"Ich ziehe normalerweise kein Regenbogen-Shirt an, weil ich es gewöhnlich einfarbig bevorzuge. Und das ist okay", so Vettel mit einem Schmunzeln. "Aber ich hatte hier offensichtlich eine Botschaft im Sinn. Hier kann man mich nicht vom Gegenteil überzeugen, weil es meiner Meinung nach wirklich richtig und wichtig ist, dass wir eine Welt schaffen, die jedem die gleichen Chancen gibt." Auf die Frage, ob er sich nicht um Sport kümmern und Politik außen vor lassen solle, erklärte Vettel: "Ich denke, es gibt einige Themen, bei denen man sich nicht wegducken kann. […] Sie sind so groß, dass sie überall hingehören und jeder sollte sie kennen oder darauf aufmerksam gemacht werden."

Vettel ist "stolz" auf sein Engagement

Ferner sagte der Motorsportler, dass ihn Regenbogenfarben nicht in Verlegenheit brächten. Ihn interessiere auch nicht, was andere Leute von ihm dächten, wenn er sich für LGBTI einsetzt. "Ich wollte eine Botschaft aussenden. Und ich war stolz, das zu tun", so Vettel. Im Interview kritisierte er erneut die homophobe Politik Ungarns.

Neben seinem Einsatz für LGBTI-Rechte engagiert sich Vettel auch gegen Rassismus sowie für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. So kritisierte er auch die Formel 1 und forderte, dass diese ihren ökologischen Fußabdruck verringern müsse. Zudem kündigte er an, bei der Bundestagswahl am 26. September wegen ihrer ökologischen Politik die Grünen wählen zu wollen. (dk)



#1 stephan
  • 07.09.2021, 13:19h
  • Ich bin doch immer wieder überrascht, bei welchen Menschen und insbesondere Promis man mehr Empathie und Verstand antrifft, als ich vorher gedacht hatte. Außer dem Namen wusste ich nicht viel von Vettel, aber solch ein Statement ist eine positive Überraschung, das neben vielen negativen Überraschungen, von denen ich vornehmlich auf queer.de erfahre, hervorragt!
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#2 LotiAnonym
  • 07.09.2021, 13:49h
  • Antwort auf #1 von stephan
  • Als dieser durchaus sympathische junge Mann mit dem Rennsport begann, da fand ich ihn recht sexy. Er hat eine sehr offene Ausstrahlung. Aber mehr wußte ich bisher nicht von ihm. Jetzt bin ich davon überzeugt, dass noch viel mehr in ihm steckt als ich vorher schon wahrgenommen hatte.
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#3 PetterAnonym
  • 07.09.2021, 14:24h
  • Herr Vettel ist ein wirkliches Idol und Vorbild. Gerade weil er sich bei Menschenrechts-Fragen nicht wegduckt, sondern Position beziehen.

    Er kann stolz auf sich ein. Und wir sind so unendlich dankbar, da gerade solche Menschen in seiner Stellung so viel bewegen können.

    Deshalb:
    Tausend Dank Herr Vettel.
    Ich bin kein Fan der Formel 1, aber Sie sind für mich ein Vorbild.
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#4 zundermxeAnonym
  • 07.09.2021, 16:45h
  • Wiederholt klasse Aktion und Aussagen von Vettel.
    Respekt!

    Bin auch tatsächlich kein Motorsport-Fan. Doch den Erdogans und Orbans dieser Welt ganz selbstverständlich den Regenbogen vor Augen zu halten machen mir Vettel und Hamilton sehr sympathisch.
    Danke!
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#5 FckAfdAnonym
  • 07.09.2021, 19:16h
  • Schön, dass er sich als (vermutlich) Hetero so für LGBTI-Rechte einsetzt.
    Weniger schön, dass er so einen umweltschädlichen Sport betreibt. Und nein, das Rennauto wird leider nicht umweltfreundlicher davon, dass sein Fahrer die Grünen wählt.
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#6 AfDFckAnonym
#7 janxAnonym
  • 07.09.2021, 21:12h
  • Antwort auf #5 von FckAfd
  • OMG. Was für ein Unfug. Es kaufen sich ja in letzter Zeit reihenweise Menschen aus meiner Nachbarschaft ein Formel-1-Auto und fahren damit im Kreis. Wenn das endlich aufhören würde wäre der Planet so gut wie gerettet.
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#8 LotiAnonym
#9 mind_the_gap
  • 07.09.2021, 21:52h
  • Seltsam. Dass man kein Fan von Motorsport ist, darf man sagen. Aber sobald jemand anmerkt, dass er einen massiven, völlig unnötigen CO2-Ausstoß hat, ist er ein Troll?

    Ich finde Sebastian Vettels Engagement als ally vorbildlich und danke herzlich dafür.

    Dennoch finde ich, wir dürfen gerade in Zeiten der Klimakrise nicht ausblenden, dass Motorsport sich genau genommen total überholt hat. Da ist, die Grünen zu wählen, schon mal der richtige Weg. Motorsport wie bisher weiter zu betreiben, eher nicht, zumindest solange die Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen befeuert werden.
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#10 OutAndProud
  • 08.09.2021, 12:51h
  • Der Kapitalismus braucht keine Demokratie und Menschenrechte, siehe Russland oder China.

    Die F1 ist ein kapitalistisches Produkt.
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