https://queer.de/?39915
Formel-1-Star
Vettel über LGBTI-Aktivismus: "Es gibt Themen, bei denen man sich nicht wegducken kann"
Der viermalige Formel-1-Weltmeister widerspricht all jenen, die seinen Einsatz für die Gleichbehandlung queerer Menschen kritisieren.

Sebastian Vettel im Interview (Bild: Screenshot BBC)
- 7. September 2021, 11:08h 2 Min.
Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel hat gegenüber der BBC seinen Einsatz für LGBTI-Rechte verteidigt. "Wir wollen einfach Gleichbehandlung für alle. Es spielt keine Rolle, welche Vorgeschichte man hat, welche Hautfarbe man hat, wo man herkommt oder wen man liebt", so der mit einer Frau verheiratete Sportler im LGBT-Sportpodcast des britischen Senders.
Hintergrund ist die Aktion beim Großen Preis von Ungarn Anfang August, als der 34-Jährige ein T-Shirt in Regenbogenfarben mit der Aufschrift "Same Love" und eine Regenbogenmaske getragen hatte. Dafür erhielt er vom Motorsport-Dachverband FIA eine Rüge (queer.de berichtete). Bereits zuvor hatte sich der Heppenheimer für LGBTI-Rechte engagiert: So fuhr er aus Protest gegen die homophobe Politik des Erdogan-Regimes im letzten Jahr beim Großen Preis von Istanbul mit einem Regenbogenhelm (queer.de berichtete).

Sebastian Vettel wollte beim Großen Preis von Ungarn ein Zeichen setzen (Bild: Instagram / vettelofficial)
"Ich ziehe normalerweise kein Regenbogen-Shirt an, weil ich es gewöhnlich einfarbig bevorzuge. Und das ist okay", so Vettel mit einem Schmunzeln. "Aber ich hatte hier offensichtlich eine Botschaft im Sinn. Hier kann man mich nicht vom Gegenteil überzeugen, weil es meiner Meinung nach wirklich richtig und wichtig ist, dass wir eine Welt schaffen, die jedem die gleichen Chancen gibt." Auf die Frage, ob er sich nicht um Sport kümmern und Politik außen vor lassen solle, erklärte Vettel: "Ich denke, es gibt einige Themen, bei denen man sich nicht wegducken kann. […] Sie sind so groß, dass sie überall hingehören und jeder sollte sie kennen oder darauf aufmerksam gemacht werden."
Vettel ist "stolz" auf sein Engagement
Ferner sagte der Motorsportler, dass ihn Regenbogenfarben nicht in Verlegenheit brächten. Ihn interessiere auch nicht, was andere Leute von ihm dächten, wenn er sich für LGBTI einsetzt. "Ich wollte eine Botschaft aussenden. Und ich war stolz, das zu tun", so Vettel. Im Interview kritisierte er erneut die homophobe Politik Ungarns.
Neben seinem Einsatz für LGBTI-Rechte engagiert sich Vettel auch gegen Rassismus sowie für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. So kritisierte er auch die Formel 1 und forderte, dass diese ihren ökologischen Fußabdruck verringern müsse. Zudem kündigte er an, bei der Bundestagswahl am 26. September wegen ihrer ökologischen Politik die Grünen wählen zu wollen. (dk)














