Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?39919

Hass-Welle gegen LGBTI

Attacken gegen Regenbogenfahnen in ganz Deutschland

Das sind keine Einzelfälle mehr: In Bielefeld, Buchloe, Burg und Troisdorf wurden Prideflaggen gestohlen, zerrissen, angezündet, in den Fluss geworfen oder versucht zu beschädigen.


Symbolbild: Die Zerstörung von Regenbogenfahnen ist der neue Volkssport von Menschen, die LGBTI verachten und einschüchtern wollen (Bild: Sasel13 / pixabay)

Schon immer hat es Attacken auf Regenbogenfahnen in der Öffentlichkeit gegeben, doch noch nie zuvor wurden so viele Vorfälle bekannt wie in diesem Jahr. Allein an diesem Mittwochmorgen erhielt unsere Redaktion Informationen zu vier queerfeindlichen Taten.

Die Polizei im brandenburgischen Burg informierte am Dienstag in einer Pressemitteilung über eine Brandstiftung. Offensichtlich bereits am vergangenen Wochenende setzten Unbekannte eine etwa 90 mal 150 Zentimeter große Regenbogenfahne in Brand. Diese war in rund vier Metern Höhe an dem Fenster eines Bürogebäudes in der Hauptstraße befestigt. An dem Fensterrahmen entstand ein leichter Sachschaden.

In Bielefeld rissen Unbekannte nach einem Bericht der "Neuen Westfälischen" zwei Regenbogenfahnen von der Fassade des Frauenkulturzentrums in der Bogefabrik und zündeten sie anschließend auf einer Grünanlage an. Die Überreste wurden am Montag auf dem Rasen gefunden.

Im bayerischen Buchloe sucht die Polizei nach einem Bericht des "Kreisboten" nach einem Mann, der am vergangenen Donnerstaga eine Regenbogenfahne vom Brückengeländer der Gennach riss und sie in den Fluss warf. Eine weitere Prideflagge wurde wenige Stunden zuvor in der Nähe zerrissen.

Die "Kölnische Rundschau" berichtet von queerfeindlichen Attacken auf die Beratungsstelle "check it" in Troisdorf. Demnach sollen Unbekannte in den vergangenen beiden Wochen mehrfach versucht haben, die gehisste Regenbogenfahne abzureißen. Außerdem sei durch das offene Bürofenster ein klebriger Gegenstand nach einer Mitarbeiterin geworfen worden.

Dass mehr Attacken gegen Regenbogenflaggen bekannt werden, liegt möglicherweise daran, dass lokale Medien und Polizeidienststellen bei queerfeindlicher Hasskriminalität etwas sensibler geworden sind. Vielleicht wehen seit dem Segnungsverbot des Vatikans und der Fußball-EM auch mehr Prideflaggen als sonst in Deutschland.

Die Vielzahl der nahezu täglichen Vorfälle, über die wir mittlerweile nur noch selten eigene Meldungen schreiben, sondern lediglich in unserer Presseschau "Anderswo" aufführen, lassen uns jedoch eine echte Welle befürchten: Die Zerstörung von Regenbogenfahnen ist der neue Volkssport von Menschen, die LGBTI verachten und einschüchtern wollen.

Es handelt sich dabei um keine Bagatelldelikte. Ein entschiedenes Vorgehen gegen die Täter*innen ist notwendig. um Queers vor direkter Gewalt zu schützen, die oft der nächste Schritt ist. (mize)



#1 PeerAnonym
  • 08.09.2021, 09:59h
  • Das passiert, wenn man eine Bundesregierung hat, für die Grundrechte und Wahrung demokratischer Grundsätze nur nachrangig und verhandelbar sind und die selbst nach homophoben Morden nicht umdenkt.

    Die erste Aufgabe der künftigen Regierung muss es sein, eine Regierung aller Bürger zu sein und endlich auch mit der vollen Gleichstellung von LGBTI ein klares, eindeutiges Zeichen zu setzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 WahlqualAnonym
  • 08.09.2021, 10:29h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • "eine Regierung aller Bürger"

    Das klingt nach den lauwarmen und inhaltsleeren Worten des- oder derjenigen, die/der Kanzler/in geworden ist. Ich kann es jetzt schon hören, wie es am Wahlabend leiernd tönen wird. Aber was soll das sein, "eine Regierung aller Bürger"? Wie sollen sich 12% rechtsextreme AfDler*innen und 7% linksextreme Linke-Wählende von ein und derselben Regierung vertreten fühlen?

    Der Zug des Konsens beim Thema LGBT-Akzeptanz ist für kommende Jahrzehnte abgefahren in Deutschland. Die CD/SU hat den Boden für LGBT-Feindlichkeit dadurch bereitet, dass sie jahrelang Rechtsgleichheit immer wieder verweigert hat. Das Ganze wurde willfährig ermöglicht durch eine SPD, die in den eigenen Reihen nur so strotzt vor LGBT-Feindlicheit. Und auch die Linke um ihre Wagenknechte sowie die Kirchtags-Grünen um die Palmerfraktion herum ertragen LGBT nur dann, wenn sie dankbar das Maul halten für die Krümel, die ihnen hingeworfen werden.

    Blicken wir den Tatsachen ins Gesicht: Doitschland ist zutiefst verwurzelt minderheitenfeindlich. Das trifft LGBT wie nicht Biodeutsche oder Behinderte gleichermaßen. Was in diesem Land zählt ist das, was die Mehrheit als gesunden Volkskörper emfpindet. Ungebrochen bis heute seit mindestens den deutschen 1930ern.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Julian 80Anonym
  • 08.09.2021, 10:39h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • "für die Grundrechte und Wahrung demokratischer Grundsätze nur nachrangig und verhandelbar sind"

    Und nicht nur das.

    Sondern eine Regierung, die auch ständig wortreich erklärt, warum man LGBTI nicht vollständig gleichstellt und warum diese Diskriminierung angeblich keine Diskriminierung sei, sondern "Abstandsgebot", "Ungleichheit", etc. faseln.

    Irgendwann wird dieses Gerede auch beim letzten Desinteressierten angelangt sein und wenn schon der Staat LGBTI als Menschen zweiter Klasse hinstellt, sorgt das irgendwann für ein gesellschaftliches Klima, das solche zunehmende Homo- und Transphobie nicht nur ermöglicht, sondern geradezu fördert.

    Deswegen muss die Politik endlich umlenken, bevor es zu spät ist.

    Diese Wahl ist die letzte Chance, noch Dinge zu ändern, bevor manches unumkehrbar ist. (Dasselbe gilt ja auch fürs Klima.)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 PeerAnonym
  • 08.09.2021, 11:11h
  • Antwort auf #2 von Wahlqual
  • Hast Du mich wirklich nicht verstanden oder hast Du mich eigentlich verstanden und wolltest nur mal ein bisschen trollen?

    Mit einer Regierung für alle Bürger meinte ich natürlich nicht, dass jeder Extremist sich von der Regierung vertreten fühlen muss. Sondern ich meinte, dass eine Regierung für alle Bürger keine Gruppen von Bürgern diskriminiert, nur weil sie eine andere sexuelle Orientierung, eine andere geschlechtliche Identität, eine andere Hautfarbe, eine Behinderung oder was auch immer haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 zundermxeAnonym
  • 08.09.2021, 12:58h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Leider nicht nur eine Bundesregierung...
    Dann wäre es mit einer Abwahl vergleichsweise einfach zu verbessern.

    Leider zieht sich die faktisch Queer-politische Ignoranz bis bösartige Hetze durch die gesamte, von manchen sogenannte normale, Gesellschaft.

    Ein Schlüssel zur Veränderung ist deutlich mehr und breiter gefächerte Identitätspolitik.
    Ein weiterer Schlüssel die selbstverständliche rechtliche Gleichstellung in allen Belangen.
    Ein Anti-Diskriminierungsgesetz, dass Hetze und Hass gegen Queers eben nicht als Meinung verharmlost (egal, ob von Religionen oder Politiker*innen betrieben).
    Ebenso wichtig, wie Solidarität unter- und füreinander, ist die Solidarität mit anderen gesellschaftlichen Minderheiten.

    Doch der bedeutendste Schlüssel liegt bei uns allen selbst:
    genügend Selbstverständnis, Wertschätzung und Bewusstsein für das eigene Leben zu entwickeln damit wir eben nicht den leider noch viel zu weit verbreiteten Mechanismen der sogenannten Mehrheitsgesellschaft erliegen.
    Beleidigungen, Herabwürdigungen, Hetze und Abwertungen niemals entschuldigen lassen, unter den Teppich kehren und schweigen weil es doch schließlich Wichtigeres gäbe oder einen höheren Zweck, den wir uns unterzuordnen hätten.
    Das ist die dunkle Pädagogik der Menschen und Organisationen, die Hass und Hetze betreiben oder durch Ignoranz stützen... durch alle Zeiten der Geschichte bis heute und nicht selten in Gestalt von ansonsten doch ganz lieben Mitmenschen.

    Queeres Leben in bunter Vielfalt kann und darf keine Assimilationsleistung zu Gunsten der sogenannten Mehrheitsgesellschaft sein. Tatsächlich bedarf es in vielen Bereichen einer Offenheit und Bereitschaft der sogenannten Mehrheitsgesellschaft sich zu hinterfragen und zu verändern.

    Ein sicher noch langer Weg, der sich nicht allein durch verbesserte Gesetze erfolgreich im Sinne von Nachhaltigkeit beschreiten lässt.
    Vielleicht brennen dann irgendwann mal weniger Regenbogenfahnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PetterAnonym
  • 08.09.2021, 13:09h
  • Zuerst brennen Flaggen, dann brennen Menschen.

    Denn wenn Flaggen brennen oder sonstwie zerstört werden, richtet sich das ja eigentlich gegen die Menschen, für die die Flaggen stehen.

    Die Täter radikalisieren sich, wenn man sie nicht frühzeitig stoppt und irgendwann kommt es dann zu Gewalt gegen Menschen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 PetterAnonym
  • 08.09.2021, 13:20h
  • Antwort auf #5 von zundermxe
  • Es gibt durchaus Parteien, die die Kirchensteuer abschaffen wollen und fordern, dass die ihre Mitgliedsbeiträge selbst erheben und eintreiben, statt das zur Steuer zu erklären.

    Aber diese Parteien scheitern bisher leider an der 5%-Hürde (die meiner Meinung nach verfassungswidrig ist, weil sie gegen den Grundsatz der gleichen Wahl verstößt, weil die Stimmen dieser Bürger quasi für die Zusammensetzung des Parlaments nicht zählen).

    Aber unabhängig davon, wäre schon viel erreicht, wenn:

    1. die Staatsleistungen an die Kirchen endlich beendet würden, die diese zusätzlich zu den Kirchensteuern bekommen, selbst von Leuten, die dort gar nicht Mitglied sind.

    2. die ganzen weiteren Privilegien (Steuervorteile, Ausnahmen im AGG, eigene Gesetzgebung und Jurisprudenz, etc.) abgeschafft würden

    3. der Religionsunterricht an Schulen durch allgemeinen, religions-neutralen Ethikunterricht ersetzt würde (wo dann auch Religion eines von vielen Themen sein kann, aber dann alle Religionen gleichberechtigt, neutral, kritisch und ohne Indoktrinierung)

    4. man für den Kirchenaustritt nicht mehr zu Gerichten müsste (was für viele Menschen eine Hürde ist), sondern das in Einwohnermeldeämtern tun könnte. Außerdem sollte das gratis sein, da die meisten Menschen als Kind durch Zwangstaufen Mitglied wurden und gar keine Wahl hatten, ob sie da Mitglied sein wollen.

    Würden diese Dinge umgesetzt, wäre schon viel gewonnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 WahlqualAnonym
  • 08.09.2021, 13:53h
  • Antwort auf #4 von Peer
  • Ah, du hast also lediglich eine demokratische Binsenweisheit posten wollen.

    Noch mal: Das Problem in Doitschland ist, dass eine Regierung, die das umsetzt, was du beschreiben willst, gerade _nicht_ von allen Bürger*innen angenommen wird, weil der Grundkonsenz in diesem Land minderheiten- und damit auch LGBT-feindlich ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PetterAnonym
  • 08.09.2021, 14:58h
  • Antwort auf #8 von Wahlqual
  • Wie andere Dir schon erklärt haben:
    es geht nicht darum, populistisch jedem einzelnen Bürger gefallen zu wollen, sondern darum, demokratische Grundrechte und den Gleichheitsgrundsatz zu achten und nicht Teile der Bevölkerung grundlos zu diskriminieren.

    Allen wird man es nie recht machen können. Aber dennoch muss man das tun, was richtig ist. Und richtig wäre es, niemanden wegen etwas zu diskriminieren, was niemandem anderen irgendwie schadet oder irgendwem etwas wegnehmen würde.

    Oder wollen wir uns jetzt wirklich auf Deine Korinthenkackerei einlassen und Aussagen wortwörtlich statt pragmatisch zu analysieren? Wenn Dich jemand auf der Straße fragt, ob Du eine Uhr dabei hast, sagst Du dann auch nur "Ja" oder "Nein" und gehst weiter? Oder weißt Du, dass Aussagen nicht immer wortwörtlich interpretiert werden dürfen?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TimonAnonym