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Nach homophoben Übergriffen

Spanischer Ministerpräsident verspricht härteres Vorgehen bei Angriffen auf sexuelle Minderheiten

Am Wochenende ritzten Unbekannte einem schwulen Mann in einem Madrider Partyviertel ein homophobes Schimpfwort in die Haut. Die spanische Regierung will nun endlich gegen die zunehmende Gewalt vorgehen.


Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez regiert sein Land seit Juni 2018

Nach einer Reihe von Angriffen auf Homosexuelle hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez ein härteres Vorgehen angekündigt. Seine Regierung werde alles in ihrer "Macht stehende tun, um Hassverbrechen zu verhindern", versprach Sánchez am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid. Der sozialistische Politiker rief die Abgeordneten auf, einen Anfang des Jahres eingebrachten Gesetzentwurf zur Gleichbehandlung von Minderheiten so schnell wie möglich zu verabschieden. Zudem betonte er, dass die große Mehrheit der Spanierinnen und Spanier Homosexuellenfeindlichkeit kategorisch ablehne.

Zuletzt hatte am Wochenende ein Zwischenfall im Madrider Partyviertel Malasaña für Entsetzen gesorgt. Dort prügelte eine Gruppe von acht Vermummten am Sonntagabend einen 20 Jahre alten Schwulen krankenhausreif. Nach Medienberichten wurde dem Opfer auf eine Pobacke mit einem Messer das Wort "maricón" (Schwuchtel) eingeritzt. Die Angreifer*innen entkamen unerkannt.

Twitter / sanchezcastejon | Sánchez hatte bereits am Montag den homophoben Übergriff kritisiert: "Hass hat keinen Platz in unserer Gesellschaft."

Im Juli hatte der Tod eines Mannes im Nordosten Spaniens für Empörung gesorgt – der 24-Jährige war nach "Schwuchtel"-Beschimpfungen zu Tode geprügelt worden (queer.de berichtete). Später wurden mehrere Verdächtige festgenommen (queer.de berichtete). Die Tat brachte viele Menschen auf, was landesweit zu Demonstrationen führte. Die Situation eskalierte damals noch mehr, weil die Polizei bei den Demos auch Gewalt gegen die Protestierenden einsetzte (queer.de berichtete).

Nach Einschätzung von Menschenrechtler*innen gibt es auch in anderen Landesteilen organisierte Attacken auf Homosexuelle und auch auf Angehörige anderer Minderheiten. Die Situation wird angeheizt, weil seit 2019 mit Vox erstmals eine rechtsextreme Partei im Madrider Parlament vertreten ist.

Das Innenministerium der Region Katalonien sprach am Mittwoch von einer regelrechten "Jagd". In in den ersten sechs Monaten 2021 wurden in ganz Spanien bereits 43 Prozent mehr Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten erfasst als im gesamten vorigen Jahr. (dpa/cw)



#1 PetterAnonym
  • 08.09.2021, 15:08h
  • Wieso muss immer erst so viel passieren, ehe Politiker endlich mal aufwachen.

    Aber immerhin ist Spanien dennoch weiter als Deutschland...

    Hierzulande betäubt Angela Merkel das Volk immer noch mit einem "Deutschland - Ein Land, in dem wir gut und gerne leben."

    Und Armin Laschet betont ständig, dass man "wegen einzelner tragischer Ereignisse nicht seine Politik ändere". Was diese geschmacklose Person selbst dort sagt, wo Menschen gestorben sind.
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#2 AtreusEhemaliges Profil
  • 08.09.2021, 15:24h
  • Dann schlage ich vor, endlich die Zeit politischer Verfolgung aufzuarbeiten, die letzten 114000 vermissten Mordopfer auszugraben, das Augenmerk auf die breite Fanclique Francos zu lenken, die alljährlich zu 200000en zum gerade mal 45km von der Hauptstadt entfernten Valle de los Caídos pilgert, um ihrem großen Francisco ihre Ehre zu erweisen, seines Zeichens Massenmörder, Schwulenverfolger und Folterknecht. Am besten den ganzen Hügel einebnen. Das wäre ein Anfang.
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#3 PasoChicoAnonym
#4 muschi666Anonym
  • 08.09.2021, 19:25h
  • Antwort auf #2 von Atreus
  • das valle de los caidos wurde von zwangsarbeiter*innen aus den spanischen konzentrationslagern errichtet. zehntausende starben dabei.

    der spanische bürgerkrieg zeigt sehr gut die verlogenheit sowohl der bürgerlichen demokratien als auch des bolschewismus. die spanische republik wurde von USA england frankreich durch "nichteinmischung" im stich gelassen, während mussolini und hitler nach kräften die putschisten unterstützten. stalin gab waffen nur an ihm genehme leute (die vor dem krieg völlig unbedeutende spanische KP) und ließ die anarchistische bewegung und alle anderen revolutionären kräfte verfolgen.
    auf republikanischer seite waren nunmal die anarchist*innen die stärkste kraft. in weiten teilen spaniens wurde der putsch von sozialistischen und anarchistischen arbeiter*innen niedergeschlagen und dann sofort mit der revolution begonnen. das passte weder stalin noch dem westen.

    leider hat sich die anarchistische bewegung in spanien nach der diktatur nicht mehr erholt bis jetzt.

    viele republikanische spanier*innen wurden in deutschen KZs ermordet. adenauer hatte ein super verhältnis zu franco. die legion condor galt in westdeutschland als heldenhaft, die mörder erhielten hohe pensionen. die leute die wie willy brandt auf repulikanischer seiter waren, galten als terroristen und vaterlandsverräter.7
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