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Umfrage

Nur 24 Prozent der nichtqueeren Deutschen haben queere Freund*­innen oder Familienmitglieder

Menschen in Spanien oder den USA kennen laut einer länderübergreifenden YouGov-Umfrage viel eher Lesben, Schwule, Bisexuelle oder trans Personen in ihrem direkten Umfeld.


Eltern von queeren Kindern demonstrieren auf dem CSD in Washington, D.C. (Bild: Tim Evanson / flickr)

Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, dass die Einstellungen gegenüber LGBTQ in acht verschiedenen westlichen Demokratien noch immer recht unterschiedlich ist. Befragt wurden Menschen in Deutschland, den USA, Spanien, Italien, Schweden, Dänemark, Frankreich und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland.

Ein Ergebnis der Befragung: Am meisten Menschen identifizieren sich in Spanien als Mitglied der LGBTQ-Community (zehn Prozent), am wenigsten in Italien und Dänemark (je fünf Prozent). In Deutschland beträgt der Anteil der Umfrage zufolge sieben Prozent.

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In Deutschland kennen jene, die sich nicht als LGBTQ identifizieren, vergleichsweise wenige Mitglieder der queeren Community: Nur 24 Prozent in dieser Gruppe gaben an, dass sie in ihrem Familien- bzw. Freundeskreis jemanden haben, der Teil der Community ist. Dieser Wert ist ansonsten nur in Schweden so niedrig. Dagegen kennen 54 Prozent der Nicht-LGBTQ-Spanier*innen eine queere Person in ihrem direkten Umfeld, in Frankreich sind es 38 und in den USA 37 Prozent.



Eine große Mehrheit der Deutschen würde ein queeres Familienmitglied anerkennen. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Coming-out eines schwulen, lesbischen oder bisexuellen Mitglieds der Familie hilfsbereit wären. Bei einem Coming-out als trans oder als nichtbinär wären dies noch 66 Prozent. Am offensten zeigen sich bei dieser Frage Menschen in Spanien (91/87 Prozent). Weniger Bereitschaft zur Akzeptanz als in Deutschland gibt es nur in den USA (66/57 Prozent) und in Frankreich (57/47 Prozent). Dass die USA in dieser Frage klar vor Frankreich sind, ist überraschend, da die Republikanische Partei von Ex-Präsident Donald Trump derzeit eine Kampagne gegen die Akzeptanz von trans Menschen durchführt (queer.de berichtete).



Die Umfrage basiert auf YouGov-Daten von zirka 10.000 Personen, die zwischen dem 7. und 14. Juni online befragt wurden. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Erwachsene in den acht Ländern. (dk)

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#1 SebiAnonym
  • 09.09.2021, 10:51h
  • Ich glaube nicht, dass in Spanien oder den USA siginifikant mehr LGBTI leben. Denn genau das heißt das ja in der Konsequenz.

    Das zeigt eher, dass in Deutschland immer noch mehr Menschen ungeoutet sind als in anderen Staaten. Und/oder dass Freunde und Verwandte das nicht zugeben wollen. Beides ist Folge von Tabuisierung eines Themas.
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#2 ElimAnonym
  • 09.09.2021, 11:22h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Ich schließe nicht aus, daß die Outingquote mit reinspielt, aber so wie die Frage gestellt ist kann das genauso dran liegen, daß Deutsche mit den Begriffen enge Freunde/Familie sehr viel restriktiver umgehen als z.B. die Amerikaner. Ich bin großflächig out auf Arbeit, bezweifle aber daß mich Kolleg:innen als engen Freund bezeichnen würden, sondern als guten Bekannten - und folglich nicht mit ankreuzen würden.
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#3 Gnurfel42Anonym
  • 09.09.2021, 11:31h
  • Bei der Frage zu sexueller Orientierung hat man explizit nur nach Lesben, Schwulen und Bisexuellen gefragt. Pansexuelle und Asexuelle ließ man außen vor. Enttäuschend.

    Wäre cool gewesen, wenn man das auch je nach Orientierung aufgeschlüsselt hätte, um zu sehen, ob eine bestimmte Gruppe unter größerer Ablehnung steht.
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