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Staatshomophobie

Kroatische Gemeinden verteilen homophobe Broschüren an Kinder

Mindestens zwei kroatische Gemeinden versuchen bereits an Grundschulen offensiv, Vorbehalte gegen sexuelle Minderheiten zu wecken.


Während Schulkinder in anderen Ländern Bonbons oder Schokoladentafeln zum Schulanfang erhalten, bekommen Kinder in Kroatien nationalistische und homophobe Propaganda (Bild: Facebook / Josip Pavić)

  • 9. September 2021, 10:09h 10 2 Min.

Im EU-Mitgliedsland Kroatien sorgt die Aktion von zwei Gemeinden im Nordosten des Landes für Diskussionen: Die Ortschaften Darda und Sibinj, die beide je 7.000 Einwohner*­innen zählen, haben zum Schulstart Broschüren mit queer­feindlichen Motiven an Grundschülerinnen und Grundschüler.

Eine der Broschüren zeigt als Motiv eine aus einem Mann, einer Frau und zwei Kindern bestehende Familie, die mit einem Regenschirm einen über ihnen platzierten Regenbogen abwehrt. Unter dem Motiv ist zu lesen: "Alles ist okay, aber die Familie steht immer an erster Stelle!". Derartige Motive werden seit Jahren bei LGBTI-feindlichen Demonstrationen in osteuropäischen Ländern verwendet.

Kritik zogen auch mehrere äußerst nationalistische Broschüren auf sich, die ebenfalls in dem Paket für Kinder enthalten sind. So wird in einem Prospekt das Motiv der kroatischen Flagge neben Soldaten gezeigt, dazu heißt es in einem geschichtsklitternden Text: "Wir stehen aufrecht, wir knien vor niemandem, wir haben niemanden unterdrückt, damit haben wir nichts zu tun".

"Ein kleines Geschenk eurer Gemeinde"

Josip Pavić, der Bürgermeister von Sibinj, veröffentlichte die Broschürensammlung auf Facebook und erklärte dazu: "Ich wünsche allen Schülern viel Spaß bei der Rückkehr zur Schule. Ich gratulieren insbesondere unseren Erstklässlern. Auf euren Schultischen findet ihr wie jedes Jahr ein kleines Geschenk eurer Gemeinde." Pavić ist Mitglied der kleinen rechtspopulistischen Partei HKS.

Der Bürgermeister von Darda, Anto Vukoje, ist im Gegensatz zu Pavić Mitglied der Regierungspartei HDZ von Premierminister Andrej Plenković – die HDZ ist Mitglied in der EVP und damit eine Schwesterpartei von CDU und CSU.

Christdemokratische Partei verteidigt Aktion

Der HDZ-Ortsverband in Darda verteidigte am Donnerstag die Verteilung der homophoben und nationalistischen Broschüren in einer Facebook-Botschaft an die Anhänger*innen und betrieb gleichzeitig Medienschelte: "Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen für die unzähligen Anrufe und Unterstützungsnachrichten bedanken, die aus ganz Kroatien an uns geschickt worden sind! Wir haben wieder einmal gezeigt, dass die Meinung einiger Medien nicht die Meinung der meisten Bürger der Republik Kroatien ist!"

Ovim putem ?elimo zahvaliti svima na nebrojenim pozivima i porukama podr?ke koji su stizali i jo? uvijek sti?u iz cijele...

Posted by Hdz Op?inski Odbor Darda on Thursday, September 9, 2021
Facebook / hdzdarda
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Kroatien zählt zu den LGBTI-feindlichsten Ländern der Europäischen Union. Nur 44 Prozent der Kroat*innen finden laut eine Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2019, dass Schwule, Lesben und bisexuelle Menschen die selben Rechte wie Heterosexuelle besitzen sollten. Nur die Menschen in Bulgarien, Rumänien und der Slowakei sind noch homophober eingestellt (PDF). (dk)

-w-

#1 PetterAnonym
  • 09.09.2021, 12:15h
  • Noch so ein Land, das viel zu vorschnell und viel zu blauäugig in die EU aufgenommen wurde.

    Die EU muss endlich gegen solche rechten, menschenverachtenden Umtriebe in einigen Mitgliedsstaaten vorgehen, sonst wird die EU immer unglaubwürdiger und verliert immer mehr den Rückhalt bei den Bürgern.
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#2 abschEUlichAnonym
  • 09.09.2021, 12:25h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Willkommen in dern neuen EU, in der mittlerweile 13 von 27 Mitgliedsstaaten Homosexuellen eine Gleichheit vor Gesetz und Recht verweigern!
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#3 PetterAnonym
  • 09.09.2021, 12:33h
  • Antwort auf #2 von abschEUlich
  • Umso mehr müssen weitere EU-Erweiterungen bis auf weiteres auf Eis gelegt werden, weil dann die Homohasser endgültig in der Überzahl wären.

    Es ist schon schlimm genug, dass die EU diese Fehler gemacht hat. Aber nicht daraus zu lernen und dieselben Fehler zu wiederholen, wäre fatal für die EU.
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