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Katholische Kirche

Spanien: "Homo-Heiler"-Bischof gab Amt wegen Liebe zu Erotik-Autorin auf

Als katholischer Bischof machte er Stimmung gegen Homosexuelle – jetzt zieht sich Xavier Novell Gomà zurück, weil er sich in die Autorin "satanisch-erotischer" Bücher verliebt hatte.


Bischof Xavier Novell Gomà erklärte im Namen der katholischen Kirche Homosexualität zu einer Krankheit (Bild: Iglesia en Valladolid / flickr)

Ein in Spanien für seine konservativen und homosexuellenfeindlichen Ansichten bekannter Bischof soll sein Amt Medienberichten zufolge niedergelegt haben, weil er sich in eine Erotik-Autorin verliebt hat. Papst Franziskus hatte bereits am 23. August das überraschende Rücktrittsgesuch von Xavier Novell Gomà als Bischof von Solsona nordwestlich von der katalanischen Hauptstadt Barcelona akzeptiert. Novell war als Spezialist in Fragen der Teufelsaustreibung (Exorzismus) und wegen seines Widerstandes Sterbehilfe und Abtreibungen sowie als Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens bekannt geworden, wie spanische Medien nun berichteten.

Der Bischof befürwortete außerdem sogenannte "Konversionstherapien", um Homosexuelle zu "heilen". Er hatte auch an entsprechenden Seminaren teilgenommen und für "Therapien" geworben. Diese von Menschenrechtsorganisationen als Folter bezeichnete Praxis ist inzwischen in weiten Teilen der katholischen Kirche von Spanien verpönt, wird allerdings in anderen Ländern – etwa in Polen – von katholischen Bischöfen intensiv gefördert.

"Ich habe mich verliebt und will die Sachen richtig machen"

Bei der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch den Papst war zunächst nur mitgeteilt worden, dass der 52-Jährige rein "persönliche" Gründe für seinen Schritt geäußert habe. Erst zwei Wochen später berichtete das Portal "Religión Digital", Novell habe sich in die Psychologin und Buchautorin Silvia Caballol verliebt. Teile des Werks der 38-Jährigen geschiedenen Mutter von zwei Kindern werden von spanischen Medien als satanisch-erotisch beschrieben. Die Bücher handelten laut ihrem Verlag vom "Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und Satan, zwischen den Engeln und den Dämonen" und drehten "Moral und Ethik auf den Kopf".

Weder Novell noch Caballol äußerten sich bisher zu den Berichten. "Religión Digital" zitierte Novell nur mit dem Satz: "Ich habe mich verliebt und will die Sachen richtig machen."

In der katholischen Kirche werde die Situation angesichts immer neuer Berichte über Novell und seine neue Partnerin inzwischen als "anormal" empfunden, berichtete die Zeitung "La Vanguardia". Denn noch ist der Frischverliebte immer noch Bischof mit allen Vollmachten, nur ohne Diözese. Dies könne nur der Papst ändern, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Kirchenkreise.

Novell, der 2010 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof ernannt worden war, soll inzwischen mit Caballol in die Stadt Manresa in der Nähe seines bisherigen Bischofssitzes gezogen sein und suche dort Arbeit in seinem früheren Beruf als Agraringenieur. (dpa/dk)



#1 Girlygirl
  • 09.09.2021, 13:52h
  • Eine Erotik/Satanismus Autorin verliebt sich in einen homophoben Bischof. Sehr skurril.
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#2 KMBonnProfil
  • 09.09.2021, 13:56hBonn
  • Er verliebt sich eine Autorin, die satanisch-erotische Literatur schreibt? Propagiert Homo-Heilung? Treibt Dämonen aus? Demnächst Ex-Bischof? Will jetzt als Agrar-Ingenieur arbeiten?

    Und dann sagen manche, wir mit unserem Projekt Bundesamt für magische Wesen spinnen. :-)

    Wenn ich diese Geschichte als Exposé eines Romans bekommen hätte, wäre es im Papierkorb gelandet.

    Auf der anderen Seite ist es so typisch ... katholisch.
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#3 kuesschen11Profil
  • 09.09.2021, 15:54hFrankfurt
  • Die katholische Kirche hat überall die Finger im Spiel, nun wieder einmal spinnt ein Bischof im liberalen Spanien mit Teufelsaustreibung und Heilung von Homosexuellen.

    Im Katholizismus wundert mich nichts mehr. Der Zölibat macht die alle krank im Kopf.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 09.09.2021, 18:07h
  • Kuriose Geschichte. Da soll noch mal einer nicht an die Macht der Liebe glauben!

    Ich find's gut. Natürlich wird der Herr Bischof etwas gutzumachen haben, aber auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Ich wünsche ihm jedenfalls viel Glück dabei.
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#5 KopfschüttelAnonym
  • 09.09.2021, 19:17h
  • Antwort auf #3 von kuesschen11
  • Ja, die Katholiban toben mal wieder. Auf ihrer Seite ist aber natürlich nicht er, noch das Zölibat, sondern die Frau die böse und trägt die Schuld daran. Die meinen das auch noch ernst.
    Der Bischof könnte sich an die eigene Nase packen, denn nach seiner eigenen Logik bräuchte er sich ja einfach nur dagegen zu "entscheiden", sich zu verlieben.
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#6 swimniAnonym
#7 WunderbarAnonym