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Kehrtwende

Laschets Klarstellung zur Ehe für alle: "Heute hätte ich für das Gesetz gestimmt"

Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat eingeräumt, in der ZDF-Sendung "Klartext" gelogen zu haben. 2017 hätte er sehr wohl gegen die Ehe-Öffnung gestimmt. Seine Bedenken hätten aber heute "weniger Gewicht".


Armin Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Klartext" (Bild: Claudius Pflug / ZDF)

Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat sich am Freitag zu seiner Lüge zur Ehe für alle geäußert. Er habe sich am Donnerstagabend in der ZDF-Wahlarena "Klartext" missverständlich ausgedrückt, erklärte der 60-Jährige gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel".

In der ZDF-Sendung wurde Laschet zu seiner Position zu der vor vier Jahren von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Ehe für alle gefragt. "2017 hat die Bundeskanzlerin, das muss man anerkennenswerterweise sagen, überhaupt den Weg dafür frei gemacht, dass abgestimmt wurde, hat aber persönlich dagegen gestimmt. Das finde ich auch respektabel. Ich hätte dafür gestimmt", behauptete der Kanzlerkandidat.

Tatsächlich sprach sich Laschet 2017 in mehreren Interviews vehement gegen die Ehe-Öffnung aus, die er für grundgesetzwidrig hielt. Auch im Bundesrat verweigerte er als neuer Ministerpräsident von NRW der Ehe für alle seine Zustimmung (queer.de berichtete).

Ehe für alle habe "gesellschaftlichen Frieden" gebracht

Im "Tagesspiegel" ruderte Armin Laschet nun zurück: "Damals hätte ich so gehandelt wie Angela Merkel: Sie hat den Weg freigemacht, aber bei der Abstimmung ihre Bedenken berücksichtigt." Mittlerweile sei jedoch klar, "dass die juristischen Bedenken weniger Gewicht haben als der gesellschaftliche Frieden und den Respekt, den die Ehe für alle gebracht hat", so der Kanzlerkandidat. "Unsere Gesellschaft lebt von Verantwortung füreinander. Das drücken Ehe und Familie aus." Laschet erklärte weiter: "Heute hätte ich für das Gesetz gestimmt."

Für seine Lüge im ZDF war Armin Laschet in sozialen Medien scharf kritisiert werden. Ob er mit seiner Erklärung die Debatte über seine Glaubwürdigkeit beenden kann, ist jedoch eher unwahrscheinlich. "Unklar bleibt, ob der gläubige Katholik Laschet auch seine persönliche Meinung zu dem Thema geändert hat – oder lediglich seinen politischen Widerstand aufgegeben hat", kommentierte die "Rheinische Post" seine Stellungnahme.

Volker Beck versteht Laschets Erinnerungslücken

Überraschende Unterstützung bekam Armin Laschet zuvor vom Grünen-Politiker Volker Beck. Er freue sich über dessen "Sinneswandel", schrieb der ehemalige Bundestagsabgeordnete auf Twitter. "Der Vorfall zeigt, warum Gerichte Zeugenbeweise so scheuen. Ich habe mich auch schon dürftig erinnert." Damals seien "Spiegel" und "Welt" über ihn "hergefallen".

Twitter / Volker_Beck

Vermutlich spielt Beck bei seiner Medienschelte auf seinen Versuch an, seine frühere Forderung nach einer Entkriminalisierung von Pädosexualität zu vertuschen. Jahrelang hatte er behauptet, sein umstrittener Gastbeitrag für das 1988 erschienene Buch "Der pädosexuelle Komplex" sei von den Herausgebern sinnentstellend verändert worden – bis der "Spiegel" 2013 das Original-Manuskript fand und das Gegenteil bewies (queer.de berichtete). (mize)

Wöchentliche Umfrage

  • Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagt, er würde heute für die Ehe für alle stimmen. Findest du seine Aussage glaubwürdig?
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#1 Frank WildeAnonym
  • 11.09.2021, 04:20h
  • Ganz ehrlich: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Kanzlerkandidaten derart verachtet zu haben wie Armin Laschet. Ich habe kein Problem mit Menschen, die andere Ansichten als ich haben. Aber ich habe ein enormes Problem mit einem möglichen Bundeskanzler, der bei grundsätzlichen gesellschaftsrelevanten humanistischen Fragen ganz offensichtlich lügt, um Wählerstimmen zu ergaunern. Da ist mir selbst die AfD lieber mit ihrer klaren, menschenverachtenden Haltung zur "Ehe für Alle", die sie zumindest nicht abstreitet. Wer Laschet wählt, wählt meiner Ansicht nach einen heuchlerischen, moralisch korrupten, zutiefst verlogenen, bigotten, skrupellosen machthungrigen Hardliner, der sich als netter Onkel zu verkaufen sucht. Als Bundeskanzler ist Laschet für mich untragbar.
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#2 mind_the_gap
  • 11.09.2021, 05:44h
  • Antwort auf #1 von Frank Wilde
  • "Wer Laschet wählt, wählt meiner Ansicht nach einen heuchlerischen, moralisch korrupten, zutiefst verlogenen, bigotten, skrupellosen machthungrigen Hardliner, der sich als netter Onkel zu verkaufen sucht. Als Bundeskanzler ist Laschet für mich untragbar."

    Das ist hervorragend zusammengefasst, und ich stimme dem zu 100% zu.
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#3 LegatProfil
  • 11.09.2021, 07:57hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #1 von Frank Wilde
  • Dazu kommen noch Laschets radikal-katholische Seilschaften, also seine Verstrickung in eine global agierende kriminelle Organisation namens katholischer Kirche, die nur aus reinem Gewohnheitsrecht für ihre Taten nicht zur Rechenschaft gezogen wird.

    #laschetverhindern
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#4 WeazzelAnonym
  • 11.09.2021, 08:25h
  • "die juristischen Bedenken weniger Gewicht haben als der gesellschaftliche Frieden"

    Er hat also nach wie vor juristische Bedenken (hält es also für grundgesetztwiedrig), gibt aber klein bei, damit es endlich Ruhe gibt.

    Es hilft auch nicht, wenn er Ewigkeiten später sich nachträgtlich versucht auf die richtige Seite der Geschichte zu mogeln.

    Es gibt viele Themen, die das nächste Kanzleri anpacken muss, wo es nicht reicht, in 10 oder 20 Jahren zu erkennen, dass er "heute" was anders machen muss.
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#5 TheoAnonym
  • 11.09.2021, 08:44h
  • Oh... hat da wer geflunkert?

    Kaufe ich ihm absolut nicht ab, dass er da jetzt eine andere Meinung zu hat. Klar, hat eingies an Frieden geschaffen, aber wer von vornherein dagegen ist, wer will denn dann in unserer Gesellschaft irgendwas ändern?
    Und auf einmal sind Gesetze nicht mehr so wichtig? Na das lässt auch einiges an Interpretationsspielraum offen.
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#6 LotiAnonym
#7 LegatProfil
#8 zundermxeAnonym
  • 11.09.2021, 09:32h
  • Antwort auf #6 von Loti
  • Ha, das weiß er sogar sehr gut!

    Erinnere mich an meinen Religionsunterricht als ein sich damals als besonders progressiv empfindender Geistlicher werbend zu uns sagte, welcher Verein dies denn sonst noch bieten würde, dass wer praktisch jeden Fehler begehen dürfe und diese Fehler sofort geheilt und somit ok wären, wenn nur gebeichtet.

    Diese Logik und dieses Selbstverständnis, mach was du willst und beichte, ist bei Katholügen oft anzutreffen und ist auch Laschets Handlungsprinzip.

    Die Räumung des Hambis war rechtswidrig und um die zu ermöglichen hat Laschet auch nachweislich gelogen. Dieser Mensch setzt sich selbst ein Ziel und biegt und dehnt Wahrheit und Gesetz bis zur Unkenntlichkeit damit er es erreicht.
    Aber ist wohl alles halb so wild, wenn er die uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung von Spahn hat.
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#9 KaiJAnonym
#10 WipperfischerAnonym
  • 11.09.2021, 10:53h
  • Also, ich verstehe das Rumhacken auf Onkel Armin überhaupt nicht. Er hat sich bei der Bewerbung umd den Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerkandidaten auch bloß etwas missverständlich ausgedrückt. Nun ist es aber leider zu spät das zu korrigieren.

    Da kann man nichts machen. Deshalb wird er aus Versehen Bundeskanzler und macht auch nichts.
    Schließlich ist der Staat schon betoniert damit alles beim alten bleibt - das walte der Pimmel...

    PS: Hausdurchsuchungen bitte nur nach Terminvereinbarung.
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