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CSU-Parteitag

Söder warnt: Aus Oma und Opa darf nicht "Ompa" werden

Mit Stammtischsprüchen macht nun auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder Wahlkampf gegen eine geschlechtergerechte Sprache. Die CSU will das "Gendern" in Behörden und Schulen verbieten.


Markus Söder ist seit dem 16. März 2018 Ministerpräsident des Freistaats Bayern und seit dem 19. Januar 2019 Vorsitzender der CSU (Bild: Mueller /MSC / wikipedia)

  • 11. September 2021, 02:48h 38 2 Min.

Die CSU hat sich auf ihrem Parteitag in Nürnberg mit großer Mehrheit für ein Verbot einer geschlechtergerechten Sprache ausgesprochen. "Die krampfhafte Wortwahl der Gender-Sprache hat in Behörden und Bildungseinrichtungen zu unterbleiben", heißt es in einem Antrag, der von den Delegierten mit über 96 Prozent der Stimmen angenommen wurde.

"Die politisch indoktrinierten, künstlichen Auswüchse gendermoralistischer Sprachakrobatik" seien abzulehnen, solange sie sich nicht von unten nach oben in der Gesellschaft durchsetzten, sondern von einzelnen Institutionen oder Medienanstalten auferlegt würden, heißt es in dem von der Jungen Union eingebrachten Vorlage.

Söder gegen "Gender-Strafzettel"

Zuvor hatte bereits der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder in seiner Parteitagsrede gegen geschlechtergerechte Sprache polemisiert. So warnte er davor, dass aus Oma und Opa angeblich "Ompa" werden solle, und fragte in den tobenden Saal: "Sorry, haben wir in unserem Land nicht wirklich wichtigere Probleme?"

Den Grünen warf Söder eine "Belehrungs- und Umerziehungsmoral" vor. "Wir als CSU akzeptieren kein Gender-Gesetz und keine Gender-Strafzettel", stellte der Ministerpräsident klar. "Wir sind ein Freistaat und kein Umerziehungsstaat, bei uns zählt der gesunde Menschenverstand."

Es dürfe auch nicht sein, dass etwa Studierende schlechtere Noten erhalten, weil sie sich weigern, in Studienarbeiten das Gendersternchen zu benutzen. Er habe seinen Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) angewiesen, dies sicherzustellen.

Für zwei weitere Jahre als Parteichef bestätigt

Söder wurde von den Delegierten mit 87,6 Prozent der Stimmen für weitere zwei Jahre in seinem Amt als Parteivorsitzender bestätigt. Er landete damit knapp über dem Ergebnis von 87,4 Prozent bei seiner ersten Wahl Anfang 2019, blieb aber hinter dem Ergebnis bei seiner Wiederwahl im Oktober 2019 zurück – damals waren es 91,3 Prozent. (cw/dpa/AFP)

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#1 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 11.09.2021, 06:13h
  • ""Die politisch indoktrinierten, künstlichen Auswüchse gendermoralistischer Sprachakrobatik" seien abzulehnen, solange sie sich nicht von unten nach oben in der Gesellschaft durchsetzten, sondern von einzelnen Institutionen oder Medienanstalten auferlegt würden"

    Dann sollte sich bitte zuvorderst der Bayerische Rundfunk genau daran halten und keine Sprachverbote erlassen. Genau damit soll nämlich das Durchsetzen von unten verhindert werden.

    www.queer.de/detail.php?article_id=39668

    ""Sorry, haben wir in unserem Land nicht wirklich wichtigere Probleme?"

    Klassische Marginalisierung. Respekt und Anerkennung ALLER Menschen sei kein wirkliches Problem. Pfui Teufel.

    "bei uns zählt der gesunde Menschenverstand."

    Und der besagt seit Jahrtausenden, dass es Manderl und Weiberl gibt, und sonst nix. Also dumpfes Verharren im Vorgestrigen, wieder mal vorliegend in der typisch bayerischen "Mir san mir"- Ausgrenzungsvariante.

    Ich bin übrigens selbst in Bayern geboren und aufgewachsen. Als Kind ostpreußischer Kriegsflüchtlinge. Ich sprach den Dialekt nicht, wir waren evangelisch statt, wie es "sich gehört", katholisch und haben einen Familiennamen, der ausländisch klingt, obwohl er aus dem Altpreußischen kommt. Aber für viele Bayern ist ja alles nördlich des "Weißwurscht-Äquators" (also des Mains) preußisches "Ausland".
    Wenn man dann noch dazu queer ist, erlebt man die eigene bayerische "Heimat"stadt schon mal eben als lebenslange Vorhölle. Ich hatte leider erst viel zu spät die Möglichkeit, Bayern zu verlassen. Weiß aber noch sehr, sehr gut, wie die meisten Menschen dort ticken.

    Heute gehöre ich eher zu denen, die "nerven" statt sich ständig sagen zu lassen, dass sie wegen ihres Andersseins nicht akzeptiert werden. Und so liebe ich auch die kolumnistisch tätige Person Jeja Klein, die zum Thema "Gendern" gestern eine neue Kolumne veröffentlicht hat:

    www.nd-aktuell.de/artikel/1156473.geschlechtergerechte-sprac
    he-gendern-ist-ein-rechter-kampfbegriff.html


    Genau meine Haltung. Herzlichen Dank, Jeja!
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#2 Schon
  • 11.09.2021, 06:59hFürth
  • Sprache lebt, Sprache verändert sich, und im Mittelalter war die Sprache anders als heute und in der Zukunft werden sich manche kopfschüttelnd fragen warum wir manches heute so ausgedrückt haben.
    Meine Meinung: man sollte Gendern weder verbieten noch vorschreiben. Ich tue mich mit dem Gendern auch schwer. Andererseits tue ich mich auch schwer, dass uns künftig ein alter Mann als Bundeskanzlerin vertreten soll. Das passt auch nicht.
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#3 LegatEhemaliges Profil
  • 11.09.2021, 08:08h
  • Wie unfassbar plump die Argumente der Feinde der Geschlechtergerechtigkeit immmer wieder daherkommen. Tausendmal schon wiederlegt und aufgeklärt, aber das ändert nichts. Es wird auf respektloseste Art weiter verhöhnt und marginalisiert von oben nach unten und das in Form eines bis zum Erbrechen wiedergekäuten Zombie-Mantras. Unfassbar billig, komplett irrational, völlig menschenverachtend. Das Konzept dahinter, erfolgreich seit Jahrtausenden. Es ist der Sündenbock, der fast totgeschlagen und dann in die Wüste getrieben wird, um von den eigenen Verbrechen und den wahren Problemen abzulenken. Wieder und wieder und wieder und wieder ...
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