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"Going Bareback"

US-Gesundheitsbehörde veröffentlicht Porno-Fallstudie über "alternden Twink"

Johnny Rapid, der "größte Schwulenporno-Performer der 2010er Jahre", ist das Forschungsobjekt eines Medienwissenschaftlers. Das Ergebnis: Bareback rettete die Karriere des amerikanischen Darstellers.


Johnny Rapid, links im Jahr 2011, rechts im Jahr 2017 (Bild: men.com)

Der australische Porno-Experte Dr. Joseph Brennan hat eine Fallstudie über den Gay-for-Pay-Pornodarsteller Johnny Rapid verfasst, der seit 2011 in der amerikanischen Pornoszene aktiv ist. Der aus dem Südstaat Georgia stammende Rapid (bürgerlich: Hylan Anthony Taylor) hat geschätzt bislang in weit mehr als 300 schwulen Porno-Szenen mitgespielt, darunter auch in vielen Gruppenszenen. Das ursprünglich im Fachmagazin "Sexuality and Culture" erschienene Abhandlung "Going Bareback: Time and Aging in a Gay-for-Pay Porn Career" (Der Weg zum Bareback: Zeit und Altern in einer Gay-for-Pay-Pornokarriere) wurde auch von den National Institutes of Health (NIH), einer dem US-Gesundheitsministerium unterstehenden Behörde, veröffentlicht.

Rapid hatte seine Karriere bei den Twink-Labels "Boys First Time" und "Bukkake Boys" gestartet und wurde schließlich mit dem Label "men.com" zum Star, der wohl sehr vielen Schwulen in aller Welt ein Begriff ist. Er spielt dabei oft die Rolle des "Power Bottom", also des lustvollen und durchaus aktiven Partners, der penetriert wird. Inzwischen betreibt er eine Pornoseite unter seinem eigenen Pornonamen.

"Bottom-Twinks tendieren eher dazu, mit Mitte 20 in der Versenkung zu verschwinden"

Die Fallstudie behandelt, wie der heute 29-jährige Pornostar mit dem Altern umgeht. Der laut dem Medienwissenschaftler Brennan "wohl größte Schwulenporno-Performer der 2010er Jahre" habe dem Schicksal vieler Twink-Darsteller, die bereits im Alter von 23 Jahren langsam als zu alt gelten würden, ab 2015 durch eine "Neuerfindung" als Bareback-Star widerstanden. Der Umstieg auf kondomlosen Sex habe die Karriere von Rapid gerettet, ist sich der Autor sicher: "Bottom-Twinks tendieren eher dazu, mit Mitte 20 in der Versenkung zu verschwinden, besonders wenn sie eine Art von Arbeiterklasse repräsentieren", so Brennan.

Neben einer großen Kampagne, dass Rapid fortan ohne Kondome arbeite, habe der Pornodarsteller andere alternative Herangehensweisen an Pornografie gehabt. So habe die Parodie von Blockbustern wie "Fluch der Karibik" oder "Justice League" dabei geholfen, ihn zum Mega-Star der Branche zu machen. Auch eine Rapid-Parodie von Justin Bieber wird in dem Artikel erwähnt. Hintergrund ist, dass "men.com" dem kanadischen Sänger 2015 zwei Millionen Dollar für eine Szene mit Rapid angeboten hatte (queer.de berichtete). Als Bieber auf dieses in der Presse viel beachtete "Angebot" nicht reagierte, spielte Rapid den Sänger einfach in einer Porno-Parodie selbst.


Johnny Rapid spielte in mehreren Blockbuster-Parodien mit, die durchaus hochwertiger aussehen als die gemeine amerikanische Durchschnittspornografie (Bild: men.com)

"Mein Ergebnis ist, dass es die richtige Zeit für einen alternden Twink-Performer war, sich aufzufrischen durch seinen Wechsel zum Bareback", so Brennan. Dies habe auch die gesamte Pornoindustrie nachhaltig beeinflusst und sei danach oft kopiert worden. Zuvor hatten Bareback-Szenen oft im Verruf gestanden und wurden etwa auch von Pornopreisen ausgeschlossen.

Rapid habe laut Brennan 2015 einen perfekten Einstieg in die Bareback-Welt gefunden – drei Jahre zuvor war in den USA die HIV-Prophylaxe PrEP zugelassen worden, durch die das HIV-Risiko gesenkt werden konnte (PrEP ist in Deutschland seit 2019 Kassenleistung). "Das 'Johnny Rapid Goes Bareback'-Event hat einem angeschlagenen Promi […] einen seltenen Auftrieb gegeben und es ihm ermöglicht, am Ende des Jahrzehnts auf dem Höhepunkt der Karriere angekommen zu sein", schreibt Brennan. Freilich schränkt der Autor ein, dass kondomloser Sex – speziell in der Frequenz, in der Rapid Filme mit unzähligen Männern produziert – nach wie vor gesundheitliche Risiken berge, etwa durch Herpes, HPV-Viren oder Hepatitis.

Rapid hatte sich lange Jahre als heterosexuell definiert und angegeben, nur wegen der guten Bezahlung in Schwulenpornos mitzuspielen. Inzwischen erklärt er, er sei bisexuell. (cw)



#1 Felix-baerlinAnonym
#2 MucciProfil
#3 WanndererAnonym
#4 Taurus82
#5 LotiAnonym
  • 14.09.2021, 11:18h
  • Antwort auf #3 von Wannderer
  • Ja, manch eine/einer findet es erbärmlich, wenn sich jemand als Sexarbeiter seine Brötchen verdient. Insbesondere bei männlichen Personen. Ich weiß wovon ich hier schreibe.
    Frauen berichten ungerne darüber, wie sie freiwillig wohlgemerkt als Sexarbeiterinnen ihre ganze Familie ernähren.
    Manche von ihnen wollen sich von diesen Begriff abgrenzen und bezeichnen sich somit als Escort Service.
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#6 StaffelbergblickAnonym
  • 14.09.2021, 11:33h
  • "Der australische Porno-Experte Dr. Joseph Brennan hat eine Fallstudie über den Gay-for-Pay-Pornodarsteller Johnny Rapid verfasst, der seit 2011 in der amerikanischen Pornoszene aktiv ist." ohhhh da muss sich der Herr Wissenschaftlicher aber reichlich Pornos reingezogen haben. Privat oder wissenschaftlich im Institut??? Und im Rahmen wissenschaftlicher Gepflogenheiten dann in Vorträgen mit entsprechenden Ausschnitten seiner untersuchten Materialien den wissenschaftlichen Nachwuchs informiert. Wurden dazu auch Seminararbeiten vergeben????
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#7 WanndererAnonym