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San Francisco

Megan Rohrer, trans, evangelische*r Bischöf*in

2009 wurde in der Lutherisch-Evangelischen Kirche in Amerika die Diskriminierung von Lesben und Schwulen aufgehoben. Nun rückt eine transgeschlechtliche Person in San Francisco erstmals an die Spitze einer Synode.


Bischöf*in Megan Rohrer bricht bei einem Gottesdienst Brot entzwei (Bild: Sierra Pacific Synod / Gareth Gooch & Bill Wilson)
  • Von Jeja Klein
    13. September 2021, 16:37h, noch kein Kommentar

In San Francisco ist erstmals eine transgeschlechtliche Person Bischöf*in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika geworden. Bereits im Mai gewählt, trat Megan Rohrer nun das Amt in der Grace Cathedral in der Queer-Hochburg an der US-Westküste an.

200 Gemeinden werden nun unter der Leitung der nichtbinären Trans-Person stehen, zudem eine von 65 Synoden, die der Kirche angehören und wiederum ihre eigenen Bischöf*innen haben. "Ich trete dieses Amt an, weil eine vielfältige Gemeinschaft von Lutheraner*innen in Nordkalifornien und Nevada im Gebet und nach reiflicher Überlegung beschlossen hat, etwas Historisches zu tun", sagte Rohrer anlässlich der Premiere. "Meine Übernahme der Amtsgeschäfte ist eine Feier für alles das, was möglich ist, wenn wir darauf vertrauen, dass Gott uns leitet."

Diskriminierung seit 2009 abgeschafft

Rohrer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Jahr 1991 hieß die Kirche erstmals öffentlich Schwule und Lesben als Gläubige bei sich willkommen. Seit dem Jahr 2009 können in der Kirche Lesben und Schwule, die in einer verlässlichen, lebenslangen und öffentlich anerkannten Partnerschaft leben, Pastor*innen werden.

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In der Folge sind neben Rohrer auch noch weitere LGBTI-Personen ordiniert, also in das Pastor*innen-Amt eingeführt worden. Eine spezielle Entscheidung, trans Personen zuzulassen beziehungsweise einen früheren Ausschluss aufzuheben, hat es dabei nicht gegeben. Die Kirche engagiert sich schon seit Längerem gegen die Diskriminierung von LGBTI in der US-amerikanischen Gesellschaft.

Gastauftritt bei "Queer Eye"

Vor der Amtsübernahme war Rohrer bereits Pastor*in in der Grace Lutheran Church in San Francisco. In der Vergangenheit hatte they sich für Obdachlose und für andere LGBTI-Personen engagiert und als Polizeiseelsorger*in gearbeitet.

Megan Rohrer wird im amerikanischen Englisch sowohl mit "he", als auch mit dem Pronomen "they" angesprochen, das sich im englischsprachigen Raum als weithin anerkanntes Pronomen für nichtbinäre Transpersonen etabliert hat. Im Deutschen gibt es dazu noch keine gängige Entsprechung. Rohrer ist vielen queeren Personen bekannt, weil er in der fünften Staffel von "Queer Eye" in der ersten Episode einen Gastauftritt hatte.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika ist eine der größten Konfessionen in den USA und hat etwa 3,3 Millionen Mitglieder. Dabei gilt sie unter den lutherischen Kirchen als liberalste Konfession. Eine Amtszeit in der Kirche, in der 3,3 Millionen Gläubige registriert sind, beträgt sechs Jahre. Im Jahr 2017 hatte die katholische Bischofskonferenz in den USA in einer Stellungnahme betont, dass transgeschlechtliche Menschen für sie gar nicht erst existierten (queer.de berichtete).



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.