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"Nee, das stimmt nicht"

Ehe für alle: Laschet verbreitet weiter Mythen um seine Position

Armin Laschet kann es einfach nicht lassen: Erneut behauptete der Kanzlerkandidat, dass er in der Vergangenheit nichts gegen gleichgeschlechtliche Ehen gehabt habe. Dabei gehörte er 2017 zu den Gegnern und verweigerte die Zustimmung im Bundesrat.


Armin Laschet (Mitte) flunkert es im Kinderinterview gerne mal (Bild: Screenshot ProSieben)

Unionsspitzenkandidat Armin Laschet hat in einem Interview auf ProSieben erneut behauptet, dass er sich bei der Debatte um die Ehe für alle vor vier Jahren nicht gegen die Gleichbehandlung ausgesprochen habe. In der am Dienstagabend ausgestrahlten ProSieben-Sendung "Late Night Berlin" war er von den Kinderreporter*innen Pauline und Romeo interviewt worden.

In dem Interview ging es unter anderem ums Zigarillo-Rauchen ("Ich rauche die nicht auf Lunge") oder um den umstrittenen CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen ("Wenn da jemand sagt, er ist ein Nazi, das ist unfair"). Am Ende sprach Romeo Laschet auf die Ehe für alle an: "Hast du was dagegen, dass Männer heiraten dürfen?" Laschet antwortete mit empörtem Unterton und einem klaren "Nein". "Aber du wolltest nicht dafür stimmen", warf Romeo ein. "Nein, ich war ja gar nicht im Bundestag. Wer kommt denn auf so komische Ideen?" – "Du hast Interviews gegeben, wo du gesagt hast, du willst das nicht." Laschet entgegnete: "Nee, das stimmt nicht." Romeo wurde deutlicher: "Im 'Spiegel'".

Daraufhin versuchte Laschet abzulenken: "Du hast schon den 'Spiegel' vor so langer Zeit gelesen. Das ist aber toll, dass du das kannst." Dann erklärte er: "Im 'Spiegel' ging es mal um irgend eine rechtliche Frage vor einigen Jahren. […] Natürlich heiraten Männer heute und das ist auch das Gesetz bei uns, dass das möglich ist."

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Laschet hatte bereits in der ZDF-Sendung "Klartext" am 9. September behauptet, er hätte 2017 für die Ehe für alle gestimmt (queer.de berichtete). Später korrigierte er, dass er heute für das Gesetz stimmen würde (queer.de berichtete).

Laschets NRW verweigerte Ehe für alle Zustimmung

In Wirklichkeit gehörte Laschet bei der Diskussion um der Ehe für alle vor vier Jahren zu den Gegnern. So verweigerte das Land Nordrhein-Westfalen im Bundesrat der Ehe-Öffnung die Zustimmung – die FDP war dafür, die CDU von Ministerpräsident Laschet dagegen (queer.de berichtete). Damit konnte NRW aber das Gesetz nicht aufhalten.

Im Interview mit den Szenemagazin "Fresh" hatte Laschet bereits Anfang 2017 gesagt, dass er sich zwar "gegen Diskriminierungen jeder Art" einsetze. Mit Blick auf die Ehe fügte er an, dass für ihn eine Schlechterstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren in Ordnung sei: "Es gilt aber auch der Grundsatz, dass nicht jede Unterscheidung Diskriminierung ist". Er behauptete auch, dass das Grundgesetz ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben enthalte (queer.de berichtete).

Im Juli des gleichen Jahres verteidigte er im "Spiegel" seine Ansichten (Bezahlartikel) – so habe das Bundesverfassungsgericht gesagt: "Ehe ist begrifflich eine Beziehung von Mann und Frau."

Das ist eine Biegung der Wahrheit: Zwar hat Laschet Recht, dass das Bundesverfassungsgericht in einer Entscheidung aus dem Jahr 1993 als "Vereinigung von Mann und Frau" bezeichnet hatte. 2002 erklärte es aber bereits, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften Rechte und Pflichten erhalten dürften, "die denen der Ehe gleich oder nahe kommen". Seither haben sich die Höchstrichter*innen, wenn es um Ungleichbehandlung von Lebenspartnerschaften und heterosexuellen Eheleuten geht, stets auf Artikel 3 des Grundgesetzes berufen, wonach Diskriminierung verboten sei. Im Ehe-Artikel 6 des Grundgesetz ist ohnehin kein ausdrückliches Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare festgeschrieben – es heißt dort vielmehr schlicht: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung."

Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz musste sich den Kinderreporter*innen stellen – und Fragen wie "Wärst du lieber ein Schlumpf oder ein Pokémon?" beantworten.

Wöchentliche Umfrage

  • Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagt, er würde heute für die Ehe für alle stimmen. Findest du seine Aussage glaubwürdig?
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    Nein
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#1 AtreusProfil
  • 15.09.2021, 10:41hSÜW
  • Vermutlich hat er sich vom Setting mitreißen lassen, das scheint ja wie gemacht für Märchenstunden. Dass er der Bevölkerung dummfrech ins Gesicht lügt ist schon seit der Räumung des Hambacher Forstes bekannt, weit vor dem neueren Gerichtsurteil und dem Bundestagswahlkampf durch die Tonbandaufnahme dokumentiert.

    D.h., letzten Endes bleibt er sich nur treu und festigt seinen Ruf als kohlschwarzer Dummschwätzer und Opportunist, bekannt für spontane Anfälle von grauem Star und Tinitus, sobald Augen und Ohren in Reichweite christlicher Fundamentalisten und tiefbrauner Naziversteher aus den eigenen Reihen geraten.
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#2 LotiAnonym
  • 15.09.2021, 10:41h
  • Kinder stellen ihm die zurecht richtigen u. wichtigen Fragen. Hut ab.
    Luschet ist ein so dermaßen großer Lügenbolt und anmaßend, das es schmerzt diesen Artikel überhaupt bis zuende zu lesen.
    Da wünscht man sich doch glatt den Scholz als neuen Kanzler und die cDU/cSU auf die Oppositionsbänke. Obwohl ich die Grünen gewählt habe.
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#3 PeerAnonym
  • 15.09.2021, 10:52h
  • Jemand, der immer wieder so dreist die Menschen belügt, ist charakterlich nicht geeignet Bundeskanzler zu werden.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 15.09.2021, 10:52h
  • Wie dreist der seine Wähler belügt. Mal ganz abgesehen davon, dass die Union eh eine miese Bilanz hat.

    Was uns 16 Jahre CDU-geführte Bundesregierungen gekostet haben:

    - Schäuble ignoriert Cum-ex: 55 Mrd Euro

    - Scheuer setzt Maut gegen alle Warnungen durch und muss jetzt Vertragsstrafen zahlen: 580 Mio Euro

    - Spahn bestellt Schrottmasken: 7 Mrd. Euro

    - Scheuers Autobahn GmbH: jährlich 1,7 Mrd. Euro

    - von der Leyens Berater: für 6 Monate 157 Mio Euro

    - erste Klimakatastrophe: 20-30 Mrd Euro

    - 100.000 Arbeitsplätze in der Solarindustrie

    - über 40.000 Arbeitsplätze in der Windenergie
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#5 Carsten ACAnonym
  • 15.09.2021, 10:54h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Was will man schon von einem erwarten, der als Gastdozent an der RWTH Aachen nach dem Verlust von Prüfungen einfach Noten erfunden hat. Pech nur, dass er auch Leute benotet hat, die nicht mal an der Prüfung teilgenommen hatten, wodurch das Ganze aufgeflogen ist und er diese Gast-Dozentur an der RWTH Aachen verloren hat.
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#6 KaiJAnonym
  • 15.09.2021, 11:04h
  • Wie ich schon kürzlich hier feststellte, Laschet kommt aus seinem Lügen nicht mehr heraus. Laschet lügt und lügt und lügt. Auch sein angeblicher Meinungswandel hin zu einer Befürwortung der Ehe für alle war gelogen. In seinem Fresch-Interview erst vom 26.8.21, verlinkt hier zu Laschet von vor ca. einer Woche im #47, behauptet Laschet, er hätte wohl so gestimmt wie Merkel, also gegen die Ehe für alle. Innerhalb von 20 Tagen sollte bei ihm ein so bedeutender Sinneswandel hin zur Befürwortung der Ehe für alle stattgefunden haben, den einzugestehen er im ZDF-Interview nicht für nötig hielt und er in ein längeres mit ihm einhergehendes "Mittlerweile" umlog. Und jetzt, in dem hier aktuell ziterten Interview, lügt er alles wieder zurück. Schlimmer geht's nicht.
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#7 SakanaAnonym
  • 15.09.2021, 11:06h
  • Ich hab mir beide Interviews jetzt angeschaut und kann nur sagen, dass mir Laschet von seinem Kommunikationsduktus überhaupt nicht gefallen hat. Unter anderem wegen unangenehmen Gesprächspausen, seiner doppelten "Habt ihr noch Fragen?"-Frage, dieses leicht von oben herab Reden ("Du hast den Spiegel gelesen vor so langer Zeit? Toll, dass du das kannst") und dieses komisch jovial-onkelhafte, obwohl er die Kinder doch nicht richtig ernstnehmen will. Hat bei mir einen etwas unangenehmen Geschmack auf der Zunge hinterlassen, genauso wie der angesprochene Dialog zur "Ehe für Alle". Laschert erinnert mich immer an die rheinländischen Küngelfritzen in Kölle, die Geschäfte unter sich ausdealen....Bonner Republik der 1960er-Jahre.

    Scholz war in Ordnung, obwohl ich an manchen Stellen fast eingenickt bin. Die Gesprächsführung war etwas besser und flüssiger, aber Olafs Wortschatz ist schon sehr technisch. War aber in summa für mich überzeugender als Laschet, weil ich das Gefühl hatte, dass er die Kinder auf seine Art und Weise doch ernst genommen hatte.
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#8 TimonAnonym
  • 15.09.2021, 11:52h
  • Ich bin kein Fan der SPD, aber alleine schon für die ständig neuen Lügen von Laschet müsste er die Wahl haushoch verlieren und Scholz Bundeskanzler werden.

    Da die Grünen sich ja dank ihrer Frauenquote selbst zerlegt haben und Baerbock leider chancenlos ist, ist unsere einzige Chance ein Sieg von Olaf Scholz und ein so schwaches Ergebnis für die Union, dass die nur in die Opposition können.
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#9 michael hnkAnonym
  • 15.09.2021, 12:02h
  • Laschet ist ein heißer Kandidat für den Vollpfosten des Jahres. Bundeskanzler wird also Olaf Scholz, höchstwahrscheinlich in einer Ampel-Koalition. Na denn...
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#10 WadimAnonym
  • 15.09.2021, 12:36h
  • Ein positives Moment sehe ich hier doch.
    Es ist SUPER aber, dass die gleichgeschlechtliche Ehe in einer Kindersendung behandelt und die Frage von Kindern gestellt wurde.
    Pädagogen und Lehrer ignorieren das Thema um LGBTIQ weitgehend immer noch. Leider.
    Hoffe, dass es jemand von Ihnen anschaut.
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