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"Aber die Ehe ist die Ehe"

Papst: Katholische Kirche wird Ehe für alle nie akzeptieren

Die Ehe sei ein Sakrament und die Kirche habe nicht die Befugnis, dies zu ändern, erklärte Papst Franziskus vor Journalist*innen – und lobte den zivilen Solidaritätspakt (Pacs) in Frankreich.


Im Frühjahr 2013 wurde der sogenannte Reformer Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt – verändert hat sich in der katholischen Kirche seitdem wenig (Bild: Philip K / flickr)

Papst Franziskus schließt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in der katholischen Kirche weiter aus. Die Ehe sei ein Sakrament und die Kirche habe nicht die Befugnis, dies zu ändern, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Mittwoch auf dem Rückflug aus der Slowakei vor Journalist*innen. Es sei wichtig, homosexuellen Menschen zu helfen, aber ohne der Kirche Sachen aufzudrängen, die dort nicht funktionierten.

Franziskus verwies auf staatliche Regelungen, wie etwa den zivilen Solidaritätspakt (Pacs) in Frankreich, der eine zivilrechtliche Partnerschaft ermöglicht. Wenn ein lesbisches oder schwules Paar das Leben zusammen verbringen will, gebe es in den Staaten zivile Möglichkeiten sie zu unterstützen, sagte er dazu. "Aber die Ehe ist die Ehe." Das bedeute allerdings nicht, dass man die Leute verurteilen wolle. Man müsse alle respektieren. "Aber bitte zwingt die Kirche nicht, ihre Wahrheit zu verleugnen", sagte er weiter.

Im Flugzeug äußerte sich Franziskus auch zu Schwangerschaftsabbrüchen. "Abtreibung ist mehr als ein Problem, es ist Mord", sagte der Papst. Wissenschaftlich gesehen, handle es sich um ein menschliches Leben. "Wie soll man täglichen Mord akzeptieren?", fragte der Argentinier weiter. Deshalb sei die Kirche so hart bei diesem Thema.

Warme Worte und LGBTI-feindliche Hetze

Zum Umgang mit queeren Menschen hat sich Papst Franziskus bereits mehrfach geäußert – und oft widersprüchlich. "Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?", hatte er kurz nach seinem Amtsantritt im Frühjahr 2013 bei einer Pressekonferenz in einem Flugzeug gesagt und lesbischen und schwulen Gläubigen damit Hoffnungen auf einen freundlicheren Kurs der Kirche gemacht (queer.de berichtete). 2016 sagte er zudem, die Kirche sollte sich gegenüber ausgegrenzten Homosexuellen entschuldigen (queer.de berichtete).

Demgegenüber stehen viele Äußerungen, in denen der Papst die Distanz der Kirche zu sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten bekräftigte – mit teils heftiger, LGBTI-feindlicher Rhetorik. So beklagte er mit Blick auf gleichgeschlechtliche Eheschließungen den angeblichen "Weltkrieg" gegen die Hetero-Ehe oder behauptete gegenüber Journalisten, dass Homosexualität "kein Grund zum Jubeln" sei.

Im Jahr 2018 führte Franziskus aus, dass Lesben und Schwulen grundsätzlich keine Familien bilden könnten (queer.de berichtete). Kurz darauf riet er Eltern homosexueller Kinder, diese zum Psychiater zu bringen (queer.de berichtete). Nach einer Welle der Empörung zog der Vatikan diese Aussage zurück (queer.de berichtete). Nur wenige Wochen spät sprach sich Franziskus gegen die Zulassung von schwulen Männern in Priesterseminaren aus und diffamierte Homosexualität als "Mode" (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr warnte er vor der "Gefahr der Gender-Ideologie" (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 HiragyAnonym
  • 16.09.2021, 04:53h
  • Nicht schlimm. Das mit der Kirche wird sich, wenn die Austrittswelle anhält, eh von allein klären.
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#2 OlliAnonym
  • 16.09.2021, 06:15h
  • Der alte Mann hat ja auch keine Probleme damit, einen Bischof im Amt zu belassen, der in mindestens 11 Fällen Verbrecher gedeckt hat. Vermutlich ist sexueller missbrauch eine Sünde, bei der eine Entschuldigung ausreichend ist. Und was er immer noch nicht kapiert hat: die Ehe auf dem Standesamt hat mit dem lächerlichen Brimborium in seinen Kirchen rein gar nichts zu tun. Er kann sich das permanente motzen verkneifen.

    Der Verein ist vom Kopf her nur noch ekelhaft.
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#3 DQ24Anonym
  • 16.09.2021, 06:15h
  • Oh, Papa Franzi, was hatten wir bei Deinem Amtsantritt doch Hoffnungen! Und immer wieder holst Du uns auf den Boden der Realität zurück, zeigst uns, was für ein widerwärtiger, homophober, transphober und frauenverachtender Verein Deine Kirche ist!!!
    Das Du und Deine "Kirche" Kinderschänder in den eigenen Reihen schützt, aber Erwachsenen, die sich lieben, grundlegende Menschenrechte verwehrt.
    Wir ernten das, was wir sähen.
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#4 DominikAnonym
  • 16.09.2021, 09:16h
  • Was mich ja mal interessieren würde:

    Dürfen eigentlich - rein theoretisch diskutiert - Transpersonen unterschiedlicher Geschlechtsidentität, deren veränderte Geschlechtsidentität auch voll anerkannt ist, vor den Traualtar treten? Beispielsweise eine Transfrau und ein cis-Mann, die so katholisch sind, dass sie das wollen; oder eben andere denkbare Konstellationen. Und wird die geschlossene Ehe zweier Personen eigentlich annulliert, wenn später einer der beiden sich als trans outet. Als Beispiel fällt mir die (eventuell auch kirchlich geschlossene?) Ehe von Tessa Ganserer ein, die ja offenbar fortbesteht, doch jetzt als Ehe zweier Frauen gilt. Würde mich mal interessieren. Sehe da auch eine Menge Widerspruchspotential aufseiten der Kirche.
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#5 mind_the_gapEhemaliges Profil
  • 16.09.2021, 09:16h
  • ""Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?""

    Ehrlich gesagt, habe ich nie verstanden, weshalb das als positive Äußerung interpretiert wurde und wird. Darin heißt es schließlich "UND GOTT SUCHT UND GUTEN WILLENS IST". Das heißt doch nichts anderes als "und sich den Regeln der Kirche unterwirft". Das ist nichts anderes als eine hübsch verklausulierte Formulierung der Forderung, Homosexualität nicht zu leben, sondern sie, den Regeln der Kirche entsprechend, zu verdrängen. Und wehe, jemand verlässt diesen Pfad des "guten Willens", oder noch schlimmer: schlägt ihn niemals ein.

    Auf die Zustimmung einer solch sturköpfigen Kirche, die ihre Autorität auf ein imaginäres Wesen begründet, kann ich gut und gerne verzichten.

    Zurück zur Überschrift: Natürlich wird sie das nie akzeptieren. Passt einfach nicht ins jahrtausendealte dogmatisch-sture Unterdrückungskonzept.

    Und die aktuelle Wahlempfehlung: bitte "um Himmels willen" (Sarkasmus) keine C-Partei wählen! Wir brauchen endlich einen Paradigmenwechsel hin zu Werten des 21. Jahrhunderts. Dazu gehört ein modernes, diskriminierungsfreies Menschenbild. Und die Anerkennung der Tatsache, dass der Mensch mit einem "Weiter so" in kürzester Zeit seine eigene Lebensgrundlage komplett zerstört haben wird.
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#6 LotiAnonym
  • 16.09.2021, 09:29h
  • Wieso überrascht mich das nicht. Der einzige Papst, der mir je ein wenig Hoffnung gab, war der lachende Papst. Doch den haben sie sehr schnell aus den Verkehr gezogen.
    Ich wünsche mir, das immer mehr gläubige Christen aus dieser kath. Kirche austreten. Schon aus Schutz ihrer Kinder wegen.
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#7 SakanaAnonym
#8 herb0608
  • 16.09.2021, 10:13h
  • "Wissenschaftlich gesehen, handle ....." Auf die Wissenschaft berufen sich die nur, wenn es für sie von Vorteil ist.
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#9 EwiggestrigAnonym
  • 16.09.2021, 12:08h
  • "Papst: Katholische Kirche wird Ehe für alle nie akzeptieren"

    Das ist mir schon klar, dass die Kirche niemals Demokratie und Rechtsstaat akzeptieren würden. Weil das eine Gefahr für deren Allmachtsanspruch und Geldgeilheit ist.

    Aber genauso werden wir auch nie die Kirche akzeptieren. Und auch keine Parteien, die sich von denen beeinflussen lassen.
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#10 YannickAnonym
  • 16.09.2021, 12:19h
  • Diese Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zeigt nur wieder mal, dass wir endlich eine echte Trennung von Staat und Kirche brauchen.

    1. Der Staat sollte nicht mehr deren Mitgliedsbeiträge für die eintreiben und zur Steuer erheben. Die sollen ihre Mitgliedsbeiträge selbst eintreiben, wie jeder andere Verein auch.

    2. Die Staatsleistungen müssen sofort beendet werden. Wieso soll die Kirche zusätzlich zu den Kirchensteuern noch weitere Gelder vom Staat (also aus Steuergeldern) bekommen? Selbst von Leuten, die dort nicht mal Mitglied sind.

    3. Der Kirchenaustritt muss auch bei jedem Einwohnermeldeamt möglich sein. Am besten gratis, da ja die meisten bei den Zwangs-Taufen als Kind auch nicht gefragt wurden, ob sie Mitglied sein wollen.

    4. Es darf keine rechtlichen Ausnahmen für Kirchen geben. Weder beim AGG noch beim Spendenrecht und Steuerrecht noch sonstwo. Und die dürfen auch keine eigene Justiz haben.

    5. Statt Religionsunterricht sollte es an Schulen Ethikunterricht geben. Da darf dann auch mal über Religion gesprochen werden, aber neutral und unabhängig neben anderen Themen.
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