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"Deutschland. Aber normal"
AfD-Höcke beschwert sich über "verschwuchtelte" Polizei
Erneut ein homophober Rechtsaußen-Ausbruch im Wahlkampf, dieses Mal von AfD-Landesparteichef Björn Höcke. Nach seinem Auftritt in der Nähe von Leipzig riefen seine Fans "Sieg heil!".

In der 28.000 Einwohner*innen zählenden Stadt Grimma, in der die AfD bei der letzten Bundestagswahl stärkste Partei geworden ist, fühlt sich Björn Höcke offenbar zu Hause (Bild: Youtube)
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16. September 2021, 11:00h 2 Min.
Björn Höcke hat sich bei einem Wahlkampfauftritt letzte Woche im sächsischen Grimma erneut homophob geäußert: Aus Videos, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, geht hervor, dass der Thüringer AfD-Parteichef und Landesfraktionsvorsitzende die Polizei als "nicht Manns genug" und "verschwuchtelt" kritisiert hatte.
Der "Schwuchtel"-Hinweis startet absurderweise, nachdem sich Höcke als Fashion-Kritiker versuchte:
Ich war, als ich hier nach Sachsen einrollte und hier nach Grimma fuhr, erstmal positiv überrascht vom Erscheinungsbild der sächsischen Polizisten. Die haben so ein schönes Barett. Das steht denen richtig gut. Kompliment an die sächsische Polizei. Das könnt ihr weiter tragen. Ja? Das haben wir in Thüringen noch nicht. Wenn ich in Thüringen Ministerpräsident werde, dann kriegen unsere Polizisten auch so ein Barett.
Offenbar bekam Höcke dann Angst, dass seine Männlichkeit von so viel (scheinbarem) Modebewusstsein angegriffen wird – und machte mit homophobem Macho-Geschwätz weiter:
Wir möchten eine Polizei, die Recht und Ordnung durchsetzt. Dazu war sie heute noch nicht Manns genug, weil auch unsere Polizei verschwuchtelt worden ist. Das muss man auch mal deutlich sagen.
/ Nightmare_KeksBernd Höcke erzählt in #Sachsen bei Grimma, das die Barette bei Polizist*innen gut ausschauen würden und die Polizist*innen nicht mehr "Manns genug" wären, da man diese "Verschwuchtelt" hätten.
Michael Mayr (@Nightmare_Keks) September 10, 2021
Entdeckt durch @LarsWienand pic.twitter.com/jxTW9F87JO
Die AfD-Fans im Publikum jubelten nach dieser diskriminierenden Aussage frenetisch, ein "Jawoll"-Ruf ist zu hören. Laut "Frankfurter Rundschau" grölten sie am Rande der Veranstaltung auch Sprüche wie "Zicke Zacke, Hoi, Hoi, Hoi! Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil!" oder "Wir sind alle rechtsradikal".
Überraschenderweise geht die offene Homophobie sogar manchen Homo-Hasser*innen zu weit: Aktivist Klaus Kelle, der Ehemann der nicht minder LGBTI-feindlichen Aktivistin Birgit Kelle, regte in seinem Blog an, dass AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel gegen den Thüringer AfD-Chef vorgehen solle.
Schließlich sei Weidel unlängst auch gegen eine ähnliche Äußerung eines anderen AfD-Politikers vorgegangen: Der frühere rheinland-pfälzische AfD-Fraktionschef Uwe Junge hatte sich im Juli während der Fußball-Europameisterschaft über die vom deutschen Kapitän Manuel Neuer getragene "Schwuchtelbinde" empört (queer.de berichtete). Weidel forderte darauf seinen Parteiausschluss (queer.de berichtete). Schließlich trat Junge, der in den letzten Jahren aus anderen Gründen ohnehin an den Rand der Partei gedrängt worden war, von selbst aus.
Gegen Höckes "Verschwuchtelung"-Ausbruch hat Weidel freilich bis heute nichts gesagt, was auch nicht überrascht. Denn der Thüringer "dominiert" faktisch die Ausrichtung der Partei, wie das Nachrichtenportal "Watson" kürzlich feststellte. Das lesbische Feigenblatt ("Die AfD ist keine homophobe Partei") will offenbar auch nicht auf ihren Chefposten und die Nazi-Stimmen von Höcke-Fans bei der Bundestagswahl verzichten.
Was hält Alice Weidel eigentlich von ihrem Parteikollegen Björn Höcke? Dies und anderes über die AfD erfahren Sie in der...
Posted by Bericht aus Berlin on Monday, April 16, 2018
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