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"Deutschland. Aber normal"

AfD-Höcke beschwert sich über "verschwuchtelte" Polizei

Erneut ein homophober Rechtsaußen-Ausbruch im Wahlkampf, dieses Mal von AfD-Landesparteichef Björn Höcke. Nach seinem Auftritt in der Nähe von Leipzig riefen seine Fans "Sieg heil!".


In der 28.000 Einwohner*innen zählenden Stadt Grimma, in der die AfD bei der letzten Bundestagswahl stärkste Partei geworden ist, fühlt sich Björn Höcke offenbar zu Hause (Bild: Youtube)

Björn Höcke hat sich bei einem Wahlkampfauftritt letzte Woche im sächsischen Grimma erneut homophob geäußert: Aus Videos, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, geht hervor, dass der Thüringer AfD-Parteichef und Landesfraktionsvorsitzende die Polizei als "nicht Manns genug" und "verschwuchtelt" kritisiert hatte.

Der "Schwuchtel"-Hinweis startet absurderweise, nachdem sich Höcke als Fashion-Kritiker versuchte:

Ich war, als ich hier nach Sachsen einrollte und hier nach Grimma fuhr, erstmal positiv überrascht vom Erscheinungsbild der sächsischen Polizisten. Die haben so ein schönes Barett. Das steht denen richtig gut. Kompliment an die sächsische Polizei. Das könnt ihr weiter tragen. Ja? Das haben wir in Thüringen noch nicht. Wenn ich in Thüringen Ministerpräsident werde, dann kriegen unsere Polizisten auch so ein Barett.

Offenbar bekam Höcke dann Angst, dass seine Männlichkeit von so viel (scheinbarem) Modebewusstsein angegriffen wird – und machte mit homophobem Macho-Geschwätz weiter:

Wir möchten eine Polizei, die Recht und Ordnung durchsetzt. Dazu war sie heute noch nicht Manns genug, weil auch unsere Polizei verschwuchtelt worden ist. Das muss man auch mal deutlich sagen.

Twitter / Nightmare_Keks

Die AfD-Fans im Publikum jubelten nach dieser diskriminierenden Aussage frenetisch, ein "Jawoll"-Ruf ist zu hören. Laut "Frankfurter Rundschau" grölten sie am Rande der Veranstaltung auch Sprüche wie "Zicke Zacke, Hoi, Hoi, Hoi! Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil!" oder "Wir sind alle rechtsradikal".

Überraschenderweise geht die offene Homophobie sogar manchen Homo-Hasser*innen zu weit: Aktivist Klaus Kelle, der Ehemann der nicht minder LGBTI-feindlichen Aktivistin Birgit Kelle, regte in seinem Blog an, dass AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel gegen den Thüringer AfD-Chef vorgehen solle.

Schließlich sei Weidel unlängst auch gegen eine ähnliche Äußerung eines anderen AfD-Politikers vorgegangen: Der frühere rheinland-pfälzische AfD-Fraktionschef Uwe Junge hatte sich im Juli während der Fußball-Europameisterschaft über die vom deutschen Kapitän Manuel Neuer getragene "Schwuchtelbinde" empört (queer.de berichtete). Weidel forderte darauf seinen Parteiausschluss (queer.de berichtete). Schließlich trat Junge, der in den letzten Jahren aus anderen Gründen ohnehin an den Rand der Partei gedrängt worden war, von selbst aus.

Gegen Höckes "Verschwuchtelung"-Ausbruch hat Weidel freilich bis heute nichts gesagt, was auch nicht überrascht. Denn der Thüringer "dominiert" faktisch die Ausrichtung der Partei, wie das Nachrichtenportal "Watson" kürzlich feststellte. Das lesbische Feigenblatt ("Die AfD ist keine homophobe Partei") will offenbar auch nicht auf ihren Chefposten und die Nazi-Stimmen von Höcke-Fans bei der Bundestagswahl verzichten.

Was hält Alice Weidel eigentlich von ihrem Parteikollegen Björn Höcke? Dies und anderes über die AfD erfahren Sie in der...

Posted by Bericht aus Berlin on Monday, April 16, 2018
Facebook / Bericht aus Berlin | 2018 sagte Weidel in einem Interview, dass sie Höcke schätze
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#1 AtreusProfil
  • 16.09.2021, 13:53hSÜW
  • Ein richterlich anerkannter Faschist nutzt diskriminierendes und ausgrenzendes Wording und lässt sich von faschistoiden Naziverharmlosern und -fans mit "Sieg Heil"- Rufen feiern: big news...
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#2 WadimAnonym
  • 16.09.2021, 14:04h
  • " Ich war... erstmal positiv überrascht vom Erscheinungsbild der sächsischen Polizisten. Die haben so ein schönes Barett. Das steht denen richtig gut."-klingt voll schwul oder?
    Allerdings ein guter Politiker und Redner soll sich in seinen Reden auf das wichtigste konzentrieren statt Bullschit vor einem Mob hitlerartig zu grölen.
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#3 Mal ne FrageAnonym
#4 AtreusProfil
  • 16.09.2021, 14:08hSÜW
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Nachtrag:

    Das solche Veranstaltungen weitgehend ungestört durchgeführt werden können und ein deutsches Gericht 2021 urteilt, dass "Hängt die Grünen"-Plakate vom III. Weg, also einer rechtsradikalen Partei, die sich selbst als Nachfolger der NSDAP begreift, legitim sind, weil man nicht wissen könne wer genau gemeint ist und 100 Meter Mindesabstand zum politischen Gegner als adäquates Mittel für offensichtliche Mordaufrufe und -androhungen postuliert, sollte jeden Menschen mit funktionstüchtigem Seismograph vergegenwärtigen, wie weit die Re-Nazifizierung in unserem Land vorangeschritten ist. Politischer Mord, Anschläge auf Juden und ihre Einrichtungen und die Weigerung sich von verbraunten Parteimitgliedern loszusagen, sind ein weiterer Beleg.
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#5 Sarah_SAnonym
  • 16.09.2021, 14:15h
  • hmmmmm, verprellt er mit dem Spruch nicht seine Wähler?
    Bei mir im Landkreis tritt auch ein Polizist für die AFD an und laut Aussagen von sächsischen Polizisten sollen "viele Kollegen der AfD nahe stehen".
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#6 AtreusProfil
  • 16.09.2021, 14:26hSÜW
  • Antwort auf #4 von Atreus
  • Letzter Nachtrag:

    Dass Menschen ganz ungeniert und selbstverständlich mit Verschwörungsmystikern, Reichsflaggenmelancholikern, ausgemachten Neonazis, QAnon-Anhängern und Reichsbürgern auf die Straße gehen, die Judensterne zu Impfsternen umtexten, die das Andenken von Anne Frank und Sophie Scholl auf offener Bühne schänden und judenfeindliche Erzählungen des letzten Jahrhunderts exhumieren, um ihren abstrusen Märchen über die Pandemie Feindbilder zu verschaffen, darf natürlich nicht unerwähnt zu bleiben. Die Bilder dürfen nicht vergessen werden.
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#7 ElfolfProfil
  • 16.09.2021, 15:19hHamburg
  • Ich hoffe inständig, das wird der Polizei im Osten endlich die Augen öffnen. Jetzt weiter bei den Rechten wegsehen, bringt ihnen von denen nur Spott.
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#8 tchantchesProfil
  • 16.09.2021, 16:07hSonstwo
  • "viele Kollegen der AfD nahe stehen"

    Eben. Und die werden der Rest nach dem großen Sieg schon auf Linie bringen.
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#9 MagsAnonym
  • 16.09.2021, 17:00h
  • Aber Frau Weidel hat doch gesagt die AfD ist keine homophobe Partei. Das verstehe ich jetzt nicht.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 16.09.2021, 17:30h
  • Antwort auf #9 von Mags
  • Pst, nicht zu laut, sonst weckst du sie aus ihrem Märchenland auf. Und dann kommt am Ende das böse Erwachen, wie beim Röhm-Ernstl.

    Ansonsten kann man nur sagen: wenig Überraschendes. Sollten sich alle Leser*innen hier nochmal hinter die Ohren schreiben, die hier auf queer.de einmal bei der Sonntagsfrage die Blauen angegeben haben.
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