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Überraschender Rückzug

Hitzlsperger verlässt den VfB Stuttgart

Thomas Hitzlsperger ist der einzig offene schwule Vorstandsvorsitzende in der Bundesliga – doch nun gibt er sein Amt auf. Zu Zukunftsplänen äußert sich der 39-Jährige bislang nicht.


Thomas Hitzlsperger ist nach seinem Coming-out vor siebeneinhalb Jahren ein gern gesehener Talkshowgast, wenn es um Homosexualität und Fußball geht (Bild: Screenshot Das Erste)

  • 16. September 2021, 13:43h, noch kein Kommentar

Der offen schwule Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger wird seinen Vertrag beim VfB Stuttgart nicht verlängern. Wie der Fußball-Bundesligist am Mittwoch mitteilte, werde der frühere Nationalspieler den Verein nach dem Ende der Laufzeit im Herbst 2022 verlassen. Bis dahin bleibe Hitzlsperger auf Wunsch des Aufsichtsrats jedoch im Amt.

"Wir bedauern, dass Thomas seine Tätigkeit für unseren VfB nicht über die vereinbarte Vertragslaufzeit hinaus fortsetzen möchte. Die Beweggründe dafür respektieren wir jedoch", sagte Präsident Claus Vogt, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats ist. Die Gründe für den Rückzug von Hitzlsperger erklärte er jedoch nicht. Für die Suche nach einem Nachfolger werde sich der Verein "die gebotene Zeit nehmen".

Zukunft ungewiss

Auch Hitzlsperger erklärte seine Gründe für den Rückzug nicht. Es sei "eine Summe der Erlebnisse und Ereignisse", sagte der 39-Jährige. Der Schritt kommt durchaus überraschend – hatte er nach den vielen Querelen und personellen Wechseln sowie dem zweimaligen Abstieg doch zuletzt häufig von Kontinuität gesprochen. Angaben zu seinen Zukunftsplänen machte er auch nicht. Eines stellte er aber klar: Er strebe nicht das Amt des DFB-Präsidenten an: "Von mir aus gibt es diese Ambitionen nicht." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will am 11. März 2022 einen Nachfolger für den im Mai zurückgetretenen Fritz Keller wählen.

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Der gebürtige Münchner war 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister geworden. Anfang 2014 outete er sch nach dem Ende seiner sportlichen Karriere als schwul (queer.de berichtete). 2016 holte der VfB "Hitz" zunächst als Berater des Vorstands nach Stuttgart zurück. Später war er dann zunächst Sportvorstand und im Oktober 2019 zum Chef der VfB Stuttgart 1893 AG ernannt worden (queer.de berichtete).

Vergangenen Winter war es zum einem öffentlichen Konflikt mit Präsident Claus Vogt gekommen, auf dessen Amt es Hitzlsperger offenbar abgesehen hatte. Vogt war am Ende siegreich. Hitzlsperger behauptete jedoch, dass sich in den letzten Monaten alles wieder eingependelt habe.

2017 ernannte der DFB Hitzlsperger zum "Botschafter für Vielfalt" (queer.de berichtete). Der Funktionär äußerte sich immer wieder zur LGBTI-Thematik im Fußball. Letzten Monat sagte er etwa, dass ein schwuler Spieler bei einem Coming-out viel Zuspruch erhalten würde (queer.de berichtete). (dpa/dk)