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LGBTI-Feinde unter sich

Ungarn: Regierung fühlt sich offenbar durch Papst in queerfeindlicher Politik bestärkt

Der Papst habe laut dem Vizeregierungs-Chef darauf hingewiesen, dass die Familie ausschließlich "aus Vater, Mutter und Kind" bestehe.


Der Christdemokrat Zsolt Semjén stützt seit 2010 den Autokraten Viktor Orbán als dessen Stellvertreter (Bild: Magyarország Kormánya)

Beim Papstbesuch hat die ungarische Führung vergangenen Sonntag mit Franziskus auch über ihre gegen LGBTI gerichtete Politik und den Konflikt mit der Europäischen Union gesprochen. Das erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjén von der Christlich-Demokratischen Volkspartei am Montag gegenüber Klubrádió.

"Wir mussten darauf hinweisen, dass wir wegen unserer Maßnahmen zum Schutz der Familie – ich denke hier an LGBTQ-Themen – von Brüssel aus angegriffen werden", so zitierte der Privatsender den Politiker. Der Papst habe dann geantwortet: "Die Familie besteht aus Vater, Mutter und Kind. Punkt." Zudem sei Franziskus "sehr erfreut darüber gewesen, dass die Zahl der Abtreibungen zurückgegangen und die Zahl der Eheschließungen gestiegen ist", fuhr Semjén fort. An dem Treffen hätten am Sonntag auch Ministerpräsident Viktor Orbán und Staatspräsident János Áder teilgenommen.

Panaszkodtak az Európai Unióra Magyarország legf?bb politikai vezet?i Ferenc pápának az egyházf?vel tartott vasárnapi...

Posted by Klubrádió on Monday, September 13, 2021
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Ministerpräsident Orbán hatte nach dem Treffen auf Facebook erklärt: "Ich habe Papst Franziskus gebeten, das christliche Ungarn nicht zugrunde gehen zu lassen." Laut dem Vatikan habe das Gespräch "in herzlicher Atmosphäre" stattgefunden.

Papst Franziskus war am Sonntag mit dem Papamobil durch die Innenstadt von Budapest gefahren und war von zehntausenden Menschen bejubelt worden. Auf dem Heldenplatz hielt er eine Rede vor einer riesigen Menschenmenge. Laut den Veranstalter*innen hatten sich mehr als 70.000 Menschen dafür registriert. LGBTI-Rechte direkt angesprochen hatte der Papst während des Besuchs, bei dem alle Corona-Regeln außer Kraft gesetzt wurden, nicht.

Ungarn hatte im Juni "Homo-Propaganda" verboten

Ungarn steht seit der Einführung eines Gesetzes, das nach russischem Vorbild Homo- und Trans-"Propaganda" gegenüber Minderjährigen verbietet, in der Kritik. "Werbung" oder auch nur die Darstellung von Homo- oder Transsexualität in Büchern, Filmen und anderen Medien, Werbekampagnen sowie Schulen ist damit nicht mehr erlaubt. Die rechtspopulistische Regierung hält trotz internationaler Kritik an dem Gesetz fest – und will sich in einem Streit mit der EU, die ein Vertragsverletzungsverfahren einleitete, Rückhalt durch ein Referendum holen (queer.de berichtete).

Franziskus hat sich seit seinem Amtsantritt 2013 widersprüchlich zu LGBTI-Rechten geäußert. Hoffnungen auf eine Reform der Kirche, in der etwa die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare möglich wird, sind aber zuletzt verflogen. Erst am Mittwoch sagte der Papst, dass seine Kirche eine Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlichen Paaren bei der Ehe niemals akzeptieren werde (queer.de berichtete). (dk)



#1 PetterAnonym
  • 16.09.2021, 16:54h
  • Da sieht man wieder mal, wieviel Einfluss Religion auf Politik hat und dass solche Aussagen nicht folgenlos bleiben.
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#2 MagsAnonym
  • 16.09.2021, 17:05h
  • Und? Ist der Papst eine irgendwie geartete Institution in Bezug auf das EU-Recht? Ist der Vatikan überhaupt Mitglied in der EU? Ich glaube nicht.
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#3 zundermxeAnonym
  • 16.09.2021, 19:05h
  • Lässt sich nicht relativieren oder abstreiten.
    Orban hat leider völlig Recht, wenn er sich vom Pabst in seiner Hass- und Entrechtungspolitik vollumfänglich bestätigt sieht.
    Wie war noch die Rolle Roms zwischen 33 und 45?!

    Russland, Polen, Türkei und Ungarn (...) wären ohne die vorbehaltlose Unterstützung der jeweiligen Religionen so nicht denkbar.
    Es ist also keine passive, sondern eine sehr aktive Rolle, die die Religionen bei Hass, Hetze und Gewalt gegen Minderheiten gezielt und bewusst einnehmen.
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#4 KopfschüttelAnonym
  • 16.09.2021, 19:53h
  • ""Die Familie besteht aus Vater, Mutter und Kind. Punkt."

    Die heilige Familie kann es ja nicht sein, denn die besteht ja aus Leihmutter und gleich 3 Vätern.
    Erzeuger, eingetragener Vater und Stiefvater.
    Wie nett, dass der Vatikan allen anderen Konstellationen mit Kindern mal eben abspricht, Familie zu sein. Ist ja auch besonders glaubwürdig, wenn man Frauen dazu bewegen will, sich im Zweifel FÜR das Kind zu entscheiden.
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#5 userer
  • 16.09.2021, 19:56h
  • Selbstverständlich fühlen sich Faschisten von Bergoglio und anderen vatikanischen "Päpsten" bestärkt, denn sie werden von denen in ihrem menschenverachtenden Tun real mit Worten und Taten bestärkt. Es sind Brüder im Geiste.
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#6 StrottiAnonym
  • 16.09.2021, 22:39h
  • Antwort auf #2 von Mags
  • Der Vatikan ist ja nicht mal Vollmitglied der UNO und hat auch nicht deren allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet. Schon von daher wäre eine Mitgliedschaft in der EU wohl ausgeschlossen, dafür ist er aber über seine Schäfchen in vermutlich allen Gremien der EU und der europäischen Staaten indirekt vertreten.
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