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Alana McLaughlin

Trans Frau kämpft als Profi im MMA

Alana McLaughlin ist nach Fallon Fox die zweite transgeschlechtliche Frau, die einen Profi-Kampf im MMA hatte. Ihr Sieg zog viel Hass nach sich.


McLaughlin (l.) und ihre Gegnerin Provost (Bild: Combate Global / YouTube)

Die 38-jährige MMA-Kämpferin Alana McLaughlin ist die zweite transgeschlechtliche Frau, die in dem populären Kampfsport auf Profiniveau kämpft. Vergangene Woche besiegte sie die Französin Celine Provost in der zweiten Runde am Boden mit einem Rear Naked Choke, einem Würgegriff von hinten.

Seit Fallon Fox im Jahr 2014 Tamikka Brents besiegt hatte und einen transphoben Shitstorm über sich ergehen lassen musste, hatte es keinen Profikampf mehr mit einer transgeschlechtlichen Frau gegeben. Der Kampf fand bei dem eher kleinen Anbieter von Kämpfen in den Mixed Martial Arts, Combate Global, in Florida statt. MMA ist eine Mischung aus vielen verschiedenen Kampfsportarten. Kämpfe werden nicht abgebrochen, wenn die Sportler*innen zu Boden gehen.

Transphobe Kommentarschlacht blieb nicht aus

Auch nach McLaughlings Kampf gab es einen transfeindlichen Aufruhr bei MMA-Fans und Kommentator*innen. So twitterte Jake Shields, einmaliger Titel-Herausforderer im Weltergewicht, Fotos der Kämpferin vor ihrer Transition und schrieb dazu: "This is the 'women' mma fighter that they just allowed to beat up a girl in Florida".

Dabei hatte das "Mädchen", gegen das McLaughlin ihren ersten Sieg errungen hatte, nicht nur einem Kampf aktiv zugestimmt, wie dies im MMA erforderlich ist. Schon im Vorfeld hatte Provost gesagt, man müsse zeigen, dass die Disziplin ein inklusiver Sport sei. Anlässlich der Anschuldigungen, McLaughlin sei physisch stärker als Cis-Frauen, hatte Provost sich demonstrativ gelassen gezeigt. Sie trainiere mit Männern, die jedes mal stärker als sie seien. Das kümmere sie nicht.

McLaughlin hatte zur Wettkampffreigabe zunächst medizinische Tests bestehen müssen, bei denen unter anderem der Hormonstatus erfasst wird. Darüber, inwiefern transgeschlechtliche Sportler*innen Vorteile gegenüber Cis-Frauen haben könnten, gibt es seit Langem eine öffentliche Kontroverse. Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema haben aber in den meisten Sportarten zu einer Starterlaubnis für trans Sportler*innen geführt.

Twitter / AlanaFeral | Nach dem Kampf zeigte McLaughlin ihre Wunden und kommentierte den Shitstorm
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Doch gegen den Aufruhr im Netz halfen solche Vorsichtsmaßnahmen im Vorfeld wenig. In einem kurzen Statement wies McLaughlin unter anderem darauf hin, dass ihre Gegnerin die erste Runde nach Punkten sogar gewonnen hätte. Erst in der zweiten von drei Runden hatte McLaughlin den Kampf durch den Aufgabegriff drehen können. Sportlich und technisch war der Kampf allerdings nicht besonders sehenswert. Beim Einlauf in die Halle trug McLaughlin eine Trans-Pride-Flagge um ihre Schultern.

"Guardian" brachte ausführliches Porträt

Der britischen "Guardian" hatte vor dem Kampf ein Porträt über McLaughlin und ihr Leben veröffentlicht. Die heute 38-jährige war in einer ultrareligiösen Familie in South Carolina groß geworden, wo sie von klein auf in ihren Transitionswünschen zurückgewiesen und zu sogenannten "Konversionstherapien" gezwungen worden war. Aus der Zeit zuhause hatte die Kämpferin unter anderem erzählt, dass ihr Stiefvater die Tür zu ihrem Zimmer ausgehängt hatte, damit das Kind keinen Rückzugsraum für "unmännliches" Verhalten hatte.

Twitter / AlanaFeral | Auch am Kampfabend hatte McLaughlin, wie auf diesem getwitterten Bild, ihre Trans-Pride-Flagge dabei
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Auch war das Kind von ihrer Familie gezwungen worden, viel Zeit auf einer Farm in der Nähe zu verbringen, wo außer ihr nur Jungs gelebt hatten, um ihre feminine Art zu verdrängen. Als das Kind von einem dieser Jungs vergewaltigt worden war, glaubten ihr die Eltern nicht. Erst als sich im Wohnumfeld Vorwürfe gegen den Jungen häuften, habe McLaughlin nicht mehr zur Farm gemusst.

Mit 20 Jahren hatte McLaughlin den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen und war schließlich in einem weiteren Versuch, ihre Transgeschlechtlichkeit zu verdrängen, in die Armee eingetreten. Dort ging sie zu den Special Forces, mit denen sie seit 2007 in Afghanistan stationiert war.

Über die brutalen Erfahrungen als Kind, das immer kleiner, schwächer und viel Gewalt ausgesetzt gewesen war, hatte McLaughlin gesagt: "Es ist die Geschichte meines Lebens, zu versuchen, Leuten, die größer, stärker und befähigter sind, physisch zu widerstehen."



#1 DQ24Anonym
  • 17.09.2021, 03:08h
  • Die Erfahrungen, die McLaughlin in ihrer Kindheit gemacht hatte, machen viele Transkinder aus ultrareligiösen Familien, wo das Gesetz des Vaters/Mannes wie das Gesetz Gottes ist. Einer der Gründe für den Selbsthass und den Verdrängungswunsch vieler Betroffener, um das weibliche in ihnen auszumerzen, indem sie sich "männlich" geben. Das aber ist kontraproduktiv und führt nur zu Depressionen und Selbstmordversuchen. Ich muss es wissen, ich hab es zweimal probiert (Tabletten und von der Brücke springen wollen).
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#2 HexeAnonym
  • 17.09.2021, 10:19h
  • Danke an beide Frauen die einen fairen Wettbewerb ausgeführt haben.
    So sollte es im Sport öfter zugehen:
    Respektvoll.
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#3 transgenocideAnonym
  • 17.09.2021, 17:44h
  • End Trans genocide stand dann noch sehr groß auf ihrem Shirt, nachdem sie gewonnen hatte.
    Das möge der Vollständigkeit halber noch ergänzt sein.
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